„Mos­kau­er Näch­te“im Jazz­club 55 Sai­son­en­de mit bril­lan­tem Ju­bi­lar und Band­lea­der Bi­bi Kreutz am Pia­no

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Zum Auf­takt durf­te ei­nes na­tür­lich nicht feh­len: ein ge­mein­sa­mes Hap­py­Bir­th­day-Ständ­chen für den Ju­bi­lar Sieg­fried „Bi­bi“Kreutz, der vor kur­zem sei­nen 80. Ge­burts­tag fei­ern durf­te (der Pforz­hei­mer Ku­ri­er be­rich­te­te). Dann leg­ten die sie­ben Mu­si­ker der Pent­house Jazz­band los und be­geis­ter­ten das Pu­bli­kum am Di­ens­tag­abend im Ga­so­me­ter mit ei­nem viel­fäl­ti­gen tra­di­ti­ons­ge­la­de­nen Jazz­pro­gramm.

Die Pent­house Jazz­band ist die Haus­band des Jazz­club 55 und be­steht in­zwi­schen seit rund 44 Jah­ren. Für das Ab­schluss­kon­zert der Herbst­sai­son 2016 hat­ten die Ak­teu­re um den mu­si­ka­li­schen Lei­ter Pe­ter Mai­sen­ba­cher ei­ne Mi­schung aus lo­cke­rem Swing und fet­zi­gem Di­xie­land zu­sam­men­ge­stellt. Da­zu ka­men Stü­cke mit Blues-Ele­men­ten und La­tin Jazz-Ein­flüs­sen.

Auch ei­nen ei­ge­nen Ti­tel, kom­po­niert von Ul­rich Al­lin­ger (Trom­pe­te, Kor­nett und Flü­gel­horn), hat­te das Sep­tett zu bie­ten – „Uli’s Blues DK“, der jüngs­te Ti­tel im Re­per­toire des Sep­tetts. Im­mer noch un­ge­klärt ist al­ler­dings, wo­für die Buch­sta­ben „DK“ste­hen. Das Stück wies die Be­son­der­heit auf, dass hier zwei Mu­si­ker des Blä­ser­sat­zes Kla­ri­net­te spiel­ten.

Her­aus­ra­gend was auch der Ti­tel „My Litt­le Sue­de Shoes“. Frei über­setzt be­deu­tet das so viel wie mei­ne klei­nen Wild­le­der­schu­he. Mit dem Stück hat der Sa­xo­fo­nist und Kom­po­nist Char­lie „Bird“Par­ker, der als Schöp­fer des Be­bop und über­dies als ei­ner der ein­fluss­reichs­ten Mu­si­ker der Jazz-Ge­schich­te gilt, afro­ka­ri­bi­sche Ein­flüs­se ver­ar­bei­tet. Der Ca­lyp­so star­te­te mit ei­nem Gi­tar­ren­lauf von Pe­ter Mai­sen­ba­cher und mün­de­te dann in ei­nen leich­ten und be­schwing­ten Rhyth­mus. Viel Bei­fall vom Pu­bli­kum da­für.

Der wohl äl­tes­te Ti­tel im Pro­gramm war „At The Jazz­band Ball“. Auf­ge­nom­men 1917 von der Ori­gi­nal Di­xie­land Jazz Band gilt die­ser Stan­dard als ei­ner der am häu­figs­ten auf­ge­nom­me­nen Ti­tel des Gen­res. Für die Mu­si­ker der Pent­house Jazz­band bot die­ses Stück reich­lich Spiel­raum für So­li: Band­lea­der Bi­bi Kreutz bril­lier­te am Pia­no, Karl-Ot­to Schmidt an der Po­sau­ne und Wolf­gang Scherb mit sei­nem Sa­xo­fon. Am Schlag­zeug stand für Hel­mut Al­bert an die­sem Abend Stef­fen Schuh­ma­cher auf der Büh­ne.

Noch ein an­de­rer Ti­tel stach an die­sem Abend aus dem Pro­gramm her­vor: „Mos­kau­er Näch­te“. Hier konn­te Rolf Mar­tin nicht nur sei­ne Qua­li­tät mit sei­nem Blas­in­stru­ment un­ter Be­weis stel­len, son­dern auch mit sei­nen Rus­si­schKennt­nis­sen bril­lie­ren.

Das zwei­te Set des Abends war vor al­lem ge­prägt durch zwei In­stru­men­te, die Tu­ba und das Ban­jo-Spiel von Mai­sen­ba­cher und dem ver­träum­ten „I’m Get­ting Sen­ti­men­tal“von Tom­my Dor­sey. Zum Ab­schluss der Herbst­sai­son ein­mal mehr ein ge­lun­ge­ner Abend mit tra­di­tio­nel­lem Jazz. Wei­ter ge­hen soll es im März. Ha­rald Bott

i In­ter­net www.jazz­club-55-pforz­heim.de

Auch Ei­gen­kom­po­si­ti­on bei der Pent­house Jazz­band

EI­NEN ÜBER­ZEU­GEN­DEN AUF­TRITT mit tra­di­tio­nel­lem Jazz leg­te die Pent­house Jazz­band zum Sai­son­ab­schluss im Jazz­club 55 im Ga­so­me­ter hin. Fo­to: Wa­cker

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