Mord­fall Frei­burg: „Kein Zu­griff auf Da­ten“

Kri­tik der Po­li­zei­ge­werk­schaft / At­hen si­chert Hil­fe zu

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Frei­burg/Ber­lin/At­hen (dpa/AFP). Der Fall des mut­maß­li­chen Se­xu­al­mör­ders von Frei­burg, der als Flücht­ling nach Deutsch­land ge­kom­men war, ruft im­mer mehr Kri­tik an der Po­li­tik her­vor. Die Ge­werk­schaft der Po­li­zei be­klag­te, dass die deut­schen Be­hör­den nur ei­nen un­zu­rei­chen­den Zu­griff auf eu­ro­päi­sche Flücht­lings­da­ten­ban­ken hät­ten. Der Flücht­ling, der zu­vor in Grie­chen­land war, soll in Frei­burg ei­ne 19-jäh­ri­ge Stu­den­tin ver­ge­wal­tigt und um­ge­bracht ha­ben. Der Va­ter ei­ner jun­gen Grie­chin, die von dem Tat­ver­däch­ti­gen be­reits 2013 über­fal­len und schwer ver­letzt wur­de, zeig­te sich fas­sungs­los. Er kri­ti­sier­te, dass der Mann trotz ei­ner Ver­ur­tei­lung zu zehn Jah­ren Haft von der grie­chi­schen Jus­tiz im Zu­ge ei­ner Am­nes­tie frei­ge­las­sen wur­de – und sich nach Deutsch­land ab­set­zen konn­te.

Sei­ne heu­te 23 Jah­re al­te Toch­ter lei­de noch im­mer an den Fol­gen des Raub­über­falls, sag­te Pan­te­lis Chai­dos der grie­chi­schen Bou­le­var­dzei­tung „Re­al News“. Laut Ur­teil hat­te Hus­sein K. 2013 auf der In­sel Kor­fu ver­sucht, der jun­gen Frau die Ta­sche zu ent­rei­ßen. Dann stieß er sie ei­ne Steil­küs­te hin­un­ter. Die Fa­mi­lie ha­be an­ge­nom­men, der Tä­ter be­fin­de sich wei­ter in Haft, sag­te der Va­ter.

Der Mann, der an­gibt, aus Af­gha­nis­tan zu kom­men, war nach der Tat in Grie­chen­land ver­ur­teilt, aber im Ok­to­ber 2015 un­ter Auf­la­gen frei­ge­las­sen wor­den. Im No­vem­ber des­sel­ben Jah­res ge­lang­te er nach Deutsch­land. „Der tra­gi­sche Se­xu­al­mord in Frei­burg zeigt er­neut, dass die eu­ro­päi­schen Da­ten­ban­ken und die Si­cher­heits­be­hör­den nicht den heu­ti­gen po­li­zei­li­chen An­for­de­run­gen ent­spre­chen“, kri­ti­sier­te der GdP-Vor­sit­zen­de in der Bun­des­po­li­zei, Jörg Ra­dek. Die Frei­bur­ger Bun­des­po­li­zei ha­be kei­ne Chan­ce ge­habt, aus den eu­ro­päi­schen Da­ten­ban­ken In­for­ma­tio­nen zu Hus­sein K. zu er­hal­ten. Ber­lin und At­hen ha­ben un­ter­des­sen ei­nen bes­se­ren Da­ten­aus­tausch ver­ein­bart. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ha­be das The­ma bei ei­nem Tref­fen mit Grie­chen­lands Mi­nis­ter­prä­si­dent Al­exis Tsi­pras zur Spra­che ge­bracht, be­stä­tig­te ein Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums. At­hen wol­le den deut­schen Si­cher­heits­be­hör­den „ei­ne er­heb­li­che An­zahl per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten“über­mit­teln.

Va­ter des grie­chi­schen Op­fers mel­det sich zu Wort

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