Kein Kurz­trip

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ma­li ist ein hei­ßes Pflas­ter: Dies gilt nicht nur für die Tem­pe­ra­tu­ren in dem Wüs­ten­staat, son­dern auch für die Si­cher­heits­la­ge. Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en hat die deut­schen Sol­da­ten auf ei­nen ge­fahr­vol­len und auf ei­nen lan­gen Ein­satz am Ran­de der Sa­ha­ra ein­ge­stimmt. Mit ei­nem Kurz­trip ist es nicht ge­tan.

Im­mer­hin seit 17 Jah­ren hel­fen deut­sche Sol­da­ten da­bei, den Frie­den im Ko­so­vo zu si­chern. Wenn die Mi­nis­te­rin jetzt von ei­nem „lan­gen Ein­satz“spricht, ist Vor­sicht ge­bo­ten. Auch der ers­te Ein­satz deut­scher Ar­mee­an­ge­hö­ri­ger in Af­gha­nis­tan liegt mitt­ler­wei­le be­acht­li­che 15 Jah­re zu­rück. Ur­su­la von der Ley­en geht of­fen­bar da­von aus, dass auch der UN-Ein­satz im schwarz­afri­ka­ni­schen Ma­li ähn­lich lan­ge dau­ern wird. Im Kampf ge­gen die Ter­ror­grup­pen in der Re­gi­on ist ein lan­ger Atem ge­fragt. Wenn der Nor­den des Lan­des nicht wie­der in die Hän­de der selbst er­nann­ten Got­tes­krie­ger fal­len soll, führt an der dau­er­haf­ten Prä­senz der UN-Sol­da­ten kein Weg vor­bei. Die In­ter­ven­ti­on durch fran­zö­si­sche Kampf­ein­hei­ten sorg­te da­für, dass die Re­gie­rung im fer­nen Ba­ma­ko wie­der die Ober­hand ge­wann. Sein­er­zeit hat­te sich Ber­lin ge­gen­über Pa­ris ver­pflich­tet, Sol­da­ten für das UN-Kon­tin­gent zur Frie­dens­si­che­rung zu stel­len. Der Bun­des­wehr-Ver­band schaut kri­tisch auf die Zelt­stadt in Gao. Die Ge­fahr ist groß, dass der Ein­satz ei­nes Ta­ges ge­nau­so en­det wie in Af­gha­nis­tan.

Ger­hard Wind­scheid

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