Emp­fang für Kin­kel

Li­be­ra­le fei­ern 80. Ge­burts­tag des frü­he­ren FDP-Chefs

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - KÄMPFERISCH: Klaus Kin­kel auf sei­ner Ge­burts­tags­fei­er. Foto: dpa

Ber­lin/Karls­ru­he (dpa). Über­schat­tet vom An­schlag in Ber­lin hat die FDP den 80. Ge­burts­tag ih­res ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den Klaus Kin­kel ge­fei­ert, der von 1994 bis 2002 Karls­ru­her Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter war. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner sag­te ges­tern in Ber­lin, man ha­be sich in­ten­siv über­legt, ob man nach ei­nem sol­chen An­schlag fei­ern dür­fe. Und „wir fan­den, man muss. Wir dür­fen die­sen Men­schen nicht die Macht über uns ge­ben“. Ähn­lich ar­gu­men­tier­te der Haupt­red­ner, Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU), ein lang­jäh­ri­ger Weg­ge­fähr­te Kin­kels in der schwarz­gel­ben Ko­ali­ti­on von 1982 bis 1998. Man dür­fe sich nicht ir­re ma­chen las­sen an den Grund­la­gen un­se­res west­li­chen Mo­dells der Men­schen­rech­te, der of­fe­nen Ge­sell­schaft, der To­le­ranz, aber auch der ho­hen Si­cher­heits­stan­dards. Man dür­fe nicht der Ver­su­chung nach­ge­ben, sich ab­zu­schot­ten. Da­mit wer­de nichts bes­ser. Kin­kel selbst for­der­te da­zu auf, al­les zu tun, um Eu­ro­pa nicht ka­putt ge­hen zu las­sen. Zu­gleich be­grüß­te er es, dass Au­ßen­mi­nis­ter St­ein­mei­er (SPD), der an dem Emp­fang teil­nahm, Bun­des­prä­si­dent wer­den soll.

Man brau­che in die­sen Zei­ten ei­nen po­li­tisch er­fah­re­nen Prä­si­den­ten. Denn mehr als 50 Pro­zent in die­sem Amt sei­en Au­ßen­po­li­tik. Kin­kel, der am 17. De­zem­ber 80 wur­de, ist ein po­li­ti­scher Zög­ling des in die­sem Jahr ge­stor­be­nen FDPEh­ren­vor­sit­zen­den und Ex-Au­ßen­mi­nis­ters Gen­scher. Er war von 1979 bis 1982 Chef des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes. 1982 wur­de der pro­mo­vier­te Ju­rist Jus­tiz­staats­se­kre­tär und 1991 Jus­tiz­mi­nis­ter im Ka­bi­nett Kohl. Nach dem Rück­tritt Gen­schers stieg Kin­kel 1992 zum Au­ßen­mi­nis­ter und 1993 zum Vi­ze­kanz­ler auf.

1993 wur­de Klaus Kin­kel FDP-Chef, ob­wohl er erst 1991 als Quer­ein­stei­ger in die Par­tei ein­ge­tre­ten war.

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