„Span­nend und in­ten­siv“

En­gels­brand gibt mehr Geld aus als es ein­nimmt

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Tho­mas Kautz Ute Uih­lein Ar­tur Bef­fert Wolf­gang Reich

En­gels­brand (bh). „Die Haus­halts­pla­nung war span­nend und hat uns in­ten­siv be­schäf­tigt. Das Gre­mi­um hat ein ho­hes Maß an Sen­si­bi­li­tät ge­bil­det“, sag­te Tho­mas Kautz (Le­bens­wer­tes En­gels­brand) – Fotos: bh – in sei­ner Haus­halts­re­de. Wich­tig sei die Grün­dung ei­nes Fi­nanz­aus­schus­ses mit dem Ziel, die Haus­halts­struk­tur zu ver­bes­sern. Rich­tig sei es auch, das The­ma mit au­ßen­ste­hen­den Ex­per­ten zu be­spre­chen. Dies soll­te von Zeit zu Zeit wie­der­holt wer­den. Er­freu­lich sei, dass im Ver­wal­tungs­haus­halt ei­ne Zu­füh­rungs­ra­te er­wirt­schaf­tet wor­den sei.

Auch der Ver­mö­gens­haus­halt sei von in­ten­si­ven Dis­kus­sio­nen ge­prägt ge­we­sen. Ei­ni­ges sei der Ge­mein­de von au­ßen auf­er­legt wor­den, wie die Kos­ten für die Flücht­lings­un­ter­brin­gung und die Brand­schutz­maß­nah­men, an­de­re, wie bei­spiels­wei­se Un­ter­hal­tungs­maß­nah­men, kön­ne das Gre­mi­um be­ein­flus­sen.

Doch auch un­er­war­te­te Din­ge, wie die Ent­sor­gungs­kos­ten für die Bau­maß­nah­me Turm­stra­ße wür­den den Ver­mö­gens­haus­halt zu­sätz­lich be­las­ten. Kautz be­kräf­tig­te, man se­he trotz al­ler Schwie­rig­kei­ten po­si­tiv in die Zu­kunft.

Ute Uih­lein (CDU): „Auch in die­sem Jahr war es nicht leicht, ei­nen Haus­halts­plan mit den am dring­lichs­ten zu schul­tern­den Maß­nah­men auf­zu­stel­len. Zu ger­ne hät­ten wir den Mit­be­woh­nern der Ge­mein­de En­gels­brand den ei­nen oder an­de­ren Wunsch er­füllt, aber bei der Hö­he der ge­plan­ten In­ves­ti­tio­nen ist dies lei­der nicht mög­lich.“Eben­so sei in den nach­fol­gen­den Jah­ren mit stei­gen­den Aus­ga­ben zu rech­nen, die auch auf­grund ge­setz­li­cher Maß­ga­ben zu­neh­men und so­mit die Rück­la­gen der Ge­mein­de im­mer mehr schwin­den las­sen. Das Ziel soll­te hei­ßen, die Rück­la­gen­ent­nah­me zu re­du­zie­ren, so Uih­lein. An­ge­sichts der Pro­jek­te wie zen­tra­les Feu­er­wehr­ge­bäu­de, Orts­kern­sa­nie­rung in Salm­bach, Breit­band­ver­sor­gung in der Eich­berg­stra­ße in Grun­bach und Brand­schutz­maß­nah­men in der Grund­schu­le En­gels­brand sei der seit­he­ri­ge Kurs der Haus­halts­kon­so­li­die­rung, den die CDU-Frak­ti­on ger­ne fort­set­zen möch­te, in Zu­kunft nur noch schwer ein­zu­hal­ten. Ar­tur Bef­fert (SPD/BL): „Der Haus­halts­plan für 2017 ist auf ei­ner sehr vor­sich­ti­gen und so­li­den Pla­nung auf­ge­baut.“Dank gel­te da­für der Käm­me­rin Jea­net­te Flent­je für die gu­te Ar­beit. Durch die früh­zei­ti­ge Vor­la­ge hät­ten die Frak­tio­nen die Mög­lich­keit ge­habt, das Zah­len­werk in der Klau­sur­sit­zung durch­zu­ar­bei­ten. So sei durch sorg­fäl­ti­ge Prü­fung al­ler Aus­ga­ben und Ein­nah­men und durch Kür­zun­gen und Ver­schie­bun­gen nicht drin­gen­der Maß­nah­men ei­ne po­si­ti­ve Zu­füh­rung zum Ver­mö­gens­haus­halt er­reicht wor­den. Sor­ge be­rei­te­ten die ste­tig stei­gen­den Per­so­nal­aus­ga­ben. Um die In­ves­ti­tio­nen fi­nan­zie­ren zu kön­nen, müss­ten aus den Rück­la­gen 638 000 Eu­ro ent­nom­men und ein Kre­dit von 1,4 Mil­lio­nen Eu­ro auf­ge­nom­men wer­den. Das hei­ße im Kl­ar­text, dass die Ge­mein­de auch 2017 wie­der we­sent­lich mehr Geld aus­ge­be, als sie ein­neh­me. Über die noch an­ste­hen­den Maß­nah­men in der mit­tel­fris­ti­gen Fi­nanz­pla­nung müs­se ei­ne Dring­lich­keits­lis­te er­stellt wer­den.

Wolf­gang Reich (Grü­ne Lis­te): „Wir ha­ben um den Haus­halts­aus­gleich ge­kämpft und sind wie­der auf das al­te Re­zept ver­fal­len, neue Bau­ge­bie­te aus­zu­wei­sen und Grund­stü­cke zu ver­kau­fen, nach der The­se, Um­le­gung von Bau­land bringt Geld in die Ge­mein­de­kas­se.“Es sei aber frag­lich, ob die­se Rech­nung auf­ge­he. Zwar ha­be die Ge­mein­de ei­nen gu­ten So­ckel an Ge­wer­be­steu­er, aber der größ­te Ein­nah­me­bro­cken sei der An­teil der Ge­mein­de an der Ein­kom­men­steu­er. Wenn die Ein­woh­ner­zah­len zu­neh­men sol­len, müss­ten die vor­han­de­nen Flä­chen in­ten­si­ver ge­nutzt wer­den und es müss­te auch über zeit­ge­mä­ße Bau­for­men nach­ge­dacht wer­den, um mehr Wohn­raum mit we­ni­ger Flä­chen­ver­brauch zu ent­wi­ckeln. Ein gu­tes Bei­spiel für In­nen­ent­wick­lung sei das Bau­vor­ha­ben an der Eich­berg­stra­ße.

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