Das Fest ist der Star

Bun­ter Mu­sik-Mix: Knock Out Fes­ti­val in Karls­ru­he

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Für ein paar Mi­nu­ten war es un­ge­wöhn­lich still im Pu­bli­kum in der Schwarz­wald­hal­le, Feu­er­zeu­ge wur­den ge­zückt. Statt har­ten Klän­gen, die an­sons­ten am Sams­tag beim Knock Out Fes­ti­val do­mi­nier­ten, gab es Nach­denk­li­ches. Mit ih­rem An­ti-Kriegs­lied „Nachts wei­nen die Sol­da­ten“sorg­te die Karls­ru­her Band „Sal­ta­tio Mor­tis“für den emo­tio­na­len Hö­he­punkt ei­nes ab­wechs­lungs­rei­chen Fes­ti­vals, das in sei­ner neun­ten Aus­ga­be wie­der oh­ne die ganz gro­ßen Na­men aus­kam. Viel­mehr ist beim Knock Out in Karls­ru­he, dem größ­ten Hal­len­fes­ti­val in Süd­deutsch­land, die Ver­an­stal­tung zum Star bei der treu­en Fan­ge­mein­de ge­wor­den. We­ni­ger me­tal­las­tig als in den Vor­jah­ren, prä­sen­tier­te sich das vor­weih­nacht­li­che Zu­sam­men­tref­fen der Rock­sze­ne bunt ge­mischt, was die mu­si­ka­li­sche Aus­rich­tung an­geht. Es war für je­den et­was da­bei, das spie­gel­te sich auch im Pu­bli­kum wie­der, wo sich ne­ben dem Le­der­kut­ten­trä­ger auch vie­le jun­ge Fans mit Bands­hirts fan­den.

Von der Hea­vy-Me­tal-Iko­ne Udo Dirk­schnei­der, der mit sei­ner mar­kan­ten Stim­me die al­ten Hits sei­ner frü­he­ren Grup­pe „Ac­cept“wie­der auf­le­ben ließ, bis zur auf­stre­ben­den Mit­tel­al­ter-Rock­band „Sal­ta­tio Mor­tis“, die bei ih­rem Heim­spiel ganz be­son­ders zu be­geis­tern wuss­ten – die Mu­sik­aus­wahl ließ kaum zu wün­schen üb­rig. Nicht ver­knei­fen konn­te sich Las­ter­balk der Läs­ter­li­che, Schlag­zeu­ger und Tex­ter bei „Sal­ta­tio Mor­tis“, den Hin­weis, die Band wer­de im­mer ei­nen Weg fin­den, in Karls­ru­he zu spie­len, auch wenn man bis­her lei­der nie zu „Das Fest“ein­ge­la­den wur­de, wo­für er gro­ßen Bei­fall ern­te­te. Ih­ren 80-mi­nü­ti­gen Auf­tritt nutz­te die Band um Sän­ger Jörg Roth, um die Hits vom neu­en Al­bum „Zir­kus Zeit­geist“zu prä­sen­tie­ren, die oft ge­sell­schafts­kri­tisch sind („Wo sind die Clowns?“, „Wir sind Papst“) und im Fal­le des Lie­des „Will­kom­men in der Weih­nachts­zeit“in die Ad­vents­zeit pass­ten.

Mit „Or­dan Ogan“und „Al­ma­nac“, die be­reits am spä­ten Nach­mit­tag das Pu­bli­kum ein­heiz­ten, hat­te der Ver­an­stal­ter, die Karls­ru­her Mu­si­kagen­tur Bot­tom Row, ei­ne gu­te Wahl be­wie­sen. Die rund 5 000 Be­su­cher zo­gen von Be­ginn an mit, die Fäus­te wur­den ge­reckt, die Köp­fe ge­schwun­gen. Für Ab­wechs­lung sorg­te an­schlie­ßend die frän­ki­sche Spaß­ka­pel­le J.B.O mit ih­ren hu­mo­ri­gen Hits. Für den Aus­klang des Abends sorg­te Alexx Wes­sels­ky mit sei­ner Band „Eis­bre­cher“, die ih­ren – für die Neue Deut­sche Här­te ty­pi­schen – bra­chia­len Sound in Rammstein-Ma­nier auf die Büh­ne brach­ten. Nach über acht St­un­den vol­ler Dröh­nung war dies dann tat­säch­lich der Knock Out für die Be­su­cher, die be­geis­tert die Schwarz­wald­hal­le ver­lie­ßen. Mar­cel Win­ter

„Sal­ta­tio Mor­tis wuss­ten be­son­ders zu be­geis­tern

Foto: Win­ter

BRA­CHIA­LER KNOCK OUT: Zum En­de des Fes­ti­vals bo­ten „Eis­bre­cher“ih­ren – für die Neue Deut­sche Här­te ty­pi­schen – bra­chia­len Sound in Rammstein-Ma­nier.

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