Ar­chi­tek­tur­star An­do baut in Karls­ru­he

Ras­tat­ter Un­ter­neh­men Wei­sen­bur­ger plant gro­ßen Wurf für neue Zen­tra­le am Er­hard­bou­le­vard

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ru­pert Huste­de

Ta­dao An­do baut in Karls­ru­he. Was Bau­bür­ger­meis­ter Michael Obert be­stä­tigt, er­fuh­ren die BNN aus si­che­ren Qu­el­len. Der welt­be­rühm­te Star­ar­chi­tekt ent­wirft das Groß­pro­jekt der Bau­fir­ma Wei­sen­bur­ger an der Lud­wig-Er­hard-Al­lee. Das Ras­tat­ter Un­ter­neh­men plant, sei­ne Zen­tra­le an den Karls­ru­her Ein­fahrts­bou­le­vard zu ver­le­gen. Mit dem so preis­ge­krön­ten wie um­strit­te­nen Ja­pa­ner ist dem ba­di­schen Un­ter­neh­men und da­mit auch der Stadt Karls­ru­he das lan­ge als Ge­heim­nis ge­hü­te­te En­ga­ge­ment ei­nes Welt­stars der Ar­chi­tek­tur­mo­der­ne ge­lun­gen.

Seit dem Nie­der­län­der Rem Kool­haas vor 27 Jah­ren, des­sen 60 Me­ter ho­her ZKM-Wür­fel dann aus Kos­ten­grün­den doch nicht hin­ter dem Haupt­bahn­hof ver­wirk­licht wur­de, hat Karls­ru­he wohl kei­nen Ar­chi­tek­ten von sol­chem in­ter­na­tio­na­len Ruf ge­win­nen kön­nen. Mit ei­nem Ge­bäu­de von An­do kann Karls­ru­he mehr als mit je­dem an­de­ren Bau­pro­jekt der ver­gan­ge­nen 25 Jah­re in die Ar­chi­tek­tur­ge­schich­te ein­ge­hen. Er ver­spricht mehr in­ter­na­tio­na­le Re­pu­ta­ti­on als der Kat­zen­kin­der­gar­ten des To­mi Un­ge­rer in Wol­farts­wei­er oder die Badische Landesbibliothek von Os­wald Ma­ria Un­gers an der Erb­prin­zen­stra­ße. Zu­dem setzt An­do ei­nen neu­en Ak­zent am Er­hard­bou­le­vard, der Boom-Ave­nue der Fä­cher­stadt. Dort be­herr­schen bis­lang die vier Rie­gel­bau­ten wie Park Of­fice und Park To­wer so­wie die zwei ei­gen­wil­li­gen Bank­häu­ser die Sze­ne.

Nach BNN-In­for­ma­tio­nen hat sich ein Aus­schuss des Ge­mein­de­rats be­reits wohl­wol­lend mit dem Wei­sen­bur­gerPro­jekt be­schäf­tigt. Über­haupt sieht man bei Ta­dao An­do da­von ab, die sonst üb­li­che Mehr­fach­be­auf­tra­gung, al­so ei­nen Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb, für ein städ­te­bau­lich wich­ti­ges Neu­bau­pro­jekt vom Bau­herrn zu for­dern.

Ver­su­che, die Fir­ma Wei­sen­bur­ger ges­tern für ei­ne Stel­lung­nah­me zu ih­rem An­do-Pro­jekt zu ge­win­nen, schei­ter­ten. „Jetzt ist nicht der Zeit­punkt, an dem wir mit In­for­ma­tio­nen raus­kom­men“, sag­te Ge­schäfts­füh­rer Ni­co­lai Wei­sen­bur­ger. Erst An­fang 2017 will das Un­ter­neh­men von sich aus sein gro­ßes Vor­ha­ben der Öf­fent­lich­keit prä­sen­tie­ren. Wei­sen­bur­ger Bau ist ein mit­tel­stän­di­scher Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer im Süd­wes­ten, der be­son­ders im Woh­nungs­bau Pro­jek­te ent­wi­ckelt und rea­li­siert. Die 1955 ge­grün­de­te Fir­ma hat 300 Mit­ar­bei­ter und er­rich­tet nach ei­ge­nen An­ga­ben jähr­lich 1 600 Wohn­ein­hei­ten und 500 Rei­hen­häu­ser. Das Ge­schäfts­vo­lu­men be­trug 2015 240 Mil­lio­nen Eu­ro. In Karls­ru­he Süd­ost hat Wei­sen­bur­ger bei­spiels­wei­se 1 100 Wohn­ein­hei­ten hoch­ge­zo­gen.

„Es gibt noch kei­nen Bau­an­trag von Wei­sen­bur­ger, aber die Vor­be­rei­tun­gen da­zu lau­fen“, er­klärt Obert. „Wir ha­ben ers­te Ent­wür­fe ge­se­hen“, sagt er. Obert sieht dar­aus ein „sehr qua­li­täts­vol­les Ge­bäu­de“ent­ste­hen. „Es steht Karls­ru­he sehr gut an, ei­nen sol­chen Ar­chi­tek­ten in un­se­ren Mau­ern zu wis­sen“, meint Obert. Man müs­se da­bei der Fir­ma Wei­sen­bur­ger für ihr au­ßer­ge­wöhn­li­ches En­ga­ge­ment dan­ken.

Wei­sen­bur­ger sei mit der Stadt der­zeit stän­dig im Gespräch über An­dos Ent­wurf. „Da­bei wer­den Plä­ne vor­ge­legt“, be­stä­tigt Obert. Bei den Ab­stim­mun­gen ge­he es dar­um, wie An- dos Werk in den Be­bau­ungs­plan pas­se und wel­che Be­frei­un­gen mög­lich sei­en. „An­do ar­bei­tet per­sön­lich an den Plä­nen“, ver­si­chert der Bau­de­zer­nent.

Foto: jo­do

DER BAU­PLATZ für die Wei­sen­bur­ger-Zen­tra­le von Ta­dao An­do liegt auf der Nord­sei­te der Lud­wig-Er­hard-Al­lee. Bis 2020 wird das Stadt­en­tree auch auf die­ser Sei­te ge­fasst und die Lü­cke zur Loh­feld­sied­lung der Ost­stadt ge­schlos­sen.

Foto: dpa/lnw

EIN ECH­TER AN­DO ist der Bau der Lan­gen­feld-Foun­da­ti­on in Neuss. Das in die Na­tur ein­ge­bet­te­te Mu­se­um zeigt ja­pa­ni­sche Kunst.

Foto: Franck Robichon

TA­DAO AN­DO be­geis­tert welt­weit mit sei­ner Ar­chi­tek­tur. Der Ja­pa­ner wirbt für ei­nen Stil, der Ru­he schafft.

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