Von A wie Acker­mann bis Z wie Zipp

Gro­ße sti­lis­ti­sche Band­brei­te: Mit­glie­der­aus­stel­lung und Jah­res­ga­ben im Ba­di­schen Kunst­ver­ein Karls­ru­he

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Wie je­des Jahr war der An­drang groß zur Er­öff­nung der Jah­res­aus­stel­lung im Ba­di­schen Kunst­ver­ein Karls­ru­he. Über 240 Ar­bei­ten – und da­mit noch­mal rund 40 Kunst­wer­ke mehr als 2015 – hat­ten die Künst­ler-Mit­glie­der ein­ge­reicht und das Kunst­ver­eins­team vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen ge­stellt, und Lei­te­rin An­ja Cas­ser bat al­le An­we­sen­den um Ver­ständ­nis, dass die Pe­ters­bur­ger Hän­gung – wand­hoch in meh­re­ren Rei­hen und dich­ter An­ord­nung – oft die ein­zi­ge Mög­lich­keit ist, der Fül­le ein­ge­reich­ter Ar­bei­ten ge­recht zu wer­den.

Als „wah­ren Ma­ra­thon“be­zeich­ne­te sie denn auch die Aus­stel­lung, die ihr mit ver­ein­ten Kräf­ten auch in die­sem Jahr ge­glückt ist und de­ren Hän­gung neu­er­lich aus­schließ­lich the­ma­tisch ist. Neu sind 2016 aber zwei per­for­ma­ti­ve Ar­bei­ten: Si­mo­ne van gen Has­sends Au­ßer­ir­di­sche, die sie seit Jah­ren als „Wis­sen­schaft­le­rin“be­glei­tet, ha­ben un­ter der Trep­pe ihr tem­po­rä­res Do­mi­zil be­zo­gen und wer­den dort mit ei­nem Vi­deo und zahl­rei­chen Uten­si­li­en prä­sen­tiert. Und Piotr Tomc­zyk führ­te wäh­rend der Ver­nis­sa­ge die letz­te Epi­so­de sei­ner „60/60“be­ti­tel­ten Per­for­mance auf, die ihn über 60 Ta­ge hin­weg an 60 un­ter­schied­li­che Or­te führ­te, an de­nen er je­weils 60 Mi­nu­ten lang zum Ge­fan­ge­nen der Zeit wur­de.

Von A wie Su­san­ne Acker­mann bis Z wie Wald­traut Zipp reicht die Lis­te der an der Aus­stel­lung be­tei­lig­ten Künst­ler, dar­un­ter nam­haf­te Grö­ßen aus Karls­ru­he und der Re­gi­on. Manch ei­ner ist dar­un­ter, der be­reits an der für ihn oder sie cha­rak­te­ris­ti­schen Ma­te­ri­al­wahl oder Aus­füh­rung zu er­ken­nen ist. Die Band­brei­te der Mög­lich­kei­ten, die in den un­ter­schied­lichs­ten Ma­te­ria­li­en und Me­di­en liegt, wird von den Künst­lern voll aus­ge­reizt. Zeich­nung, Ge­mäl­de (in Öl und Acryl), As­sem­bla­ge, Skulp­tur, Vi­deo, In­stal­la­ti­on und Fo­to­gra­fie – die Aus­stel­lung, so di­ver­gent die Qua­li­tät der ein­ge­reich­ten Ar­bei­ten auch ist, zeigt in ih­rer be­ein­dru­cken­den Fül­le das künst­le­ri­sche Po­ten­zi­al, das die Fä­cher­stadt auf­zu­wei­sen hat.

Die par­al­lel im Wald­stra­ßen­saal prä­sen­tier­ten Jah­res­ga­ben er­in­nern da­ge­gen an das ver­gan­ge­ne Aus­stel­lungs­jahr und bie­ten die Mög­lich­keit, Kunst zu ver­hält­nis­mä­ßig ge­rin­gem Preis an Weih­nach­ten zu ver­schen­ken. Ver­tre­ten sind Ar­bei­ten von Künst­lern, die in Ein­ze­lund Grup­pen­aus­stel­lun­gen prä­sen­tiert wur­den: Hen­ri Cho­pin, Da­ni­ka Da­kic, End­ress/Lee/Rack­ley, Noa Esh­kol, Nil­bar Gü­res, Ra­na Ha­ma­deh, Dó­ra Mau­rer, Hans­jörg May­er, Fal­ke Pi­s­a­no und Han­nah Wein­ber­ger. Weih­nach­ten zeigt sich die­ses Jahr im Kunst­ver­ein als Fest der Nächs­ten­lie­be: An­ja Cas­ser hat Unicef als Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner ein­ge­la­den, die ge­sam­mel­ten Spen­den wer­den zu­guns­ten der Men­schen in Sy­ri­en ein­ge­setzt. Chris Ger­bing

BUNT UND VIEL­SEI­TIG ist die Mit­glie­der­aus­stel­lung im Ba­di­schen Kunst­ver­ein, für die über 240 Ar­bei­ten ein­ge­reicht wor­den sind. Fo­to: Ger­bing

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