„Ha­ben das Spin­nen an­ge­fan­gen“

Kwas­ni­ok sen­det ei­nen flam­men­den Ap­pell ans ge­sam­te KSC-Um­feld aus

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert

Karls­ru­he. Die Vor­weih­nachts­zeit gilt als Hoch­sai­son des Be­sinn­li­chen. Doch die Fuß­ball­pro­fis des Karls­ru­her SC hö­ren bei Si­gnier­stun­den auf dem Weih­nachts­markt oder sonst wo ab­seits des Wild­parks nicht nur Wor­te der Har­mo­nie. Mar­tin Stoll ist er­fah­ren ge­nug, um das an sich ab­per­len zu las­sen. „Kei­ner hat­te im Som­mer vor, so ei­ne Hin­run­de zu spie­len“, sagt der Ab­wehr­spie­ler. „Dass man Sprü­che hört, die nicht schön sind, ist nor­mal – das ist ver­mut­lich über­all so“, meint der 33-Jäh­ri­ge.

Es moch­te die­se Dis­kre­panz zwi­schen dem An­spruchs­den­ken des Um­fel­des und der von ihm be­klag­ten sport­li­chen Rea­li­tät sein, die den In­te­rims­coach Lu­kas Kwas­ni­ok ges­tern nach sei­ner Trai­nings­stun­de grund­sätz­lich wer­den ließ. Das an­ge­spro­che­ne The­ma war ei­gent­lich Ein­tracht Braun­schweig und des­sen in der deut­schen Bran­che ein­ma­li­ge Treue zum Trai­ner Tors­ten Lie­ber­knecht, der seit 2008 bei den Nie­der­sach­sen in der Ver­ant­wor­tung steht. Für Kwas­ni­ok sei das Bei­spiel des KSCGeg­ners vom Sams­tag der Be­leg für die Stär­ke ei­nes Ver­eins, der auch „in schwie­ri­gen Zei­ten Ru­he be­wahrt“.

Der 35-Jäh­ri­ge ver­knüpf­te die­se Be­wer­tung mit ei­nem „per­sön­li­chen Ap­pell“an das Um­feld des ba­di­schen Zweit­li­gis­ten: Er wol­le den Leu­ten „die Au­gen öff­nen“und sie da­zu ani­mie­ren, mit ih­ren An­sprü­chen „be­son­ne­ner“um­zu­ge­hen. „Wenn ich als Fan hier im Sta­di­on bin, merkt man die Er­war­tungs­hal­tung. In so­zia­len Me­di­en und per­sön­li­chen Ge­sprä­chen meint man, dass man in den nächs­ten zehn Jah­ren acht Jah­re Erst­li­ga­fuß­ball vor sich hat. Ich fin­de, das wird ein­fach der Mann­schaft und dem Ver­ein nicht ge­recht“, sagt Kwas­ni­ok frei her­aus. Ihm sei es wich­tig, dies ein­mal aus­ge­spro­chen zu ha­ben. „Am Sonn­tag bin ich weg, dann ha­be ich es zu­min­dest mal ge­sagt. Wir ma­chen so­wohl in der Ju­gend als auch hier oben mit un­se­ren Mög­lich­kei­ten et­was, dar­um wä­ren an­de­re froh. Froh, Zwei­te Li­ga zu spie­len und mit der U 19 und U 17 in der Bun­des­li­ga.“Das Er­rei­chen der Re­le­ga­ti­on im Früh­jahr 2015 sei ein Er­folg, aber eben auch glück­lich ge­we­sen. „Das ist ja auch schön, Re­le­ga­ti­on, aber des­halb muss man doch nicht im nächs­ten Jahr das Spin­nen an­fan­gen. Und wir ha­ben das Spin­nen an­ge­fan­gen“, be­dau­ert er.

Ganz nüch­tern sagt Kwas­ni­ok, im zwei­ten Teil sei­ner Aus­hilfs­rol­le ei­ne an­de­re Spiel­idee zu ver­fol­gen als in Dres­den (0:0). Ei­ne, „die die Chan­cen er­höht, zu To­ren zu kom­men“. Dem­ent­spre­chend sei mit tak­ti­schen re­spek­ti­ve auch per­so­nel­len Än­de­run­gen zu rech­nen. Er­win Hof­fer, dem An­grei­fer des Ta­bel­len-16., ist vor dem Du­ell mit dem Spit­zen­rei­ter nicht ban­ge: „Am Sams­tag sind drei Punk­te mög­lich. Wenn wir al­le die Leis­tun­gen brin­gen, dann klappt das“, schätzt er. Ein­tracht-Coach Lie­ber­knecht glaubt zu wis­sen, was sein Team in Karls­ru­he er­war­ten wird: „Wir brau­chen ab der ers­ten Mi­nu­te die rich­ti­ge Men­ta­li­tät. In Karls­ru­he herrscht Ab­stiegs­kampf pur.“Mit ei­nem Sieg wä­re die Ein­tracht Herbst­meis­ter.

Fo­to: GES

FEU­ER UND FLAM­ME für das Spiel: KSC-In­te­rims­trai­ner Lu­kas Kwas­ni­ok mit Mit­tel­feld­spie­ler Hi­ro­ki Ya­ma­da.

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