Tod ei­ner Di­va

Zsa Zsa Ga­bor ist im Al­ter von 99 Jah­ren ge­stor­ben

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT -

Los Angeles. Die Gla­mour­zei­ten von Zsa Zsa Ga­bor wa­ren lan­ge pas­sé, doch ganz still ist es um die schlag­zei­len­träch­ti­ge Hol­ly­wood­di­va nie ge­wor­den. Am Sonn­tag kam nun die letz­te, trau­ri­ge Nach­richt: Mit 99 Jah­ren ist die frü­he­re „Miss Un­garn“in ih­rer Vil­la in Los Angeles an Herz­ver­sa­gen ge­stor­ben. Seit län­ge­rem war sie bett­lä­ge­rig und schwer krank.

Das lang­sa­me En­de hat­te im Som­mer 2010 mit ei­nem Sturz aus dem Bett in ih­rer gro­ßen Bel Air Vil­la sei­nen An­fang ge­nom­men. We­gen ei­ner ge­bro­che­nen Hüf­te muss­te die Schau­spie­le­rin da­mals un­ters Mes­ser. Die be­tag­te Pa­ti­en­tin er­hol­te sich nur lang­sam und es folg­te ein wei­te­rer Rück­schlag. Ihr rech­tes Bein war in­fi­ziert, die Ärz­te am­pu­tier­ten ober­halb des Knies. Kurz vor ih­rem 94. Ge­burts­tag kam ei­ne Lun­gen­ent­zün­dung da­zu. Ih­re 28-Zim­mer-Vil­la im No­bel­vier­tel Bel Air in Los Angeles, wo einst El­vis Pres­ley wohn­te, hat­te die frü­he­re Gla­mour­di­va in den letz­ten Jah­ren kaum noch ver­las­sen. Seit ei­nem Schlag­an­fall im Som­mer 2005 ver­brach­te sie die meis­te Zeit zu Hau­se.

Sie war die Letz­te von dem un­ga­ri­schen Schwes­tern-Trio, das in Hol­ly­wood sein Glück ver­such­te. Die drei blon­den Schwes­tern – Zsa Zsa, Mag­da und Eva – hat­ten es zu­sam­men auf ei­ni­ge Dut­zend Fil­me und auf 18 Schei­dun­gen ge­bracht. Über Jahr­zehn­te hin­weg ver­schaff­te sich Ga­bor mit ih­ren Af­fä­ren, ih­rem ex­tra­va­gan­ten Le­bens­stil und der Lis­te von Ehe­män­nern in Hol­ly­woods Klatsch­spal­ten ei­nen fes­ten Platz. Glaubt man Zsa Zsa, so ließ sie John F. Ken­ne­dy, El­vis Pres­ley und Hen­ry Fon­da ab­blit­zen, hat­te aber ei­ne Af­fä­re mit Frank Si­na­tra. Mit ih­ren Sprü­chen traf sie stets ins Schwar­ze. Auf die Fra­ge wie vie­le Ehe­män­ner sie nun wirk­lich hat­te, ant­wor­te­te sie schlag­fer­tig: „Mei­nen Sie, ab­ge­se­hen von mei­nen ei­ge­nen?“.

„Sie hat­te kei­ne Schmer­zen, al­les ging ganz schnell. Al­les war in Ord­nung und plötz­lich wur­den ih­re Hän­de kalt“, be­schrieb Frédé­ric Prinz von An­halt, ihr ach­ter Ehe­mann, ges­tern die letz­ten St­un­den. Ga­bor hat­te ei­ne leib­li­che Toch­ter, Fran­ce­sca Hil­ton, aber durch ih­ren Mann auch fa­mi­liä­re Ver­bin­dun­gen nach Deutsch­land. So ad­op­tier­te Frédé­ric 2005 Prinz Mar­cus von An­halt, ge­bo­ren als Mar­cus Eber­hardt in Pforz­heim. Frédé­ric hat­te Mar­cus je­doch ver­sto­ßen und ihm vor­ge­wor­fen, sich nie um sei­ne Ad­op­tiv­mut­ter ge­küm­mert zu ha­ben.

Bar­ba­ra Munker/Ju­li­us Sand­mann

GLAMOURÖSERE ZEI­TEN: Zsa Zsa Ga­bor als jün­ge­re Frau auf ei­nem un­da­tier­ten Fo­to. In den 1950er Jah­ren spiel­te sie un­ter an­de­rem in den Fil­men „Mou­lin Rouge“, „In den Kral­len der Ve­nus“und „Se­re­na­de ei­ner gro­ßen Lie­be“mit. Fo­to: dpa

HEI­RA­TE­TEN 1986: Zsa Zsa Ga­bor und Prinz Frédé­ric von An­halt. Fo­to: dpa

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