Al­ter Be­ton­klotz an der Kriegs­stra­ße fällt für Ho­tel

Beim Nym­phen­gar­ten be­ginnt im April der Bau des Au­to­tun­nels / Frei­bur­ger Fir­ma ent­wi­ckelt Neu­bau für „Mo­tel One“

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ru­pert Huste­de

Ein Tun­nel und ein Ho­tel wer­den die Kriegs­stra­ße ver­än­dern. Das pu­re As­phalt- und Be­ton­zeit­al­ter an der Kriegs­stra­ße geht zu En­de: Die Ci­ty­Schnei­se für die au­to­ge­rech­te Stadt von vor 50 Jah­ren und ei­ner der größ­ten Bau­klöt­ze Karls­ru­hes ver­schwin­den. Ein Bou­le­vard und dar­un­ter ein Tun­nel für den Durch­gangs­ver­kehr kom­men statt­des­sen. Ver­mut­lich wird die neue Kriegs­stra­ße 2021 fer­tig. Dann steht dort vor­aus­sicht­lich schon an ex­po­nier­ter Stel­le statt des heu­te lee­ren Bü­round Pra­xen­blocks ein Ho­tel der Mar­ke „Mo­tel One“mit rund 250 Bet­ten an der Kriegs­stra­ße. Bau­bür­ger­meis­ter Michael Obert spricht von ei­ner „Initi­al­zün­dung“für die Gestal­tung der neu­en Kriegs­stra­ße.

Mo­tel One mit 250 Zim­mern

Die Frei­bur­ger Un­müs­sig Bau­trä­ger­ge­sell­schaft Ba­den hat die sie­ben­stö­cki­ge Im­mo­bi­lie Kriegs­stra­ße 23-25 mit 6 000 Qua­drat­me­tern Nutz­flä­che von der Karls­ru­her Fa­mi­li­en­heim ge­kauft. Die Wohn­bau­ge­nos­sen­schaft selbst hat­te die Be­ton­burg an der Kriegs­stra­ße 2014 aus ei­ner In­sol­venz­mas­se für sechs Mil­lio­nen Eu­ro er­wor­ben. Die Fir­ma Un­müs­sig be­stä­tigt ge­gen­über den BNN: „Wir rei­ßen das Ge­bäu­de ab und pla­nen ein Ho­tel.“Der Frei­bur­ger Pro­jekt­ent­wick­ler er­klärt, dass die Fer­tig­stel­lung 2020 an­ge­strebt wer­de. Zu­dem steue­re man ei­nen Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb für den Neu­bau an, ver­si­chert Un­müs­sig. Man schaf­fe da­bei ei­ne „Bud­get De­sign“Her­ber­ge „nach fest­ste­hen­dem Kon­zept“. Der Bau­trä­ger Un­müs­sig stellt ge­ra­de in Frei­burg am Fried­richs­ring mit ei­ner In­ves­ti­ti­ons­sum­me von 26,5 Mil­lio­nen Eu­ro ein „Mo­tel One“bis Früh­ling 2017 fer­tig.

„Mo­tel One“ist ei­ne im Jahr 2000 ge­grün­de­te und stark ex­pan­die­ren­de Ho­tel­grup­pe mit der­zeit 55 Häu­sern und 14 000 Zim­mern – dar­un­ter in Ham­burg, München oder Edinburgh und Lon­don. Bis 2017 strebt das Mün­che­ner Un­ter­neh­men 72 Ho­tels mit 18 000 Zim­mern an, da­von ein Drit­tel im Aus­land. In der Re­gel kos­tet dort ei­ne Über­nach­tung 69 Eu­ro.

„Viel De­sign für we­nig Geld“lau­tet der Slo­gan von „Mo­tel One“. Für das Frei­bur­ger Un­ter­neh­men Un­müs­sig ist es das ers­te Bau­pro­jekt in Karls­ru­he. Die Breis­gau­er ha­ben aber schon vie­le Groß­pro­jek­te in Süd­west­deutsch­land zwi­schen Frankfurt, Hei­del­berg und Frei­burg ver­wirk­licht.

