Fa­mi­li­en­krach bei Al­di Nord es­ka­liert

Nach dem Tod des Grün­der-Sohns Bert­hold Al­brecht ent­brennt ein Kampf um die Macht

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Erich Rei­mann

Es­sen. Der Fa­mi­li­en­streit bei Al­di Nord es­ka­liert: Jetzt macht der Sohn des Al­di-Nord-Grün­ders, Theo Al­brecht ju­ni­or, der Ehe­frau sei­nes 2012 ge­stor­be­nen Bru­ders Bert­hold schwe­re Vor­wür­fe. Der Ruf sei­nes Bru­ders wer­de von ihr „in un­er­träg­li­cher Art und Wei­se“be­schmutzt, sag­te der Un­ter­neh­mer der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. De­ren An­walt gab die Vor­wür­fe post­wen­dend zu­rück. Aus­lö­ser war jüngst ein Bericht der „Bild am Sonn­tag“, wo­nach Bert­holds Ehe­frau Ba­bet­te Al­brecht ei­ne Er­klä­rung für das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig ab­gab. Ihr Mann sei auf­grund ei­ner Er­kran­kung nicht ge­schäfts­fä­hig ge­we­sen, als er der Tei­lent­mach­tung sei­ner Fa­mi­lie in der Ja­ko­bus-Stif­tung zu­ge­stimmt ha­be. Die­se Stif­tung hält gro­ße An­tei­le an Al­di Nord. Theo Al­brecht ju­ni­or wies ge­gen­über dpa aber die Be­haup­tung ei­ner Ge­schäfts­un­fä­hig­keit sei­nes Bru­ders ent­schie­den zu­rück: „Es gab nie­mals Zwei­fel an der Ge­schäfts­fä­hig­keit von Bert­hold Al­brecht. Ei­ne sol­che Be­haup­tung ent­behrt je­der Grund­la­ge und be­schmutzt in un­er­träg­li­cher Art und Wei­se den Ruf mei­nes ver­stor­be­nen Bru­ders.“

Hin­ter­grund des Kon­flikts: Nach dem plötz­li­chen Tod des Al­di-Nord-Grün­der-Sohns Bert­hold Al­brecht 2012 kämp­fen Mit­glie­der von des­sen Fa­mi­li­en­zweig um ih­ren Ein­fluss auf die Ja­ko­bus-Stif­tung, die wich­ti­ge An­tei­le an Al­di Nord hält. Um­strit­ten ist vor al­lem die Zu­sam­men­set­zung des Vor­stan­des der Stif­tung. Denn durch ei­ne Sat­zungs­än­de­rung kurz vor dem Tod Bert­hold Al­brechts war die Macht der Fa­mi­lie in die­sem Gre­mi­um spür­bar ein­ge­schränkt wor­den. Dies war auch vom Kreis Rends­burg-Eckern­för­de als Stif­tungs­auf­sicht ak­zep­tiert wor­den.

In ers­ter In­stanz hat­ten Ba­bet­te Al­brecht und ih­re Kin­der mit ei­ner Kla­ge ge­gen die Sat­zungs­än­de­rung vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig aus for­ma­len Grün­den Recht be­kom­men. Ge­gen die­se Ent­schei­dung wehrt sich nicht nur der Kreis Rends­burg, son­dern auch Bert­holds Bru­der Theo Al­brecht. Er warn­te in ei­nem Auf­se­hen er­re­gen­den Interview im Som­mer: „Wenn die al­te Sat­zung wirk­lich wie­der gel­ten wür­de, könn­ten die Kin­der von Bert­hold zu­sam­men mit ih­rem An­walt das Un­ter­neh­men am Na­sen­ring durch die Ma­ne­ge füh­ren.“Sein Bru­der wür­de sich im Gr­ab um­dre­hen, wenn er wüss­te, was sich seit sei­nem Tod ab­spie­le.

Die Wit­we Ba­bet­te Al­brecht und ih­re Kin­der wie­sen den Vor­wurf, ge­gen den Un­ter­neh­mens­sinn zu han­deln, al­ler­dings ent­schie­den zu­rück. Der Rechts­an­walt der kla­gen­den Wit­we Ba­bet­te Al­brecht, Andre­as Ur­ban, ver­wahr­te sich auch ge­gen den Vor­wurf der Ruf­schä­di­gung. „Wenn et­was un­er­träg­lich ist, dann ist es die Tat­sa­che, dass Theo Al­brecht ju­ni­or die Dis­kus­si­on über die Ge­schäfts­fä­hig­keit sei­nes Bru­ders in die Öf­fent­lich­keit trägt“, mein­te er.

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