Stadt­ge­spräch

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE -

mit der De­bat­te um den Christ­kind­les­markt ver­bun­den. Und hier fängt das Pro­blem an. Na­tür­lich ist es in­ak­zep­ta­bel, wenn städ­ti­sche Mit­ar­bei­ter be­lei­digt wer­den. Sprich, der Zorn über städ­ti­sche Ent­schei­dun­gen in Sa­chen Christ­kind­les­markt darf nie so weit ge­hen, dass Men­schen be­schimpft wer­den. Hier hat sich of­fen­bar man­cher im Ton ver­grif­fen. Doch die Stadt hat ih­re Be­kennt­nis­se in die­ser Sa­che ver­bun­den mit ei­ner Art Selbst­ab­so­lu­ti­on.

Man ha­be al­les rich­tig ge­macht, so lau­tet er­neut die Aus­sa­ge des Bür­ger­meis­ter­amts, man ha­be so­gar vom Ver­wal­tungs­ge­richt recht be­kom­men. Of­fen­bar ver­hin­dert die be­rech­tig­te Em­pö­rung über in­ak­zep­ta­ble Be­lei­di­gun­gen jeg­li­chen Hauch von Selbst­kri­tik. Die Selbst­kri­tik könn­te sich ja bei­spiels­wei­se auf die Fra­ge er­stre­cken, ob man wirk­lich so na­iv war zu glau­ben, dass der Aus­schluss von zehn bis­her be­währ­ten Markt­be­schi­ckern kei­ne Re­ak­tio­nen, kei­nen Är­ger aus­löst? Oder ob die ta­ge­lan­ge Sprach­lo­sig­keit im Rat­haus die gan­ze De­bat­te und den ver­ständ­li­chen Un­mut der Bür­ger nicht erst so rich­tig be­feu­ert hat? Oder ob die Kri­tik des Schau­stel­ler­ver­ban­des ein­fach so vom Tisch zu wi­schen ist? Doch wie ge­sagt: Das fin­det al­les nicht statt. Statt­des­sen ver­bin­det man es mit ei­ner mo­ra­lisch auf­ge­la­de­nen und na­tür­lich rich­ti­gen De­bat­te über die dunk­len Sei­te des In­ter­net-Hy­pe, ge­gen die man gar nicht mehr ar­gu­men­tie­ren kann. Vi­el­leicht ei­ne ge­wis­se Tak­tik, aber das al­les löst das Pro­blem um den Christ­kind­les­markt nicht. Und ei­nes ist klar: Kri­tik, die die Gren­zen des An­stands ein­hält, ist selbst­ver­ständ­lich er­laubt, auch wenn sich die Stadt­ver­wal­tung hun­dert­mal im Recht sieht. Theo Wes­ter­mann

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