Vor­wür­fe ge­gen Grie­chen­land Mord­fall Frei­burg: De Mai­ziè­re for­dert bes­se­re Da­ten-Ver­net­zung

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Wolf­gang Voigt

Stutt­gart/Frei­burg/Berlin. Im Fall des Frei­bur­ger Se­xu­al­mords an ei­ner 19-jäh­ri­gen Stu­den­tin hat Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) den grie­chi­schen Be­hör­den Vor­wür­fe ge­macht. Er sprach von ei­nem „sehr är­ger­li­chen Vor­gang“und kün­dig­te ein­ge­hen­de Ge­sprä­che mit der grie­chi­schen Sei­te an. Ge­gen­über den BNN for­der­te Lan­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU) ein eu­ro­päi­sches Fahn­dungs- und ein eu­ro­päi­sches Straf­re­gis­ter. Je­der un­be­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Aus­län­der müs­se zwin­gend er­ken­nungs­dienst­lich be­han­delt wer­den.

Der mut­maß­li­che Tä­ter, ein an­geb­lich 17 Jah­re al­ter Af­gha­ne, war in Grie­chen­land zu zehn Jah­ren Haft ver­ur­teilt wor­den, nach­dem er ei­ne jun­ge Frau über­fal­len und fast ge­tö­tet hat­te. Ob­wohl der Mann nach sei­ner vor­zei­ti­gen Haft­ent­las­sung ge­gen Mel­de­auf­la­gen ver­sto­ßen hat­te, ver­zich­te­ten die grie­chi­schen Be­hör­den auf ei­nen in­ter­na­tio­na­len Haft­be­fehl. Dies war letzt­lich die Vor­aus­set­zung da­für, dass er un­be­hel­ligt nach Deutsch­land ein­rei­sen konn­te. In­nen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re for­der­te ei­ne bes­se­re Ver­knüp­fung eu­ro­päi­scher Da­ten­ban­ken. Wenn ei­ne in­ter­na­tio­na­le Fahn­dung ein­ge­lei­tet wor­den wä­re, wä­re der Ver­däch­ti­ge bei ei­ner Kon­trol­le durch die Si­cher­heits­be­hör­den auf­ge­fal­len, so der In­nen­mi­nis­ter über­zeugt.

Der Tü­bin­ger Ober­bür­ger­meis­ter Bo­ris Pal­mer (Grü­ne) for­der­te ei­ne bes­se­re Über­prü­fung des Al­ters von Flücht­lin­gen. Es ha­be sich längst her­um­ge­spro­chen, dass man die Pa­pie­re weg­wer­fen und als Al­ter 17 Jah­re an­ge­ben müs­se, um in Deutsch­land op­ti­ma­len Schutz zu er­hal­ten, teil­te er mit.

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