Der Pakt mit Pu­tin

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Zur Un­ter­zeich­nung pil­ger­te die FPÖSpit­ze ge­schlos­sen nach Moskau, um mit Russ­land ei­nen Pakt ge­gen die EU zu schlie­ßen. Par­tei­chef Stra­che dien­te sich Pu­tin als An­füh­rer der eu­ro­päi­schen Rechts­be­we­gung an. Zu­zei­ten des Kal­ten Kriegs war die FPÖ strikt an­ti­so­wje­tisch. Jörg Hai­der for­der­te einst, das Denk­mal der Ro­ten Ar­mee am Wie­ner Schwar­zen­berg­platz, das an die Be­frei­ung Ös­ter­reichs von Hit­ler-Deutsch­land er­in­nert, zu schlei­fen. Heu­te be­wun­dert FPÖ-Chef und Hai­der-Nach­fol­ger Hein­zChris­ti­an Stra­che den rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Pu­tin als star­ken Staats­mann und mäch­ti­gen Ver­bün­de­ten der eu­ro­päi­schen Rechts­be­we­gung. Was bei­de über un­glei­che Macht­po­si­tio­nen und ideo­lo­gi­sche Grä­ben hin­weg ver­bin­det, ist die Vor­lie­be zu au­to­ri­tä­ren Sys­te­men, die Feind­schaft zur Eu­ro­päi­schen Uni­on re­spek­ti­ve die Lust an der Zer­stö­rung li­be­ra­ler De­mo­kra­ti­en west­li­cher Prä­gung. An­fang der Wo­che reis­te der ge­sam­te FPÖ-Füh­rungst­ross nach Moskau. Pu­tins Par­tei „Ei­ni­ges Russ­land“und die FPÖ-Füh­rung un­ter­zeich­ne­ten ei­nen „Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trag“über „ver­trau­ens­vol­le Zu­sam­men­ar­beit“und re­gel­mä­ßi­gen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch, der künf­tig al­le fünf Jah­re er­neu­ert wer­den soll. Stra­che hat da­bei durch­aus auch ein ei­gen­nüt­zi­ges Mo­tiv: Er möch­te sich Pu­tin als An­füh­rer der west­eu­ro­päi­schen Rechts­be­we­gung an­die­nen. Zu­gleich ver­sucht er, sei­ne FPÖ als Brü­cken­bau­er zwi­schen Ost und West in Stel­lung zu brin­gen. Ru­dolf Gru­ber

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.