Wil­helm Gohl wird 90

Frü­he­rer Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ru­he fei­ert im Kreis der Fa­mi­lie

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Bir­ken­feld. Wil­helm Gohl fei­ert heu­te in Bir­ken­feld sei­nen 90. Ge­burts­tag im Kreis der Fa­mi­lie. Der frü­he­re Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ru­he wirk­te als Ju­rist auch in Pforz­heim.

Bir­ken­feld (bh). Heu­te fei­ert der frü­he­re Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Karls­ru­he, Wil­helm Gohl, sei­nen 90. Ge­burts­tag. Der pro­mo­vier­te Ju­rist war ei­ne prä­gen­de und bei­spiel­ge­ben­de Rich­ter­per­sön­lich­keit in der ba­den­würt­tem­ber­gi­schen und be­son­ders auch in der Pforz­hei­mer Jus­tiz. Gohl ist in Bir­ken­feld auf­ge­wach­sen, wo sei­ne El­tern ei­ne Ge­mü­se­gärt­ne­rei be­trie­ben ha­ben. Zur Ju­ris­te­rei ist er eher zu­fäl­lig ge­kom­men. Noch im letz­ten Kriegs­jahr, 1945, wur­de er als 17-Jäh­ri­ger ein­ge­zo­gen. Als er noch im sel­ben Jahr aus bri­ti­scher Ge­fan­gen­schaft zu­rück­kam, hol­te er das Abitur nach und woll­te ei­gent­lich in Karls­ru­he Volks­wirt­schaft stu­die­ren, tausch­te je­doch sei­nen Stu­di­en­platz mit ei­nem Ju­ris­ten in Frei­burg. Es sei ei­ne wun­der­ba­re Stu­di­en­zeit ge­we­sen, so Gohl. Re­fe­ren­dars­zeit, As­ses­sor bei der Staats­an­walt­schaft Pforz­heim, Schöf­fen­ge­richt, Zi­vil­rich­ter und Ju­gend­rich­ter und ab 1966 Vor­sit­zen­der der neu ge­grün­de­ten aus­wär­ti­gen Straf­kam­mer des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ru­he in Pforz­heim: Das wa­ren sei­ne be­ruf­li­chen Sta­tio­nen. 1982 wur­de er zum Prä­si­den­ten des OLG Karls­ru­he er­nannt. Nach der Wen­de hat Gohl auch beim Auf­bau des Ober­lan­des­ge­richts Dres­den mit­ge­wirkt. Das sei ei­ne sei­ner schöns­ten Auf­ga­ben ge­we­sen. Schon als As­ses­sor hat Gohl sein „Häus­le“in Bir­ken­feld ge­baut. Seit 64 Jah­ren ist der Ju­bi­lar ver­hei­ra­tet, das Ehe­paar hat ei­ne Toch­ter und drei En­kel­kin­der, von de­nen zwei auch Ju­ris­ten wer­den. Als Gohl vor 25 Jah­ren in den Ru­he­stand ging, wid­me­te er sich ganz der Fa­mi­lie. Gar­ten­ar­beit, Wan­dern und Ten­nis wa­ren sei­ne Hob­bies. „Ge­sund­heit­lich geht es mir or­dent­lich“, sagt der Ju­bi­lar, „ich füh­le mich sehr gut für mein Al­ter und al­le sa­gen, ich sei ein fit­ter Ker­le“. Seit

Der Bir­ken­fel­der kam eher zu­fäl­lig zur Ju­ris­te­rei

vier Jah­ren ist sei­ne Frau pfle­ge­be­dürf­tig. „Ich ha­be die sehr gro­ße und auch schö­ne Auf­ga­be, mei­ne Frau zu pfle­gen und bin da­her sehr ans Haus ge­bun­den“, sagt er. Des­halb kön­ne er lei­der kein Ten­nis mehr spie­len und auch die Gar­ten­ar­beit sei nur noch in be­schei­de­nem Rah­men mög­lich. Ob­wohl er sich nie­mals Ver­diens­te in der Kü­che er­wor­ben ha­be, ko­che er manch­mal und be­sor­ge auch die Ein­käu­fe. Der Ge­burts­tag wird im Kreis der Fa­mi­lie ge­fei­ert.

EI­NE PRÄ­GEN­DE Rich­ter­per­sön­lich­keit: Wil­helm Gohl. Foto: Hel­big

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