Dau­men run­ter für teu­re­res Schu­les­sen

Ers­te Sit­zung des neu­en Ju­gend­ge­mein­de­ra­tes / Do­mi­nanz von JU und Schü­ler­uni­on

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Jür­gen Pe­che

Nach ei­ner be­mer­kens­wer­ten Auf­takt­sit­zung des neu­en Ju­gend­ge­mein­de­rats, bei der sich deut­lich die Do­mi­nanz der Frak­ti­on von Jun­ger Uni­on und Schü­ler­uni­on of­fen­bar­te, ist bei der zwei­ten Sit­zung am Don­ners­tag­abend Nor­ma­li­tät ein­ge­zo­gen. Das zeig­te sich in der Be­set­zung, als auch in ei­ner Pro­test­hal­tung ge­gen ei­ni­ge Spar­vor­ha­ben der Ve­r­al­tung im Zu­ge der Haus­halts­si­che­rung. So wur­de die ge­plan­te Kür­zung der Zu­schüs­se an kul­tu­rel­le Trä­ger bei drei Ent­hal­tun­gen ab­ge­lehnt, ob­wohl ei­ne ge­wis­se Ein­sicht herrsch­te, dass durch Ko­ope­ra­tio­nen wie zwi­schen Ju­gend­mu­sik­schu­le und Süd­west­deut­schem Kam­mer­or­ches­ter Sy­ner­gie­ef­fek­te ge­ho­ben wer­den kön­nen.

Den Dau­men senk­te der po­li­ti­sche Nach­wuchs noch deut­li­cher bei der Ab­sicht, die Ent­gel­te für das Mit­tag­es­sen in den städ­ti­schen Kin­der­ta­ges­stät­ten, beim Hort an der Schu­le und den Ganz­tags­schu­len zu er­hö­hen. Wie der Vor­sit­zen­de des Gre­mi­ums, Markus Fi­scher, be­fürch­tet, wür­den bei ei­ner Preis­er­hö­hung ver­stärkt Schü­ler vom Schu­les­sen ab­sprin­gen und lie­ber in der Stadt es­sen ge­hen, wo es mög­li­cher­wei­se bil­li­ger und bes­ser ist. Bis auf ei­ne Ent­hal­tung lehn­ten die Mit­glie­der des Ju­gend­ge­mein­de­rats ei­ne Er­hö­hung ab. Gar ein­stim­mig vo­tier­ten die Ju­gend­stadt­rä­te ge­gen die Stei­ge­rung der Se­mes­ter­ge­büh­ren an den Pforz­hei­mer Fach- und Meis­ter­schu­len. Vor­sit­zen­der Fi­scher: „Das be­deu­tet ei­ne Schwä­chung der Fach­schu­len durch den Ver­lust an At­trak­ti­vi­tät, und ist nicht sinn­voll.“Auch Lu­kas Kres­ser legt Wert dar­auf, dass die Fach- und Meis­ter­aus­bil­dun­gen „ih­re At­trak­ti­vi­tät be­wah­ren“Al­les an­de­re sei auch nicht im Sin­ne des Mas­ter­plans. Die Be­grün­dung ei­ne An­pas­sung an den Ver­brau­cher­preis­in­dex be­trach­tet Kres­ser als un­pas­send: „Bil­dung ist kei­ne Wa­re“.

Ge­bil­ligt wur­de vom Ju­gend­ge­mein­de­rat hin­ge­gen die Er­hö­hung der Miet­prei­se für Schul­räu­me, die Stär­kung des Stadt­ju­gend­rings und die Kür­zung der Mit­tel für das Bür­ger­haus Bu­cken­ber­gHaidach um 31 000 Eu­ro, die noch ver­kraft­bar sei, so der Vor­sit­zen­de Fi­scher.

Zur An­pas­sung der Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten auch für Berufsschüler sag­te der Rat ja, wie auch zur Sa­nie­rung der Gold­schmie­de­schu­le. Ins­ge­samt litt die Sit­zung un­ter ei­ner ge­wis­sen Dis­kus­si­ons­mü­dig­keit, da­für üb­ten sich die Ju­gend­ge­mein­de­rä­te im Vor­trag zum In­halt der ein­zel­nen Ta­ges­ord­nungs­punk­te.

Ins­ge­samt will sich der Ju­gend­ge­mein­de­rat an der Gestal­tung ei­ner der neu­en Bild­ta­feln zum 23. Fe­bru­ar un­ter dem Ti­tel „Ler­nen aus der Ge­schich­te“, be­tei­li­gen. Wie der Ju­gend­ge­mein­de­rat Pforz­heim ar­bei­tet, das un­ter­such­te bei der Sit­zung am Don­ners­tag auch ei­ne Stu­dent der Po­li­tik­wis­sen­schaf­ten der Uni Hei­del­berg, der lan­des­weit sol­che Gre­mi­en ana­ly­siert.

Der Ju­gend­ge­mein­de­rat will aus Mit­teln des ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den Ju­gend­fonds zwei Pro­jek­te der Orts­grup­pe Pforz­heim der Ver­ei­ni­gung „Jun­ge Eu­ro­päi­sche Fö­de­ra­lis­ten“(JEF) un­ter­stüt­zen, die sich mit EU und po­li­ti­scher Bil­dung be­fasst. Bei den Pro­jek­ten geht es um den zu­neh­men­den Po­pu­lis­mus ge­gen die EU und um Fra­gen der Mi­gra­ti­on. Ge­mäß ih­rer Sat­zung ist die JEF über­par­tei­lich eu­ro­pa­po­li­tisch ak­tiv. Sie tritt für ei­ne po­li­ti­sche In­te­gra­ti­on Eu­ro­pas auf­grund von de­mo­kra­tisch le­gi­ti­mier­ten Struk­tu­ren ein. Da­bei tritt die JEF für ei­ne Be­to­nung des Sub­si­dia­ri­täts­prin­zips als Form der fö­de­ra­len Kom­pe­tenz­ver­tei­lung ein. Ein wei­te­rer Kern­punkt ist die For­de­rung nach ei­ner frei­en, ge­rech­ten und in­te­grier­ten eu­ro­päi­schen Ge­sell­schaft.

Kres­ser: „Bil­dung ist kei­ne Wa­re“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.