CDU ern­tet hef­ti­ge Kri­tik

An­wür­fe der Pas­san­ten las­sen hilf­lo­se Po­li­ti­ker zu­rück

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

hd. Jüngst sei ei­ne Frau mit Bur­ka zur Ar­beit er­schie­nen, wo er tä­tig sei, er­zähl­te ein Mann um die 50. Der Ar­beit­ge­ber ha­be sie mit Zu­stim­mung des Be­triebs­rats der Fir­ma ver­wie­sen. Zwei St­un­de spä­ter sei sie wie­der vor der Tür ge­stan­den, mit An­walt. Noch­mals, so der Mann wei­ter, wür­den die Bür­ger ei­nen An­sturm von Flücht­lin­gen wie 2015 nicht mehr mit­ma­chen. 20 Jah­re ha­be er CDU ge­wählt, jetzt wäh­le der AfD. Er wis­se nicht mehr, was er ma­chen soll.

Das war nur ei­ne von meh­re­ren Stim­men bei der Bür­ger­sprech­stun­de der CDU am Sams­tag am Leo­pold­platz, die zum The­ma Flücht­lin­ge zu hö­ren war. Ein an­de­rer for­der­te ei­ne Ak­ti­on ge­gen An­ti­se­mi­tis­mus. Denn al­le, die der­zeit zu uns kä­men, sei­en doch An­ti­se­mi­ten, sag­te der Pforz­hei­mer. Die Grenz­öff­nung für Flücht­lin­ge 2015 be­zeich­ne­te er als Staats­ver­sa­gen. So krank wie der­zeit sei Deutsch­land schon ein­mal ge­we­sen, nie­mand tue et­was da­ge­gen. Kanz­le­rin Mer­kel be­zeich­ne­te er als „ir­re“. An­de­re spra­chen das The­ma in­di­rekt an. Vor al­lem im Pfle­ge­be­reich ge­be es er­heb­li­che De­fi­zi­te, die Heim- und Kran­ken­haus­kon­trol­le wer­de ver­nach­läs­sigt. Dann die Kos­ten für die Flücht­lin­ge. Wenn jetzt noch ei­ne Kri­se kä­me, dies­mal sprach ein Mann um die 60 aus Kel­tern, wer sol­le das al­les be­zah­len?

Auf­fal­lend wie meist hilf­los die Ge­sprächs­part­ner der CDU re­agier­ten. Zum Info-Stand der CDU war die ge­sam­te CDU-Pro­mi­nenz und die Jun­ge Uni­on an­ge­tre­ten, dar­un­ter Flo­ren­tin Gold­mann, Vor­sit­zen­der der CDU-Stadt­rats­frak­ti­on, Gün­ter Bäch­le, Vor­sit­zen­der der CDU-Kreis­tags­frak­ti­on und Gun­ther Krich­baum, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter für Pforz­heim und den Enz­kreis. „Wir ma­chen hier kei­nen Wahl­kampf“, sag­te Krich­baum, „wir wol­len le­dig­lich Prä­senz zei­gen.“Er wur­de un­ter an­de­rem an­ge­spro­chen auf das The­ma Woh­nungs­leer­stand zu Spe­ku­la­ti­ons­zwe­cken. Ein Pro­blem, das Krich­baum al­ler­dings nicht sieht, eben­so we­nig wie Cars­ten von Ze­pe­lin, Ge­schäfts­füh­rer der Bau­ge­nos­sen­schaft Ar­lin­ger und CDU-Ge­mein­de­rats­mit­glied.

Wei­te­re The­men, über die am In­fo­Stand ge­spro­chen wur­de, wa­ren die In­nen­stadt­ent­wick­lung, die Kon­kur­renz der In­nen­stadt zur Wil­fer­din­ger Hö­he, die Fi­nanz­si­tua­ti­on und die Ver­schmut­zung der Stra­ßen. Ins­ge­samt hielt sich die Fre­quenz ge­sprächs­wil­li­ger Bür­ger am CDU-In­fo­stand in Gren­zen, was auch mit den fros­ti­gen Tem­pe­ra­tu­ren zu tun ge­habt ha­ben dürf­te.

Foto: Wa­cker

ZEI­GEN PRÄ­SENZ AM LEO­POLD­PLATZ: CDU-Gran­den Flo­ren­tin Gold­mann und Gün­ther Bäch­le (von links) so­wie Dirk Bü­scher (Vier­ter von links) und Gun­ther Krich­baum (Fünf­ter von links).

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