Das Wun­der an Hei­lig­abend

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Das war mein schöns­tes Weih­nachts­fest ...

Für Rolf Ku­ge­le, seit 1989 Ge­mein­de­rat in Kie­sel­bronn und stell­ver­tre­ten­der Bür­ger­meis­ter, ist seit sei­ner Kind­heit Weih­nach­ten das zen­tra­le Fest in der Fa­mi­lie mit aus­ge­spro­chen christ­li­cher Prä­gung. Wie er sich noch gut er­in­nern kann, ging es in sei­nem Hei­mat­ort Söl­lin­gen an Hei­lig­abend vom El­tern­haus aus „den Bu­ckel rauf“zur na­hen Kir­che. Die Glo­cken läu­te­ten in sei­nen Oh­ren: „Komm, komm, komm“. Als an ei­nem Jahr im schnee­är­me­ren Pfinz­tal nach dem Got­tes­dienst plötz­lich drau­ßen al­les weiß war, dach­te der klein Bub schon an ein „Wun­der für Söl­lin­gen“.

Nach dem Got­tes­dienst tra­fen sich die Ver­wand­ten im­mer bei den Groß­el­tern, wo es auch Weih­nacht­ge­bäck und die ers­ten Ge­schen­ke gab. Die el­ter­li­che Woh­nung war im Haus ei­ne Trep­pe hö­her, der Zu­tritt zum Wohn­zim­mer al­ler­dings zu­nächst ge­sperrt. Der 68-Jäh­ri­ge er­in­nert sich an ein für da­ma­li­ge Zei­ten be­son­de­res Weih­nachts­ge­schenk, das ihn ganz toll be­geis­ter­te: Als sich die Wohn­zim­mer­tür öff­ne­te, saß der Va­ter im Ses­sel ne­ben dem leuch­ten­den Christ­baum. Vor sich hat­te der ge­lern­te Schrei­ner ei­ne Mo­dell-Ei­sen­bahn­an­la­ge auf­ge­baut. Die elek­trisch be­trie­be­ne Dampf­lok zog drei Wag­gons hin­ter sich her und sie dampf­te or­dent­lich. Für den rich­ti­gen Qualm sorg­te ei­ne bren­nen­de Zi­ga­ret­te, die Va­ter in den Schorn­stein der fah­ren­den Lo­ko­mo­ti­ve ge­steckt hat. Nach dem Drei­kö­nigs­tag kam das gu­te Stück in den Spei­cher, um im nächs­ten Weih­nach­ten mit wei­te­ren Auf­bau­ten wie­der zu er­schei­nen. Wenn heu­te das Weih­nachts­fest mit der Fa­mi­lie zu Hau­se ge­fei­ert wird, so ist für Rolf Ku­ge­le ei­ne Fa­mi­li­en­tra­di­ti­on ganz wich­tig: das ge­mein­sa­me Sin­gen der schö­nen Weih­nachts­lie­der.

Mit Rolf Ku­ge­le sprach Man­fred Schott.

FÜR ROLF KU­GE­LE ist Weih­nach­ten das zen­tra­le Fest der Fa­mi­lie. Fo­to: ms

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