„Leb­be geht wei­ter“

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - Her­bert Lan­dau Rein­hard Gai­er

Karls­ru­he (mir/tob). Lau­ni­ge Wor­te im Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: Bei ei­ner fei­er­li­chen Ver­ab­schie­dung wür­dig­te Ge­richts­prä­si­dent Andre­as Voß­kuh­le ges­tern das Wir­ken der ehe­ma­li­gen Ver­fas­sungs­rich­ter Her­bert Lan­dau und Rein­hard Gai­er (Fotos: dpa), die 2016 aus dem Amt aus­ge­schie­den sind.

„Der Lan­dau, das ist ein gan­zer Kerl, so wür­de man bei uns in mei­ner Hei­mat Ost­west­fa­len-Lip­pe sa­gen“, er­klär­te Voß­kuh­le und be­ton­te: „Die tie­fe An­er­ken­nung, die in die­sen sprö­den Wor­ten liegt, lässt sich nur un­ge­fähr be­schrei­ben. Sie passt nur auf ei­nen, den das Le­ben ge­stählt hat, der viel ge­se­hen und er­lebt hat und der des­halb in sich ruht und mit un­auf­ge­regt kla­rem Blick auf die Din­ge schaut.“Lan­dau selbst zi­tier­te den ehe­ma­li­gen Fuß­ball­trai­ner Dra­gos­lav Ste­pa­no­vic: „Leb­be geht wei­ter.“Als „hart aber fair“könn­te man die Zu­sam­men­ar­beit im Zwei­ten Se­nat be­zeich­nen. „Na­ja viel­leicht nicht im­mer fair: Aber je­den­falls hart, ob­jek­tiv und ge­recht“, er­klär­te er mit ei­nem Schmun­zeln. Feh­len wür­den ihm künf­tig die span­nen­den und for­dern­den Ur­teils­be­ra­tun­gen. Lan­dau war seit 2005 Ver­fas­sungs­rich­ter und schied nach Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze von 68 Jah­ren aus dem Se­nat aus. Sei­ne Nach­fol­ge­rin ist Chris­ti­ne Lan­gen­feld.

Rein­hard Gai­er war seit 2004 am Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und hat­te im No­vem­ber das En­de sei­ner zwölf­jäh­ri­gen Amts­zeit er­reicht. Sei­ne Nach­fol­ge­rin ist die bis­he­ri­ge Rich­te­rin am Bun­des­ge­richts­hof Yvon­ne Ott. Im Ers­ten Se­nat, so Voß­kuh­le, ha­be man Gai­er vor al­lem we­gen sei­nes prag­ma­ti­schen Blicks ge­schätzt. „Ei­ne Kol­le­gin aus Ih­rem Se­nat sag­te: Bei uns ist Gai­er für die Bo­den­haf­tung zu­stän­dig“, sag­te Voß­kuh­le, der Gai­ers „un­ge­heu­ren Fleiß“her­vor­hob. Gai­er selbst gab sich durch­aus nach­denk­lich und warn­te an­ge­sichts ge­sell­schaft­li­cher und po­li­ti­scher Ent­wick­lun­gen, dass Li­be­ra­li­tät, To­le­ranz und Welt­of­fen­heit auf der Stre­cke blie­ben. „Auch das Ver­fas­sungs­ge­richt und die Ver­fas­sungs­ge­richts­bar­keit wer­den sich die­ser Her­aus­for­de­rung stel­len müs­sen.“

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