Zu­letzt war bei der Bahn der Wurm drin

Ver­kehrs­mi­nis­ter er­zürnt über Aus­fäl­le und Ver­spä­tun­gen / Neu­es Wa­gen­ma­te­ri­al soll hel­fen

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Wolf­gang Voigt

Stutt­gart. Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann soll dem Ver­neh­men nach ziem­lich ge­schäumt ha­ben: Da pro­pa­giert der Grü­ne ein ums an­de­re Mal die Nut­zung der Bahn an­stel­le des Au­tos, doch dort reiht sich Pan­ne an Pan­ne. Un­pünkt­lich­keit, kom­plett aus­fal­len­de Ver­bin­dun­gen, ver­schmutz­te Wag­gons, frus­trier­te Fahr­gäs­te – so wird es eher nichts mit dem Mus­ter­land um­welt­freund­li­cher Mo­bi­li­tät. Die Qua­li­tät müs­se end­lich bes­ser wer­den, be­fand Her­mann nach den Fehl­leis­tun­gen der ver­gan­ge­nen Mo­na­te auf der Schie­ne. Schließ­lich ge­be es „un­end­lich vie­le ver­är­ger­te Kun­den“. Ver­stärkt wird der

Her­mann: „Un­end­lich vie­le ver­är­ger­te Kun­den“

Druck in der Lan­des­haupt­stadt durch den dort ge­gen­wär­tig herr­schen­den Fe­in­stau­balarm. Beim Staats­un­ter­neh­men zeigt man sich pflicht­schul­dig zer­knirscht. In der Tat ha­be man nicht das ge­lie­fert, was man sich in punc­to Qua­li­tät selbst vor­stel­le, sag­te nun DB-Re­gio­nal­chef Da­vid Welt­zi­en. Er ge­lob­te Bes­se­rung. Das al­ler­dings ent­hebt die Bahn nicht von ei­ner emp­find­li­chen Stra­fe: Bis zu sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro muss sie als Aus­gleich für aus­ge­fal­le­ne und ver­spä­te­te Zü­ge an das Land zah­len.

Be­trof­fen wa­ren vor al­lem Ver­bin­dun­gen im würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­teil. So kam es nach Schil­de­run­gen von Be­rufs­pend­lern auf der Stre­cke von Stutt­gart über Heil­bronn nach Würz­burg und zu­rück im­mer wie­der zu Un­pünkt­lich­kei­ten und Aus­fäl­len. Nicht viel bes­ser war die La­ge auf der Rems­bahn, die von Stutt­gart über Ulm nach Do­nau­wörth führt, so­wie auf der Ver­bin­dung von Stutt­gart über Ulm nach Lin­dau am Bo­den­see. Oft, so kla­gen Bahn­nut­zer, sei­en die Zü­ge auch zu kurz und mit­hin über­füllt. Dass 20 bis 30 Pro­zent der Ver­bin­dun­gen un­pünkt­lich sei­en, kön­ne den Fahr­gäs­ten nicht zu­ge­mu­tet wer­den, be­ton­te Ver­kehrs­mi­nis­ter Her­mann.

Bahn-Re­gio­nal­chef Welt­zi­en sprach von ei­nem „kom­ple­xen Be­triebs­ge­sche­hen“nach Ablauf des gro­ßen Ver­kehrs­ver­trags En­de Sep­tem­ber. So ha­be es tech­ni­sche Pro­ble­me mit dem Wa­gen­ma­te­ri­al ge­ge­ben, au­ßer­dem ha­be ein un­er­war­tet ho­her Kran­ken­stand bei Lok­füh­rern und Kun­den­be­treu­ern die Si­tua­ti­on ver­schärft. Im Ok­to­ber ha­ben Bahn und Land ers­te Kri­sen­ge­sprä­che ge­führt, En­de No­vem­ber bil­de­te die Bahn ei­ne so­ge­nann­te Task Force für die fünf Kern­be­rei­che Fahr­zeu­ge, Per­so­nal, Pünkt­lich­keit, Fahr­plan­wech­sel und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Zwi­schen­zeit­lich ha­be sich die La­ge ent­spannt. Je­doch gab es noch in der ver­gan­ge­nen Wo­che 87 Aus­fäl­le auf Teil­stre­cken so­wie 78 Kom­plett­aus­fäl­le. Dies ent­spre­che ei­ner Aus­fall­quo­te von 1,5 Pro­zent, hieß es. In den kom­men­den Mo­na­ten sol­len zu­sätz­li­che mo­der­ne Dop­pel­stock­wa­gen, Trieb­wa­gen und Loks ein­ge­setzt wer­den, ver­si­cher­te der Bahn-Ma­na­ger.

Je­de Wo­che er­bringt DB Re­gio Ba­denWürt­tem­berg mit rund 10 500 Zü­gen ei­ne Leis­tung von durch­schnitt­lich 700 000 Zug­ki­lo­me­tern

MIT DER ZU­VER­LÄS­SIG­KEIT der Re­gio­nal­bah­nen im Land war es wäh­rend der ver­gan­ge­nen Wo­chen und Mo­na­te nicht zum Bes­ten be­stellt. Im­mer wie­der kam es zu Ver­spä­tun­gen und Zu­g­aus­fäl­len. Die Bahn hat jetzt Bes­se­rung ge­lobt. Fo­to: Mu­rat

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