Die Ant­wort Eu­ro­pas

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - GER­HARD WINDSCHEID

Im­mer mehr Au­to­fah­rer ha­ben ein Na­vi an Bord und ver­trau­en auf die Sa­tel­li­tenSi­gna­le aus dem All. Mit ma­gi­scher Hand wird das Fahrt­ziel er­reicht – trotz al­ler Staus und Un­wäg­bar­kei­ten. Bis­lang sit­zen die US-Ame­ri­ka­ner am län­ge­ren He­bel, wenn es um die Sa­tel­li­ten-Na­vi­ga­ti­on geht. Oh­ne GPS spielt sich nichts ab. Das wird sich mit dem eu­ro­päi­schen Ga­li­leo-Sys­tem än­dern.

Zwar hat es ge­fühlt ewig ge­dau­ert, bis Eu­ro­pa der High­tech-Na­ti­on jen­seits des At­lan­tiks Pa­ro­li bie­ten konn­te. Das Brüs­se­ler Pres­ti­ge-Pro­jekt wur­de da­bei im­mer teu­rer, aber jetzt wer­den zu­min­dest die ers­ten eu­ro­päi­schen Di­ens­te frei­ge­schal­tet. Die Un­ab­hän­gig­keit vom gro­ßen Bru­der in Washington ist nicht zum Null­ta­rif zu ha­ben. Wer nicht will,

dass im Ernst­fall der Zu­gang zum GPSSys­tem ein­fach ab­ge­klemmt wird, muss da­für sor­gen, dass er tech­no­lo­gisch auf ei­ge­nen Fü­ßen steht. Wenn die Ur­laubs­fahrt nur mit der alt­be­währ­ten Land­kar­te zu be­wäl­ti­gen wä­re, mag zu ver­schmer­zen sein, bei der Sa­tel­li­ten-Na­vi­ga­ti­on geht es aber für In­dus­trie und Mi­li­tär um viel mehr. Oh­ne ex­ak­te Da­ten aus dem Wel­tall fällt so man­ches Su­per-Pro­jekt der Zu­kunft flach.

Die selbst­fah­ren­den Au­tos und die Lie­fer-Droh­nen der di­gi­ta­len Welt brau­chen die An­bin­dung an das welt­wei­te Sa­tel­li­ten­netz, um punkt­ge­nau agie­ren zu kön­nen. Noch ist al­ler­dings Ge­duld ge­fragt. Erst im Jahr 2020 kann das eu­ro­päi­sche Mil­li­ar­den­pro­jekt al­le Er­war­tun­gen auch wirk­lich er­fül­len.

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