Bi­ath­le­ten schwer ver­däch­tig

McLa­ren-Re­port be­las­tet 31 rus­si­sche Ski­jä­ger

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Os­lo/Moskau (dpa). Im rus­si­schen Do­ping-Skan­dal rückt Bi­ath­lon in den Fo­kus. Nach Ver­öf­fent­li­chung des McLa­ren-Re­ports der Welt-An­ti-Do­pingA­gen­tur Wa­da liegt dem Welt­ver­band IBU nach ei­ge­nen An­ga­ben ei­ne Lis­te mit ins­ge­samt 31 do­ping­ver­däch­ti­gen Rus­sen vor. Dar­un­ter sei­en auch heu­te noch ak­ti­ve Sport­ler, sag­te Ver­bands­chef An­ders Bes­se­berg. Die Lis­te stam­me von der Wa­da, die bei der Ver­öf­fent­li­chung ih­res Be­richts über staat­lich or­ga­ni­sier­tes Do­ping zu­nächst kei­ne Zah­len be­stimm­ter Sport­ar­ten ge­nannt hat­te. Mehr als 1 000 Sport­ler ins­ge­samt sind nach Wa­da-An­ga­ben zwi­schen 2011 und 2015 Teil ei­ner in­sti­tu­tio­nel­len Be­trugs­ma­schi­ne­rie ge­we­sen.

Der Welt­ver­band könn­te be­reits am 22. De­zem­ber ers­te Er­geb­nis­se prä­sen­tie­ren. Bis kurz vor Weih­nach­ten sol­le ei­ne Ex­per­ten­grup­pe aus fünf Na­tio­nen die 31 Fäl­le aus dem McLa­ren-Re­port prü­fen und dem IBU-Vor­stand Be­richt er­stat­ten, teil­te der Ver­band mit. Ent­schei­de sich die IBU da­für, Ath­le­ten zu sper­ren, sol­le das vor der ers­ten Welt­cup-Wo­che in Ober­hof An­fang Ja­nu­ar ge­sche­hen, sag­te Bes­se­berg der Zei­tung „Ver­dens Gang“. Au­ßer­dem könn­ten die Ju­nio­ren-WM im Fe­bru­ar und der Welt­cup im März aus Russ­land in an­de­re Län­der ver­legt wer­den, hieß es. An­ge­sichts der Do­ping-Ent­hül­lun­gen wa­ren den Rus­sen be­reits die Welt­meis­ter­schaf­ten 2017 im Bob und Ske­le­ton, die im Fe­bru­ar in Sot­schi statt­fin­den soll­te, ent­zo­gen wor­den. „Wir ge­hen da­von aus, dass auch an­de­re be­trof­fe­ne Welt­ver­bän­de ih­re in Russ­land ge­plan­ten Ver­an­stal­tun­gen über­den­ken“, sag­te DOSB-Vor­stands­chef Micha­el Ve­sper.

Trotz der von Wa­da-Che­f­er­mitt­ler Richard McLa­ren in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten pe­ni­bel zu­sam­men­ge­tra­ge­nen In­di­zi­en wei­sen die Rus­sen wei­ter al­le Vor­wür­fe von sich. Mi­nis­ter­prä­si­dent Dmi­tri Med­we­dew be­zeich­ne­te die An­schul­di­gung, der Staat und sei­ne Be­hör­den hät­ten an der Ver­tu­schung ent­schei­dend mit­ge­wirkt, als „völ­li­gen Blöd­sinn“. Es ha­be in Russ­land „selbst­ver­ständ­lich kein staat­lich ge­stütz­tes Do­ping-Sys­tem ge­ge­ben“.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.