„Wir zäh­len zum Fa­vo­ri­ten­kreis“

Hand­ball-Bun­des­trai­ner Si­gurds­son über die WM und sei­nen na­hen­den Ab­schied

Pforzheimer Kurier - - SPORT - MIT KLA­REN An­sa­gen: Da­gur Si­gurds­son. Fo­to: dpa

Berlin. Da­gur Si­gurds­son geht im Ja­nu­ar in sein letz­tes Tur­nier als Trai­ner der deut­schen Hand­ball-Na­tio­nal­mann­schaft. Nach der WM in Frank­reich soll er Ja­pan auf die Olym­pi­schen Spie­le 2020 in Tokio vor­be­rei­ten. Im In­ter­view mit un­se­rem Mit­ar­bei­ter Nils Bas­tek spricht er über sei­ne Zie­le für die WM, die Qua­li­tät des ja­pa­ni­schen Teams und war­um es ihm schwer fällt, den DHB zu ver­las­sen. Herr Si­gurds­son, wird das WMTur­nier für Sie per­sön­lich ein be­son­de­res, weil es Ihr letz­tes mit der Mann­schaft wird?

Si­gurds­son: Ich bin kein Typ, der sol­che Din­ge groß dra­ma­ti­siert. Es wird schmerz­haft, die­se Mann­schaft zu ver­las­sen.

Ih­re Wahl, den DHB da­nach zu ver­las­sen, be­reu­en Sie nicht?

Si­gurds­son: Der Ab­schied wird schwer, auch weil die­se Mann­schaft ei­ne gro­ße Zu­kunft hat. Sie wird wahr­schein­lich in den nächs­ten Jah­ren auch Ti­tel ge­win­nen und dann ist es et­was bit­ter, dass man dann nicht da­bei ist. Sie wer­den von Is­land aus Ja­pans Team be­treu­en. Wä­re das nicht auch mit dem deut­schen Team mög­lich ge­we­sen?

Si­gurds­son: Oh­ne dass ich in De­tails ge­hen will, ist das mit Ja­pan die Lö­sung, die ich so am bes­ten ge­se­hen ha­be.

Wel­che Zie­le ha­ben Sie für die­se WM?

Si­gurds­son: Ich wür­de sehr ger­ne ei­ne bes­se­re Plat­zie­rung ha­ben als bei der letz­ten WM in Ka­tar 2015, da wa­ren wir Sieb­ter. Ich weiß, wenn wir in die Rich­tung kom­men, dann hät­ten wir auch für die letz­ten Run­den kei­ne schlech­ten Kar­ten.

Ih­re

Ti­tel­fa­vo­ri­ten?

Si­gurds­son: Dä­ne­mark, Spa­ni­en kommt zu­rück, auch die Kroa­ten sind stark. Aber ich glau­be, Frank­reich ist viel­leicht jetzt ge­mein­sam mit Dä­ne­mark der Top­fa­vo­rit.

Wel­che Chan­cen hat Deutsch­land?

Si­gurds­son: Ich glau­be, wir zäh­len schon zu die­sem Fa­vo­ri­ten­kreis. Spe­zi­ell, wenn man schaut, wie gut die letz­ten Tur­nie­re für uns ge­lau­fen sind.

Hen­drik Pe­keler und Chris­ti­an Dis­sin­ger sag­ten für die WM ab, weil ih­nen die Be­las­tung zu hoch ist. Soll­te es für ei­nen Pro­fi nicht das Größ­te sein, für sein Land zu spie­len?

Si­gurds­son: Ich kann ih­re Ab­sa­gen ver­ste­hen. Mei­ne Ge­ne­ra­ti­on hat­te we­ni­ger Be­las­tung, und die Ge­ne­ra­ti­on da­vor hat­te noch we­ni­ger, das ist ein­fach Fakt. Die­se Jungs wis­sen sel­ber, wie der Kör­per ist. Und wenn sie glau­ben, dass ihr Kör­per so ein Tur­nier nicht aus­hält, dann ist das so.

Was ma­chen Sie ei­gent­lich, um mal vom Hand­ball ab­zu­schal­ten?

Si­gurds­son: Im nor­ma­len Le­ben, wenn ich wirk­lich Zeit ha­be, ver­su­che ich, viel zu Hau­se zu blei­ben. Dann bin ich im­mer mal wie­der auf dem Fuß­ball­platz und schaue mei­nem Sohn zu, der bei Ten­nis Bo­rus­sia Berlin in der Ju­gend spielt. Und sonst ver­brin­ge ich viel Zeit da­heim mit der Fa­mi­lie, spie­le ein biss­chen Gi­tar­re – und gut ist.

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