Die Luft­han­sa im Dau­er­stress

In Ta­rif­kon­flikt mit den Pi­lo­ten kommt Be­we­gung / Bei Toch­ter Eu­ro­wings gibt es neue Pro­ble­me

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Alex­an­der Sturm

Frankfurt/Main. Zwei Schrit­te vor, ei­nen zu­rück – so muss sich Luft­han­saChef Cars­ten Sp­ohr die­ser Ta­ge füh­len. Zwar kommt er im Ta­rif­kon­flikt mit der Pi­lo­ten­ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) vor­an. Bei­de Sei­ten wol­len nun über ei­nen Schlich­ter ei­ne Ei­ni­gung er­rei­chen. In dem seit Jah­ren an­hal­ten­den Dau­er­streit mit in­zwi­schen sa­ge und schrei­be 14 Strei­krun­den ist das ein Hoff­nungs­schim­mer.

Doch nun sorgt die nächs­te Bau­stel­le für Är­ger. Bei Eu­ro­wings ran­geln gleich

Der Na­me des Sch­lich­ters wird noch nicht ge­nannt

zwei Ge­werk­schaf­ten mit dem Un­ter­neh­men um ei­ne Lö­sung. Dort be­an­spru­chen Ver­di und die Un­ab­hän­gi­ge Flug­be­glei­ter Or­ga­ni­sa­ti­on (Ufo), die stär­ke­re Ge­werk­schaft zu sein. Zwar hat­te Ver­di jüngst ei­nen Ab­schluss mit Eu­ro­wings er­reicht. Doch mit dem ist Ufo nicht ein­ver­stan­den, man konn­te sich nicht auf ei­nen ein­heit­li­chen Ta­rif­ver­trag für rund 460 Flug­be­glei­ter bei Eu­ro­wings Deutsch­land ver­stän­di­gen, hieß es.

Nun droht der Streit nach den UfoS­treiks im Ok­to­ber er­neut zu es­ka­lie­ren. So rückt der Fort­schritt im Streit mit den 5 400 Luft­han­sa-Pi­lo­ten fast in den Hin­ter­grund. Da­bei wä­re ei­ne er­folg­rei­che Sch­lich­tung ein wich­ti­ges Si­gnal an Pas­sa­gie­re und Ak­tio­nä­re. Dort droht sich der Ein­druck fest­zu­set­zen, dass bei Luft­han­sa im­mer ir­gend­wo ge­streikt wird und kein Ur­laubs­flug und kei­ne Ge­schäfts­rei­se si­cher ist.

Das Ver­trau­en der Kun­den schwin­de, hat­te Vor­stand Har­ry Hoh­meis­ter jüngst ge­warnt. Die mit­tel­fris­ti­gen Bu­chungs­zah­len gin­gen zu­rück. Die Zeit drängt al­so. Bis En­de Ja­nu­ar soll nun ei­ne Ei­ni­gung über den Ver­gü­tungs­ta­rif­ver­trag her, zu dem es seit Jah­ren kei­ne Über­ein­kunft gibt. 2012 lief der Ver­trag aus, seit­her be­har­ken sich Pi­lo­ten und Luft­han­sa. Nun geht es in der Sch­lich­tung „nur“um Ver­gü­tungs­fra­gen.

An­de­re The­men wie die Über­gangs­ver­sor­gung oder Be­triebs­ren­ten kom­men nicht zur Spra­che. Ein VC-Spre­cher be­ton­te, mit der Kon­zen­tra­ti­on auf die Ge­häl­ter sei­en die Ver­hand­lun­gen nicht mehr so kom­pli­ziert. Der 31. Ja­nu­ar sei ein „durch­aus rea­lis­ti­scher Zei­t­raum“für ei­ne Lö­sung. Auch Luft­han­sa gibt sich zu­ver­sicht­lich. „Wir wol­len ei­nen lang­fris­ti­gen Ta­rif­frie­den er­rei­chen“, er­klärt Per­so­nal-Vor­stand Bet­ti­na Vol­kens.

Doch das Dau­er­rin­gen trifft Luft­han­sa zur Un­zeit. Auf der Langstre­cke set­zen ihr ara­bi­sche Air­lines zu und auf der Kurz­stre­cke im­mer mehr Bil­lig­flie­ger wie Rya­nair, Ea­sy­jet oder Nor­we­gi­an. Rya­nair will künf­tig gar von der Luft­han­sa-Hei­mat­ba­sis Frankfurt star­ten. Luft­han­sa-Chef Sp­ohr will da­her schnells­tens Eu­ro­wings aus­bau­en. Die Bil­lig­toch­ter ope­riert vor al­lem dank nied­ri­ge­rer Pi­lo­ten­ge­häl­ter mit ge­rin­ge­ren Kos­ten.

Foto: dpa

GE­HEN AN BORD: Im Ta­rif­kon­flikt zwi­schen Luft­han­sa und den Pi­lo­ten gibt es Hoff­nung. Die Par­tei­en ha­ben ei­nen Ver­mitt­ler an­ge­ru­fen, Streiks sind un­wahr­schein­lich. Doch nun könn­te der Streit um das Ka­bi­nen­per­so­nal bei der Toch­ter Eu­ro­wings es­ka­lie­ren.

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