Ei­sen­mann will Kor­rek­tur

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Stutt­gart (dpa/lsw). Nach dem schlech­ten Ab­schnei­den ba­den-würt­tem­ber­gi­scher Schü­ler bei den jüngs­ten Bil­dungs­stu­di­en will Kul­tus­mi­nis­te­rin Su­san­ne Ei­sen­mann (CDU) im Fach Deutsch ei­ne Kurs­kor­rek­tur. So soll die Recht­schrei­bung an den Grund­schu­len wie­der mehr Ge­wicht er­hal­ten. „Rich­ti­ges Schrei­ben ist eben­so wie Le­sen und Rech­nen ei­ne Schlüs­sel­kom­pe­tenz, die wie­der ge­stärkt wer­den muss“, teil­te Ei­sen­mann ges­tern mit.

Me­tho­den, bei de­nen Kin­der mo­nate­be­zie­hungs­wei­se jah­re­lang nicht auf die rich­ti­ge Recht­schrei­bung ach­ten müs­sen, sei­en nicht mehr zu prak­ti­zie­ren. Ein ent­spre­chen­des Schrei­ben ha­be sie an die Schul­lei­tun­gen und Leh­rer­kol­le­gi­en al­ler Grund­schu­len im Land ge­schickt. Die Leh­rer­ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) ver­bat sich ei­ne Ein­mi­schung der Mi­nis­te­rin in die Ar­beit der päd­ago­gi­schen Pro­fis. „Vie­le Leh­rer der Grund­schu­len sind em­pört, dass die Kul­tus­mi­nis­te­rin ih­nen schlech­te Ar­beit un­ter­stellt“, sag­te GEW-Lan­des­che­fin Do­ro Mo­ritz.

Die Mi­nis­te­rin hat­te be­reits in der Ver­gan­gen­heit an­ge­kün­digt, dass sie dem „Schrei­ben nach Hö­ren“ei­nen Rie­gel vor­schie­ben wol­le. Der Leh­rer­ver­band VBE hat­te dar­auf­hin ei­nen dif­fe­ren­zier­ten Um­gang mit der Me­tho­de ge­for­dert.

Rich­ti­ges Schrei­ben als Schlüs­sel­kom­pe­tenz

Das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ha­be kei­ne Hand­ha­be, den weit ver­brei­te­ten An­satz, Kin­der schnell zum Schrei­ben zu brin­gen, ab­zu­schaf­fen, hat­te der Ver­band er­läu­tert. VBE-Chef Ger­hard Brand be­ton­te aber auch: „Rich­tig schrei­ben zu kön­nen, ist auch im Zeit­al­ter von Recht­schreib­pro­gram­men auf Com­pu­tern kein Lu­xus, son­dern zwin­gend not­wen­dig.“

Ei­sen­mann be­ton­te, das ge­ziel­te Üben der Recht­schrei­bung von An­fang an müs­se au­ßer­dem in je­dem Fach­un­ter­richt ver­an­kert wer­den. „Wenn kor­rek­tes Ler­nen be­reits in der ers­ten Klas­se be­ginnt, dann hilft dies den Mäd­chen und Jun­gen auch an den wei­ter­füh­ren­den Schu­len, wenn es in Fä­chern wie Phy­sik oder Che­mie um ex­ak­tes Ar­bei­ten geht.“Aus Sicht der GEW soll­te Ei­sen­mann die Schu­len lie­ber or­dent­lich aus­stat­ten an­statt ih­re Ar­beit zu tor­pe­die­ren. „Die Grund­schu­len er­hal­ten zum Bei­spiel als ein­zi­ge Schul­art kei­ne Pool­stun­den für zu­sätz­li­che An­ge­bo­te wie För­der­un­ter­richt“, sag­te Ge­werk­schaf­te­rin Mo­ritz. Die Mi­nis­te­rin igno­rie­re mit ih­rem Brief In­hal­te des neu­en Bil­dungs­plans, be­ste­hen­de Prü­fungs­ord­nun­gen der Leh­rer­aus­bil­dung und Emp­feh­lun­gen der – seit kur­zem von ihr selbst ge­lei­te­ten – Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK). Mo­ritz ver­wies auf Äu­ße­run­gen der KMK zum Schrift­sprach­er­werb, nach de­nen das „lau­tori­en­tier­te Schrei­ben ein Ent­wick­lungs­schritt auf dem Weg zum norm­ge­rech­ten Schrei­ben“ist.

Nach der jüngs­ten Stu­die des In­sti­tuts für Qua­li­tät im Bil­dungs­we­sen (IQB) sack­te der eins­ti­ge Pri­mus Ba­den-Würt­tem­berg im Län­der­ver­gleich auf die hin­te­ren Rän­ge ab.

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