Ge­wür­ze ver­trei­ben die Käl­te

Pforzheimer Kurier - - VERBRAUCHER-REPORT -

Tan­ja Du­sy muss nicht lan­ge nach­den­ken, wenn man sie nach ih­rer Lieb­lings­zu­tat für ei­nen Win­ter­s­moot­hie fragt. „Rot­kohl ist mein Fa­vo­rit“, sagt die Au­to­rin des Bu­ches „Smoot­hies im Win­ter“. Er bringt Far­be ins Spiel und ist ge­sund. Du­sy be­schäf­tigt sich seit 15 Jah­ren mit Er­näh­rung, sie weiß auch Ge­mü­se wie Rot­kohl in Sze­ne zu set­zen. „Man muss da ein biss­chen ex­pe­ri­men­tie­ren“, sagt sie. Es ge­he im­mer dar­um, ein Gleich­ge­wicht zwi­schen den Zu­ta­ten zu schaf­fen. Beim Rot­kohl muss dem Her­ben, Bit­te­ren et­was ent­ge­gen­ge­setzt wer­den. Du­sy gibt oft Ana­nas, Zimt und Nel­ken da­zu. Zum Schluss wirft sie noch ein paar Cr­an­ber­rys oder Aro­nia­bee­ren in den Mi­xer. „Das wird dann ei­ne cre­mi­ge Mischung mit viel Vit­amin C.“

Auch für Burk­hard Hi­ckisch, der meh- re­re Bü­cher zu grü­nen Smoot­hies ge­schrie­ben hat, sind Kohl­sor­ten im Win­ter die ers­te Wahl. „Grün­kohl zum Bei­spiel hat drei­mal so viel Vit­amin C wie vie­le Zi­trus­früch­te“, sagt Hi­ckisch. Smoot­hieLieb­ha­ber kön­nen im Win­ter ne­ben Wir­sing und Ro­sen­kohl auch zu Brok­ko­li grei­fen. Und wer das Ge­mü­se zur Ab­wechs­lung ein­mal nicht auf dem Tel­ler, son­dern aus dem Mi­xer ver­zehrt, macht es so­gar dop­pelt rich­tig. „Wenn die Zu­ta­ten ge­kocht wer­den, ent­hal­ten sie beim Trin­ken noch all ih­re ge­sun­den In­halts­stof­fe“, sagt Hi­ckisch.

Klar: Ein grü­ner Smoot­hie al­lein aus Ge­mü­se schmeckt nicht je­dem. Im Win­ter emp­feh­len die Pro­fis vor al­lem Äp­fel zum Da­zu­mi­schen. Ba­na­nen ma­chen den Mix cre­mig. Al­ler­dings soll­te der Ge­mü­se­an­teil Du­sy zu­fol­ge im­mer hö­her sein als der Ob­st­an­teil. „Das re­du­ziert zum ei­nen den Frucht­zu­cker, den man über den Smoot­hie auf­nimmt“, sagt sie. Au­ßer­dem mach­ten die im Ge­mü­se ent­hal­te­nen Bal­last­stof­fe wirk­lich satt. „Das ist dann je­des Mal wie ei­ne klei­ne Mahl­zeit.“

Wäh­rend das An­ge­bot an hei­mi­schen Früch­ten im Win­ter eher mau ist, gibt es von den Ge­mü­se­sor­ten reich­lich. Tan­ja Du­sy emp­fiehlt Wur­zel­ge­mü­se, wie To­pi- nam­bur, Wur­zel­pe­ter­si­lie und Ro­te Be­te. „Das klingt un­üb­lich, schmeckt aber su­per“, sagt sie. Ihr Ge­heim­tipp sind Pas­ti­na­ken. „Die ha­ben ei­nen süß­li­chen Ge­schmack und sind per­fekt für Smoot­hies.“Es spricht frei­lich nichts da­ge­gen, auch im Win­ter Tief­kühl-Früch­te in Smoot­hies zu mi­schen.

