Reck fürs neue Geiß­bock-Heim

Bei den Ham­bü­chen wird es eng / Ker­ber ver­passt Ki­li­us’ La­te-Night-Show

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert

Ski al­pin: Eu­ro­sport, 10.15 Uhr, Welt­cup in Courchevel, Rie­sen­sla­lom Frau­en, 1. Lauf, Eu­ro­sport und Das Ers­te, 13.15 Uhr, 2. Lauf. Kurz­fris­ti­ge Än­de­run­gen sind mög­lich.

Ba­den-Ba­den. An­ge­li­que Ker­ber hät­te bei der Af­ter­show-Par­ty mit DJ-Mu­sik in Ba­den-Ba­dens Kur­haus noch man­ches ler­nen kön­nen. Zum Bei­spiel bei der frü­he­ren Eis­kunst­läu­fe­rin Ma­ri­ka Ki­li­us. Die stell­te mit ih­ren 73 Jah­ren die Jün­ge­ren auf der Tanz­flä­che lo­cker in den Schat­ten. Auch der Te­am­geist, den die Hand­ball-Eu­ro­pa­meis­ter drau­ßen beim Cock­tail-Mi­xer an den Tag leg­ten, war nicht von schlech­ten El­tern – un­ter­halt­sam so­wie­so. Doch Ker­ber, die Sport­le­rin des Jah­res, hat­te sich da längst ins Ho­tel ver­ab­schie­det, um kei­ne Kräf­te für die letz­ten Trai­nings­ta­ge des Jah­res zu ver­geu­den. „Ich will bei den Aus­tra­li­an Open mei­nen Ti­tel ver­tei­di­gen und freue mich, dort­hin zu­rück­zu­keh­ren, wo al­les be­gann“, hat­te die Welt­rang­lis­ten­ers­te im Ten­nis er­klärt.

Die Weih­nachts­ta­ge vor dem Ab­flug zu den Tur­nie­ren in Bris­bane und Sydney wird Ker­ber wie­der in Pusz­c­zy­ko­wo ver­brin­gen. An der Warthe wohnt die 28-Jäh­ri­ge seit ih­rem Um­zug aus Kiel. Po­len, das ist mehr als zwei­te Hei­mat für sie. Und das Fest, es ist dann stets ein In­ne­hal­ten vor der nächs­ten Dau­er­schlau­fe auf der Tour. Ex­tra­würs­te sind dann er­laubt. „Ich wer­de ein biss­chen sün­di­gen. Wir es­sen tra­di­tio­nell pol­nisch, def­tig al­so“, ver­riet Ker­ber. Für sie sei der Abend im Kur­haus „der krö­nen­de Ab­schluss ge­we­sen“. Nach ei­nem „Traum­jahr“, in dem so­gar der schei­den­de US-Prä­si­dent die Deutsch-Po­lin ken­nen­ler­nen woll­te. Ob sie 2017 Do­nald Trump ih­re Auf­war­tung ma­che? „Muss ich dar­auf ant­wor­ten?“, wich sie la­chend aus. Muss­te sie nicht.

Dass Beach­vol­ley­bal­le­rin­nen, ihr Netz­spiel auf wei­chem Sand ge­wohnt, emp­find­li­che Fü­ße ha­ben, lern­te die Sie­ge­rin der Aus­tra­li­an Open und der US Open am Sonn­tag­abend ne­ben­bei. Das war, als sich die Olym­pia­sie­ge­rin Lau­ra Ludwig vor der Pres­se­kon­fe­renz ih­rer ho­hen Schu­he ent­le­digt hat­te, die sie un­ter ihr lan­ges Kleid schob. „Die Fü­ße“, flüs­ter­te Ludwig der Ten­nis­spie­le­rin zu. Ker­ber lä­chel­te ver­ständ­nis­voll, be­hielt ihr De­si­gner-Paar aber an. Fa­bi­an Ham­bü­chen wa­ren der­lei Frau­en­pro­ble­me na­tür­lich fremd. Der TurnOlym­pia­sie­ger, zum zwei­ten Mal nach 2007 von den über 3 000 Sport­jour­na­lis­ten mit dem Haupt­preis aus­ge­zeich­net, er­zähl­te vom Aus­lie­fe­rungs­stand sei­nes Gold-Recks von Rio. „Das ist noch un­ter­wegs. Es gibt ja noch den lie­ben Zoll, der nicht un­kom­pli­ziert ist. Hof­fen wir, dass es An­fang des Jah­res an­kommt. Wenn nicht, muss ich mich noch mal auf die Su­che ma­chen und rü­ber flie­gen.“Ham­bü­chen strich das her­aus, was die ver­sam­mel­ten Cham­pi­ons eint: „Wir ha­ben al­le men­ta­le Höl­len­fahr­ten durch­ge­macht und hat­te Si­tua­tio­nen, da man nicht mehr an sich oder das gro­ße Ziel ge­glaubt hat. Aber das sind Punk­te, die ei­nen stär­ker ge­macht ha­ben.“

Aus Ba­den-Ba­den nahm Ham­bü­chen als Fan des 1. FC Köln ei­ne le­bens­gro­ße Geiß­bock-Nach­bil­dung mit und die Ah­nung, dass die Freu­de dar­über da­heim nicht ein­hel­lig aus­fal­len wird. „Mei­ne Freun­din freut sich über die De­ko. Es wird Wahn­sinn“, sag­te er schmun­zelnd.

GLÄN­ZEN­DER JAH­RES­AB­SCHLUSS: Ten­nis­star An­ge­li­que Ker­ber, Reck-Olym­pia­sie­ger Fa­bi­an Ham­bü­chen so­wie die Beach­vol­ley­bal­lOlym­pia­sie­ge­rin­nen Ki­ra Wal­ken­horst und Lau­ra Ludwig nah­men aus Ba­den-Ba­den Ein­drü­cke und Tro­phä­en mit. Fo­to: ima­go

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