Die In­sel gleicht ei­ner Fe­s­tung

Straß­bur­ger Weih­nachts­markt steht un­ter be­son­de­rer Be­ob­ach­tung

Pforzheimer Kurier - - TERRORANSCHLAG IN BERLIN -

Das Ent­set­zen ist groß: der Straß­bur­ger Ober­bür­ger­meis­ter Ro­land Ries spricht sei­nen Kol­le­gen auf der deut­schen Rhein­sei­te sein Bei­leid aus. „Ei­nen so blind­wü­ti­gen An­griff auf Fa­mi­li­en in die­ser dem Frie­den und der Er­ho­lung be­stimm­ten Zeit ent­larvt schlimms­ten Zy­nis­mus und Grau­sam­keit“, sagt Ries. Aber Aus­wir­kun­gen auf den Straß­bur­ger Weih­nachts­markt ha­ben die Er­eig­nis­se von Ber­lin nicht: Al­le elf Märk­te auf der von der Ill um­schlos­se­nen In­nen­stadt-In­sel blei­ben wie vor­ge­se­hen bis Hei­lig Abend ge­öff­net.

Der neue fran­zö­si­sche In­nen­mi­nis­ter, Bru­no Le Roux, reist ges­tern Vor­mit­tag in die selbst er­nann­te Weih­nachts­haupt­stadt, um sich per­sön­lich ein Bild von den dras­ti­schen Si­cher­heits­vor­keh­run­gen vor Ort zu ma­chen. In der Tat gleicht die Straß­bur­ger In­nen­stadt-In­sel seit dem ers­ten Ad­vents­wo­chen­en­de ei­ner Fe­s­tung: Wäh­rend die Ver­kaufs­stän­de ge­öff­net sind ist das Ge­biet ei­ne au­to­freie Zo­ne.

Der Zu­gang zu den Märk­ten ist auch für Fuß­gän­ger nur an be­stimm­ten Punk­ten mög­lich, dort kon­trol­lie­ren Po­li­zei und Mi­li­tär. Weih­nachts­markt­be­su­cher müs­sen ih­re Ta­schen öff­nen. In Zei­ten von star­kem Pu­bli­kums­an­drang wer­den an­kom­men­de Be­su­cher von de­nen ge­trennt, die die Weih­nachts­märk­te ver­las­sen – Po­li­zis­ten wei­sen Tou­ris­ten und Ein­hei­mi­schen den Weg. Die Zu­gän­ge zur In­nen­stadt-In­sel sind ent­we­der mit mas­si­ven Pol­lern ge­si­chert, die ex­tra vor Be­ginn der Weih­nachts­märk­te in­stal­liert wur­den oder es wur­den Last­wa­gen aus dem Fuhr­park der Eu­ro­mé­tro­po­le – zum Bei­spiel Müll­fahr­zeu­ge – quer­ge­stellt, um ge­nau das zu ver­hin­dern, was in Niz­za und nun wohl auch in Ber­lin ge­sche­hen ist.

Mit 450 000 Eu­ro gibt Straß­burg in die­sem Jahr dop­pelt so viel Geld für die Ab­si­che­rung der Weih­nachts­märk­te aus wie noch im ver­gan­ge­nen Jahr, als die Si­cher­heits­maß­nah­men nach den At­ten­ta­ten vom 13. No­vem­ber in Pa­ris be­reits mas­siv ver­schärft wur­den. Kein Weih­nachts­markt im gan­zen Land sei so ge­si­chert, wie der Straß­bur­ger, er­klärt ein fran­zö­si­scher Si­cher­heits­ex­per­te. Im Jahr 2000 wa­ren An­schlags­plä­ne auf den äl­tes­ten fran­zö­si­schen Weih­nachts­markt ver­ei­telt wor­den.

Foto: Ha­b­u­ra

DER ZU­GANG zum Straß­bur­ger Weih­nachts­markt ist für Fuß­gän­ger nur an be­stimm­ten von Po­li­zis­ten kon­trol­lier­ten Punk­ten mög­lich.

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