Tropf­stein-For­schung

Pforzheimer Kurier - - WISSENSCHAFT -

For­scher des KIT und der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg be­fas­sen sich mit Sta­lag­mi­ten, das heißt vom Bo­den in die Hö­he wach­sen­de Tropf­stei­ne, als geo­lo­gi­sche Kli­maar­chi­ve. „Beim Wach­sen der Sta­lag­mi­ten än­dert sich der che­mi­sche Auf­bau mit den Um­welt­be­din­gun­gen“, er­klärt Tho­mas Ne­u­mann vom KIT. Sta­lag­mi­ten sind genau da­tier­bar, näm­lich auf rund zehn Jah­re. Die Da­tie­rung ge­schieht über die Zer­falls­ra­te des Urans, das beim Wach­sen des Tropf­steins aus der Um­welt ein­ge­la­gert wird. Nach der Al­ters­be­stim­mung er­mit­teln die For­scher die Wachs­tums­ra­te und ana­ly­sie­ren die che­mi­sche und iso­to­pi­sche Zu­sam­men­set­zung der Sta­lag­mi­ten. So lässt die Zu­sam­men­set­zung ver­schie­de­ner Sau­er­stoff-Iso­to­pe auf die Nie­der­schlags­men­ge zum Zeit­punkt der Tropf­stein­bil­dung schlie­ßen. Gab es ein Hoch­was­ser, wur­den da­nach häu­fig Bau­tä­tig­kei­ten er­for­der­lich, die wie­der­um in his­to­ri­schen Do­ku­men­ten fest­ge­hal­ten sind. Das Pro­jekt „CheckEx­tre­ma“kon­zen­triert sich auf Tropf­stein­höh­len in Fran­ken und ver­gleicht die Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se mit Rats­pro­to­kol­len aus dem Nürn­ber­ger Stadt­rat. So­bald die For­scher genau er­mit­telt ha­ben, wel­che Sta­lag­mi­ten-Si­gna­tu­ren auf wel­che Ex­tre­mer­eig­nis­se zu­rück­zu­füh­ren sind, kön­nen sie dann viel wei­ter in der Zeit zu­rück­ge­hen und Er­eig­nis­se vor Tau­sen­den von Jah­ren auf­spü­ren, über die es kei­ne schrift­li­chen Über­lie­fe­run­gen gibt. BNN

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