Bau­stel­le ab Früh­jahr

Die Fä­cher­stadt steckt seit sie­ben Jah­ren im Kom­bi-Um­bruch. Mit der Um­ge­stal­tung der Haupt­ach­se des Au­to­ver­kehrs geht es nun aber 2017 erst rich­tig los. Ab April wird der Tun­nel ab­schnitts­wei­se in of­fe­ner Bau­wei­se er­stellt. Zu­erst kommt die Stre­cke zwi­schen Rit­ter­stra­ße und Lamm­stra­ße an die Rei­he. Be­reits im März wird des­halb die Fuß­gän­ger­brü­cke an der Rit­ter­stra­ße ab­ge­ris­sen, der Steg an der Lamm­stra­ße fällt spä­ter.

Die Au­to­fah­rer müs­sen folg­lich 2017 mit er­heb­li­chen Be­hin­de­run­gen auf der Kriegs­stra­ße an der Eng­stel­le in Hö­he des Nym­phen­gar­tens rech­nen. Liegt dort der De­ckel auf dem Tun­nel, kann der Au­to­ver­kehr wie­der pro­vi­so­risch auf der zu­nächst noch über­wie­gend im al­ten Stil wie­der­her­ge­stell­ten Ober­flä­che rol­len – und die Ka­ra­wa­ne der Bag­ger und Krä­ne zieht wei­ter zum Men­dels­sohn­platz.

Fünf Jah­re bis zum Bou­le­vard

Süd­lich des Nym­phen­gar­tens, wo in fünf Jah­ren nicht mehr die Ci­ty-Au­to­bahn die Stadt­quar­tie­re trennt, wird dann die nächs­te Bau­stel­le auf­ge­macht: Erst der Ab­riss des Be­ton­klot­zes und dann der Neu­bau des Ho­tels ver­mut­lich bis 2020. Dann feh­len 2021 nur noch der end­gül­ti­ge Aus­bau der ober­ir­di­schen Spu­ren der Kriegs­stra­ße so­wie der Ein­bau der Schie­nen­tras­se für die Stra­ßen­bahn in Mit­tel­la­ge – und fer­tig ist die neue Kom­bi-Welt mit dem Bou­le­vard zwi­schen „Mo­tel One“und Nym­phen­gar­ten.

Nicht nur der Au­to­tun­nel, der den Haupt­ver­kehr schluckt, wird die As­phalt­schnei­se, die heu­te die Ci­ty von der Süd­west­stadt mit Fest­platz und Stadt­gar­ten ab­schnürt, stark ver­än­dern. Meh­re­re Baum­rei­hen und das Ra­sen­gleis für die Bahn sol­len für ur­ba­nes Grün oh­ne star­ke Trenn­wir­kung sor­gen.

NYM­PHEN­GAR­TEN UND CI­TY-KU­LIS­SE – das ist der Blick aus dem Fens­ter des Ho­tels an der Kriegs­stra­ße, des­sen In­be­trieb­nah­me für 2020 ge­plant ist. Die Kriegs­stra­ße wird dann aber ganz an­ders als heu­te aus­se­hen. Ge­nau zwi­schen der Rit­ter­stra­ße (links) und der Lamm­stra­ße (rechts) wird ab Früh­ling 2017 für den Au­to­tun­nel ge­bag­gert. 2021 soll der Bou­le­vard mit Bahn­tras­se und Baum­rei­hen fer­tig sein. Fotos: jo­do

DIE ABRISSBIRNE wird den Be­ton­klotz, der seit rund 50 Jah­ren die Front der Kriegs­stra­ße ge­gen­über vom Nym­phen­gar­ten aus­macht, ent­fer­nen. Dort will der Frei­bur­ger Pro­jekt­ent­wick­ler Un­müs­sig ein Ho­tel der Mar­ke „Mo­tel One“hin­set­zen.

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