Woll­nys ge­hen in Ru­he­stand

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Ei­sin­gen (msch). „Ein Haus wird durch Gar­di­nen erst schön.“Das ist das Cre­do von Ka­rin und Klaus Woll­ny aus Ei­sin­gen. Seit ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert ha­ben die Ehe­leu­te mit ih­rem „Woll­ny Vor­hang­schie­nen­und Gar­di­ne­n­ate­lier“da­für ge­sorgt, dass die Häu­ser und Woh­nun­gen ih­rer Kun­den zu schmu­cken und ge­müt­li­chen Heim­stät­ten wur­den. Jetzt geht die­se Ära zu En­de: Zum Jah­res­wech­sel wer­den die Woll­nys aus Al­ters­grün­den ihr Ate­lier schlie­ßen. Al­ler­dings wer­den bei­de wohl noch fast bis Os­tern 2017 voll be­schäf­tigt sein, um al­le Auf­trä­ge ab­zu­ar­bei­ten.

An­sons­ten wird es mit dem Ru­he­stand wohl nichts. Denn der Ab­schied von ih­ren Kun­den, zu de­nen sich im Lau­fe der Jah­re mit­un­ter auch freund­schaft­li­che Be­zie­hun­gen ent­wi­ckel­ten, fällt Ka­rin und Klaus Woll­ny oh­ne­hin al­les an­de­re als leicht. „Wir ha­ben Freu­de an un­se­rer Ar­beit“, sa­gen sie. Zen­tral sei da­bei die fach­män­ni­sche Be­ra­tung der Kun­den. Die ging bei den Woll­nys über die um­fas­sen­de Kennt­nis al­ler Ma­te­ria­li­en und Tech­ni­ken

Nach 50 Jah­ren schließt Gar­di­ne­n­ate­lier

weit hin­aus. „Gar­di­nen müs­sen zu al­lem pas­sen – zu den Mö­beln, zu wei­te­ren Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­den, zu den Fens­tern“, sagt Ka­rin Woll­ny. Ein si­che­rer Sinn für das Ge­schmack­vol­le und die Fä­hig­keit zu kla­ren Ur­tei­len sind da­bei von­nö­ten. „Man muss auch ein­mal sa­gen kön­nen: Das geht nicht.“Am En­de ent­schei­dend ist je­doch stets der Kun­den­wunsch.

Auch ein gro­ßes Ho­tel in Lu­ga­no zähl­te zu ih­ren lang­jäh­ri­gen Kun­den. Auf Fach­mes­sen von Mailand bis Pa­ris ha­ben sich Ka­rin und Klaus Woll­ny über neue Ent­wick­lun­gen in­for­miert. Aber auch Mö­be­lund an­de­re Ein­rich­tungs­mes­sen wur­den von ih­nen re­gel­mä­ßig be­sucht. „Da Gar­di­nen mit al­lem an­de­ren im Haus zu­sam­men­spie­len, war es uns wich­tig, auch hier al­le wich­ti­gen Trends früh­zei­tig mit­zu­be­kom­men“, sagt Klaus Woll­ny, der aus Stolp­mün­de in Pom­mern stammt. Dort hat­te schon seit Va­ter Gus­tav vor dem Zwei­ten Welt­krieg ein Fach­ge­schäft für Tex­ti­li­en und Ba­de­mo­den. Ih­re be­ruf­li­che Aus­bil­dung er­fuh­ren Ka­rin und Klaus Woll­ny bei re­nom­mier­ten Stutt­gar­ter Fach­ge­schäf­ten. Vor 50 Jah­ren grün­de­ten die Ehe­leu­te ihr heu­ti­ges Ge­schäft in der Wal­ter­stra­ße in Kie­sel­bronn, im Hau­se der El­tern von Ka­rin Woll­ny. Schnell stell­te sich der Er­folg ein, und die Rä­um­lich­kei­ten wur­den zu klein. 1973 er­folg­te der Um­zug ins neu er­rich­te­te Haus in der Knie­bis­stra­ße in Ei­sin­gen, wo sich das groß­räu­mi­ge Gar­di­ne­n­ate­lier seit­her be­fand.

FREU­DE an ih­rem Be­ruf hat­ten Ka­rin und Klaus Woll­ny. Foto: msch

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.