Pro­gram­mier­te Es­ka­la­ti­on

Rin­ger-Streit um die Zu­kunft des Li­ga­be­triebs ver­schärft sich wei­ter

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ma­ri­us Bü­cher

Wein­gar­ten/Isprin­gen. Wenn am Sams­tag (19.30 Uhr) der KSV Isprin­gen zum Ab­schluss der Vor­run­de beim KSV Köl­ler­bach an­tritt, könn­te es das vor­erst letz­te Du­ell der bei­den Clubs in der Rin­ger-Bun­des­li­ga sein. Wäh­rend sich die Isprin­ger klar zur Deut­schen Rin­ger-Li­ga (DRL) und da­mit zu ei­ner Li­ga in Ei­gen­ver­ant­wor­tung be­ken­nen, hat Köl­ler­bach für die kom­men­de Run­de be­reits dem Deut­schen Rin­ger-Bund (DRB) sei­ne Zu­sa­ge ge­ge­ben, ge­nau wie Mainz und Adel­hau­sen. „Wir sind nach den Rück­mel­dun­gen be­reits jetzt zu­ver­sicht­lich, dass min­des­tens drei Li­gen zu­sam­men­kom­men“, sagt DRB-Vi­ze­prä­si­dent Da­ni­el Woz­ni­ak. Ge­plant sind vier

„Im Not­fall rin­gen wir in der Ober­li­ga“

Staf­feln. Der zeit­gleich statt­fin­den­de Kampf des SV Ger­ma­nia Wein­gar­ten ge­gen den VfK Schif­fer­stadt dürf­te da­ge­gen 2017 ei­ne Neu­auf­la­ge er­le­ben: Bei­de Clubs wol­len in der DRL rin­gen, der ak­tu­ell zu­dem die Bun­des­li­gis­ten aus Nendingen und Aa­len so­wie Zweit­li­gist Mans­fel­der Land an­ge­hö­ren.

Dass Rin­ger-Li­ga und DRB doch noch zu­sam­men­fin­den, wird im­mer un­wahr­schein­li­cher, viel­mehr steht der Kon­flikt kurz vor der Es­ka­la­ti­on. Der DRB hat wie an­ge­kün­digt sei­ne Stra­f­ord­nung ver­schärft. Ab­trün­ni­gen Ver­ei­nen droht ei­ne Sper­re von bis zu vier Jah­ren und ei­ne Geld­stra­fe von bis 25 000 Eu­ro. Zu­dem müs­sen Ath­le­ten, die an „nicht ver­bands­auto­ri­sier­ten Wett­kämp­fen“teil­neh­men, den Aus­schluss aus dem Bun­des­ka­der fürch­ten. „Das ist nichts Neu­es, das The­ma ge­winnt durch die DRL nur an Ak­tua­li­tät“, be­tont Woz­ni­ak.

Für DRL-Ge­schäfts­füh­rer Mar­kus Scheu, der wei­ter­hin auf ei­ne Li­ga un­ter dem Dach des Ver­ban­des hofft, sind dies „lee­re Dro­hun­gen“, mit de­nen die Clubs ein­ge­schüch­tert wer­den sol­len. „Hier nimmt ein Vor­stand den Sport mit sei­nen Ver­ei­nen, den Kin­dern, Ju­gend­li­chen und Eh­ren­amt­li­chen zur Gei­sel“, heißt es in ei­ner DRL-Mit­tei­lung. Deut­sche Top-Rin­ger wie Welt­meis­ter Frank Stäb­ler, ak­tu­ell in Wein­gar­ten un­ter Ver­trag, ste­hen vor ei­ner schwie­ri­gen Ent­schei­dung. Dass der DRB die­se sperrt, weil sie in der DRL kämp­fen, sei kein Au­to­ma­tis­mus, er­klärt Woz­ni­ak. Oh­ne­hin hät­ten sich ei­ni­ge Top-Rin­ger be­reits zum DRB be­kannt.

Die Wei­chen für die Zu­kunft hat man zu­letzt in Wein­gar­ten ge­stellt. Wie be­rich­tet, spra­chen sich die SVG-Mit­glie­der ein­stim­mig da­für aus, dem DRB ei­ne Ab­sa­ge zu er­tei­len. „Ich bin er­leich­tert, dass wir ei­nen Weg ge­fun­den ha­ben“, be­tont der SVG-Vor­sit­zen­de Ralph Obe­ra­cker. Die­sen will man nun auch kon­se­quent ge­hen. „Im Not­fall rin­gen wir kom­men­de Sai­son in der Ober­li­ga“, kün­digt Obe­ra­cker an. Der Nord­ba­di­sche Rin­ger­ver­band hält dem SVG die­se Hin­ter­tür of­fen. Mit ei­nem sol­chen Sze­na­rio möch­te sich der Isprin­ger Vor­sit­zen­de Wer­ner Koch noch nicht be­schäf­ti­gen. Er geht da­von aus, dass die DRL zu­stan­de­kommt. Al­ler­dings be­steht die Ge­fahr, dass Clubs vor dem 20. De­zem­ber, wenn beim DRB die Mel­de­frist en­det, noch ab­sprin­gen. „Das Ver­trau­en ist noch nicht da“, weiß Koch.

Ve­r­un­si­che­rung macht sich auch in den un­te­ren Li­gen breit. Zu­letzt wur­de in der Ar­ge Ba­den-Würt­tem­berg dis­ku­tiert, die Auf­stiegs­pflicht des Re­gio­nal­li­ga-Meis­ters, wie aus Süd­ba­den ge­for­dert, au­ßer Kraft zu set­zen, was je­doch am Ve­to aus Nord­ba­den und Würt­tem­berg schei­ter­te.

VOR EI­NER UNGEWISSEN ZU­KUNFT in der Bun­des­li­ga ste­hen auch Top-Ath­le­ten wie Welt­meis­ter Frank Stäb­ler (rechts), der ak­tu­ell für Wein­gar­ten ringt. Fo­to: GES

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