Kampf dem Hass im In­ter­net

Mo­sche­en­ver­band Ditib schult Ju­gend­li­che

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Phil­ipp Rohn

Bei ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on im PZFo­rum stell­te der Ditib Lan­des­ju­gend­ver­band Ba­den ges­tern sein Pro­jekt Hash­tag Re­loa­ded vor. In über 65 Ge­mein­den von Bad Sä­ckin­gen bis Wein­heim sol­len da­bei ju­gend­li­che Mus­li­me ge­gen Ex­tre­mis­mus und Hass­re­den im In­ter­net ge­schult wer­den. Un­ter­stützt wird das Pro­jekt von der Bun­des­zen­tra­le für po­li­ti­sche Bil­dung (Bpb) und der Fach­stel­le für Ex­tre­mis­mus­dis­tan­zie­rung (Fex).

„Die För­de­rung sol­cher Pro­jek­te wird der Ra­di­ka­li­sie­rung jun­ger Men­schen lang­fris­tig den Bo­den ent­zie­hen“, sag­te der Spre­cher der Pforz­hei­mer Ditib Mo­schee, Ha­lil Sa­hin. Ak­ti­ve und en­ga­gier­te Ju­gend­li­che sol­len sich da­durch grenz­über­grei­fend ge­gen „Ha­teSpeech“zu­sam­men­schlie­ßen.

„Es gibt drei Mög­lich­kei­ten auf Hass­re­de im In­ter­net zu re­agie­ren“, er­klär­te ei­ne Work­sh­opteil­neh­me­rin. „Dis­ku­tie­ren, mo­de­rie­ren oder iro­ni­sie­ren.“Wich­tig sei es, vor al­lem bei öf­fent­li­chen Hass­bei­trä­gen, den Ur­he­ber zu kon­fron­tie­ren. Mit be­son­ne­ner Ge­gen­re­de lie­ßen sich ex­tre­mis­ti­sche, ras­sis­ti­sche und men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gi­en bloß­stel­len. Sie zu igno­rie­ren sei höchs­tens bei per­sön­li­chen Be­lei­di­gun­gen sinn­voll.

Die Work­shops zie­len dar­auf ab, den Ju­gend­li­chen Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen, so­wie De­bat­tier­tech­ni­ken bei­zu­brin­gen. Da­mit sol­len sie un­ter an­de­rem rechts­ex­tre­me, an­ti­se­mi­ti­sche und is­la­mis­ti­sche Has­sauf­ru­fe in so­zia­len Netz­wer­ken kon­tern kön­nen. Der Is­lam­leh­rer Mahmoud Ab­dul­lah zeig­te am Bei­spiel letz­te­rer, wie fehl ge­deu­ten­den Pas­sa­gen des Koran und Hass­rhe­to­rik ge­nutzt wer­den, um jun­ge Mus­li­me im In­ter­net zu ra­di­ka­li­sie­ren.

„Eben­falls sind wir dar­auf ein­ge­gan­gen, wie man Fa­ke-Meldungen und Ho­a­xes ent­lar­ven kann“, sag­te Work­shopLei­te­rin Son­ja Groß­hans.

Wäh­rend der Po­di­ums­dis­kus­si­on mit Mu­rat Kay­man vom Ditib Lan­ders­ver­band, Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sa­rin Andrea Glück aus Lud­wigs­burg, Ar­min Lan­ger von der Sa­laam-Scha­lom Initia­ti­ve so­wie dem Jour­na­lis­ten und Buch­au­tor Eren Gü­ver­cin, wur­de auf die Be­deu­tung des In­ter­nets als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel ein­ge­gan­gen. Die Mo­de­ra­ti­on über­nahm Ma­thieu Co­que­lin von Fex. Jun­gen Men­schen die Kom­pe­tenz im Um­gang mit die­sem Me­di­um zu ver­mit­teln, sei ent­schei­dend, um Hass im Netz ef­fek­tiv zu be­kämp­fen, re­sü­mier­ten die Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer.

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