Ra­san­ter Schlag­ab­tausch

Hof­fen­heim muss sich ge­gen zehn star­ke Dort­mun­der mit ei­nem 2:2 be­gnü­gen

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter To­bi­as Schäch­ter

Sins­heim. Manch­mal schü­ren Fuß­ball­spie­le im Vor­feld gro­ße Er­war­tun­gen, die dann schwer ent­täuscht wer­den. Am Frei­tag­abend aber hielt das Spit­zen­spiel zum Auf­takt des 15. Spiel­ta­ges der Fuß­ball-Bun­des­li­ga al­les, was das Auf­ein­an­der­tref­fen zwi­schen 1899 Hof­fen­heim und Bo­rus­sia Dort­mund vor dem An­pfiff ver­spro­chen hat­te: Of­fen­siv­spek­ta­kel, in­di­vi­du­el­le Klas­se, Ka­bi­nett­stück­chen, Span­nung und Dra­ma­tik. Am En­de trenn­ten sich die bei­den im­mer of­fen­si­ven Kon­tra­hen­ten nach ei­nem herr­li­chen Schlag­ab­tausch 2:2 (2:1). Hof­fen­heim bleibt da­mit wei­ter als ein­zi­ges Team der Li­ga un­ge­schla­gen, der BVB schaff­te nach dem Platz­ver­weis für Mar­co Reus (41.) im­mer­hin noch den Aus­gleich.

Nor­ma­ler­wei­se wür­de er Sven Ben­der nach lan­ger Ver­let­zungs­pau­se noch nicht auf­bie­ten, hat­te Tho­mas Tu­chel un­ter der Wo­che ge­sagt. Aber der Dort­mun­der hat der­zeit ei­ne Ver­letz­ten­lis­te fast in Mann­schafts­stär­ke. Und weil in So­kra­tis sein bes­ter In­nen­ver­tei­di­ger aus­ge­fal­len war, muss­te Ben­der in Hof­fen­heim ge­gen die star­ke TSG-Of­fen­si­ve mit Mit­tel­stür­mer San­dro Wa­gner und dem un­be­re­chen­ba­ren Mark Uth von Be­ginn an ran. Der ers­te Pflicht­spiel­ein­satz die­ser Sai­son ge­riet dann schnell zum De­ba­kel für Ben­der: Schon nach zwei Mi­nu­ten er­ziel­te Uth nach ei­nem lan­gen Pass von Ben­ja­min Hüb­ner das 1:0 für die Ba­de­ner, weil Ben­der sich in der Mit­te nicht rich­tig po­si­tio­niert hat­te, um den Ball ab­zu­lau­fen. Und in Mi­nu­te 20 schubs­te Wa­gner Ben­der leicht, be­vor er nach ei­nem Eck­ball und Kopf­ball­vor­la­ge von Hüb­ner den Ball zum 2:1 für 1899 ver­län­ger­te. Da­vor hat­te Ma­rio Göt­ze in der ra­san­ten An­fangs­pha­se den Aus­gleich für die Bo­rus­sia er­zielt (11.).

Ob­wohl die Bo­rus­sia vie­le Ver­letz­te zu be­kla­gen hat­te, konn­te Trai­ner Tu­chel auch in Hof­fen­heim in der Of­fen­si­ve mit Auba­meyang ganz vor­ne spie­len – und Pu­li­sic, Dem­be­le, Göt­ze und Reus da­hin­ter kom­plet­tier­ten ei­ne il­lus­tre An­grei­fer-Aus­wahl. Reus spiel­te al­ler­dings nur 41 Mi­nu­ten mit: Nach ei­nem um­strit­te­nen Foul am star­ken Hof­fen­hei­mer Mit­tel­feld­spie­ler Na­diem Ami­ri, der in die­ser Sze­ne Reus eben­falls hef­tig am Tri­kot zerr­te, zeig­te Schieds­rich­ter Ben­ja­min Brand dem Na­tio­nal­spie­ler die Gelb-Ro­te-Kar­te. Schon in der neun­ten Mi­nu­te hat­te Reus nach ei­nem Foul an Ni­k­las Sü­le die Gel­be Kar­te ge­se­hen.

Dort­mund blieb auch in Un­ter­zahl ge­fähr­lich und zeig­te in der 48. Mi­nu­te sei­ne gan­ze Klas­se: Wa­gner schoss aus drei Me­tern nur an den Pfos­ten und ver­pass­te so die Vor­ent­schei­dung für die TSG Glück für die Bo­rus­sia. Im di­rek­ten Ge­gen­zug schaff­te der BVB dann den Aus­gleich: Dem­belé zog un­auf­halt­sam da­von und be­dien­te Auba­meyang - und der Ga­bu­ner lupf­te den Ball klas­se über Hof­fen­heims Tor­wart Oli­ver Bau­mann zum 2:2-Aus­gleich und sei­nem 16, Sai­son­tor ins Tor. Dem­belé war mit sei­ner Schnel­lig­keit und sei­nem Spiel­witz der über­ra­gen­de Ak­teur auf dem Platz und von den Hof­fen­hei­mern nie zu kon­trol­lie­ren – bis zu sei­ner ver­let­zungs­be­ding­ten Aus­wechs­lung in der 67. Mi­nu­te.

Vor An­pfiff der Par­tie war durch­ge­si­ckert, dass Na­tio­nal­spie­ler Ju­li­an Weigl un­mit­tel­bar vor ei­ner Ver­trags­ver­län­ge­rung beim BVB steht. Die Un­ter­schrift ste­he kurz be­vor, be­rich­te­ten Me­di­en.

MIT KÖPF­CHEN: Hof­fen­heims San­dro Wa­gner trifft zum 2:1, zu­vor hat­te er sich im BVB-Straf­raum hand­fest Platz ver­schafft. Foto: dpa

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