Kal­ku­lier­te Rüh­rung

Pforzheimer Kurier - - FERNSEHEN AM SAMSTAG -

„Klei­ne gro­ße Stim­me“(Bay­ern, 20.15 Uhr): Ein dun­kel­häu­ti­ges Wai­sen­kind ist im Nach­kriegs-Ös­ter­reich auf der Su­che nach sei­nem Va­ter, ei­nem ver­schol­le­nen GI. Da­bei lan­det der zehn­jäh­ri­ge Be­ne­dikt (Wa­in­de Wa­ne) bei den Wie­ner Sän­ger­kna­ben. De­ren jü­di­schem Ka­pell­meis­ter Max (Da­vid Rott) war die en­gels­glei­che Stim­me des Bu­ben auf­ge­fal­len. Zwi­schen Max’ Va­ter (Karl Mer­katz), ei­nem Auschwitz-Über­le­ben­den, und Be­ne­dikt ent­steht ei­ne en­ge Bin­dung. Den­noch wird das Le­ben des Jun­gen nicht ein­fa­cher. Im Um­feld der Sän­ger­kna­ben ist der Ras­sis­mus zehn Jah­re nach Ent­na­zi­fi­zie­rungs­be­ginn im­mer noch groß. Und auch der Kon­kur­renz­kampf un­ter den Kin­dern ist nicht von Pap­pe.

Der Fern­seh­film „Klei­ne gro­ße Stim­me“(2015, Re­gie: Wolf­gang Murn­ber­ger) ist ein trä­nen­zie­hen­des His­to­ri­en­dra­ma, das kei­ne Angst da­vor hat, den schma­len Grat zum Kitsch zu be­wan­dern. Zwar ge­ben sich die gu­ten Schau­spie­ler al­le Mü­he, den et­was zu ge­schlif­fe­nen Dia­lo­gen Le­ben ein­zu­hau­chen, auch die Aus­stat­tung ist stim­mig, den­noch bleibt ob kal­ku­lier­ter Trä­nen­drü­sen­mo­men­te ein kleb­ri­ges Ge­fühl zu­rück. Das Dra­ma ist eher alt­mo­di­sches Aus­stat­tungs­fern­se­hen. tsch

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