Al­len, die es bei un­ge­müt­li­chen Au­ßen­tem­pe­ra­tu­ren lie­ber et­was wär­mer ha­ben, emp­fiehlt Tan­ja Du­sy, die Zu­ta­ten lie­ber mit hei­ßem Was­ser oder hei­ßer Milch zu mi­schen. „Sehr gut schmeckt es auch, wenn Äp­fel wie Ap­fel­kom­pott ge­kocht und dann noch heiß mit den üb­ri­gen Zu­ta­ten ver­mischt und di­rekt ge­trun­ken wer­den.“Burk­hard Hi­ckisch warnt al­ler­dings da­vor, zu war­me Flüs­sig­kei­ten zu ver­wen­den. Das Was­ser soll­te nicht wär­mer als 42 Grad Cel­si­us sein, weil sonst Vit­ami­ne ver­lo­ren ge­hen könn­ten. Hi­ckisch rät aber eher zu von in­nen wär­nicht men­den Zu­ta­ten – al­len vor­an Ing­wer. „Der wärmt nicht nur, son­dern ist auch ei­ne Vi­tal­stoff­bom­be mit viel Vit­amin C.“Ge­wür­ze wie Zimt, Va­nil­le, Mus­kat, Küm­mel, Chi­li, Pi­ment und Kar­da­mom sor­gen eben­falls für Feu­er im In­ne­ren. Und für al­le Frost­beu­len hat Hi­ckisch noch ei­nen be­son­de­ren Tipp: „Zi­trus­früch­te küh­len den Kör­per aus, auf die al­so bes­ser ver­zich­ten.“

Bei al­len Vor­tei­len, die ein Smoot­hie zu bie­ten hat: Es ist nicht rat­sam, im Win­ter mehr da­von zu­zu­be­rei­ten oder so­gar die ge­sam­te Ta­ges­men­ge Ge­mü­se und Obst zu trin­ken statt zu es­sen. „Die fünf Por­tio­nen Obst und Ge­mü­se, die wir täg­lich zu uns neh­men soll­ten, dür­fen wir nur ab und zu durch Smoot­hies er­set­zen“, sagt die Er­näh­rungs­wis­sen­schaft­le­rin Ga­b­rie­le Kauf­mann vom Ver­brau­cher­infor­ma­ti­ons­dienst aid. Selbst ein ge­ra­de zu­be­rei­te­ter Smoot­hie kön­ne nicht mit fri­schem Obst und Ge­mü­se gleich­ge­setzt wer­den. Auch die Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung emp­fiehlt, den Obst- und Ge­mü­se­be­darf nur ge­le­gent­lich durch Smoot­hies zu de­cken. Das liegt zum ei­nen dar­an, dass man durch Kau­en schnel­ler satt wird und bes­ser schme­cken kann. Zum an­de­ren wer­den Stof­fe mit Hil­fe des Spei­chels im Mund vor­ver­daut und sind leich­ter be­kömm­lich.

Wer sei­nen Smoot­hie di­cker zu­be­rei­tet und löf­felt, be­hält ihn län­ger im Mund und macht es sei­nem Ver­dau­ungs­trakt so leich­ter. Auch wenn es wich­tig ist, Ge­mü­se und Obst hin und wie­der auch ein­mal zu kau­en – Smoot­hies kön­nen ge­ra­de im Win­ter da­zu bei­tra­gen, über­haupt ge­nug da­von zu es­sen. Da­mit al­le Bal­last­stof­fe und Vit­ami­ne auch mit im Glas lan­den, soll­ten die Zu­ta­ten un­be­dingt un­ge­schält blei­ben – so­gar der wär­men­de Ing­wer, wie Burk­hard Hi­ckisch be­tont. „Den schnei­det man ab bes­ten mit Scha­le von der fri­schen Knol­le ab.“De­ni­se Pei­kert

Ing­wer und Zimt wär­men von In­nen

AUS­BA­LAN­CIERT: Der bit­te­re Ge­schmack des Rot­kohls wird durch die Sü­ße der Ana­nas aus­ge­gli­chen. Au­ßer­dem run­den Cr­an­ber­rys, Aro­nia­bee­ren, Zimt und Nel­ken den Ge­schmack ab. Fotos: EMF / Klaus-Ma­ria Ein­wan­ger

SÜSS UND WÄR­MEND: Hei­mi­sches Win­ter­ge­mü­se wie Pas­ti­na­ke und Ka­rot­te wer­den er­gänzt mit Ha­sel­nüs­sen, Ba­na­ne, Zimt und Ing­wer für die­sen cre­mi­gen und hel­len Smoot­hie.

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