Stil­le Nacht gilt nicht für al­le

Wer an Weih­nach­ten so al­les ar­bei­ten muss

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Karls­ru­he. Hei­lig­abend un­ter dem Tan­nen­baum, die Fei­er­ta­ge auf dem So­fa? Nicht je­der kann über Weih­nach­ten frei ha­ben, je­den­falls nicht durch­ge­hend. Ei­ne un­voll­stän­di­ge Aus­wahl hat un­ser Mit­ar­bei­ter Sön­ke Möhl zu­sam­men ge­stellt: • Po­li­zis­ten und Feu­er­wehr­leu­te: Ob Ver­kehrs­un­fall, Ein­bruch oder Schlä­ge­rei, Po­li­zis­ten müs­sen zu je­der St­un­de des Jah­res aus­rü­cken. Feu­er­wehr­leu­te sind nicht nur zur Stel­le, wenn der Baum brennt – auch die Ber­gung nach Un­fäl­len oder aus Not­la­gen ge­hört zu ih­rem Job. Nach An­ga­ben des Po­li­zei­prä­si­di­ums Karls­ru­he un­ter­schei­det sich die Be­set­zung der Re­vie­re nicht we­sent­lich von an­de­ren Ta­gen, die Min­dest­stär­ke ist so­gar hö­her. • Not­fall­sa­ni­tä­ter: Beim Tran­chie­ren der Weih­nachts­gans mit dem Mes­ser ab­ge­rutscht, Herz­an­fall an der Kaf­fee­ta­fel oder mit dem Au­to ver­un­glückt? Die Le­bens­ret­ter sind zu je­der Uhr­zeit und bei je­dem Wetter zur Stel­le. • Kran­ken­pfle­ger und Ärz­te: Auch wenn nor­ma­ler­wei­se kei­ne Ein­grif­fe an den Fei­er­ta­gen ge­plant wer­den, Not­fäl­le müs­sen ope­riert und sta­tio­när auf­ge­nom­me­ne Pa­ti­en­ten ver­sorgt wer­den. • Dia­ko­ne: Rund 6 700 Be­schäf­tig­te der Dia­ko­nie Ba­den sind nach An­ga­ben der Kir­che an den Weih­nachts­ta­gen im Ein­satz. Das be­trifft et­wa die sta­tio­nä­re Al­ten­hil­fe, Wohn­hei­me für Kin­der und Ju­gend­li­che, So­zi­al­sta­tio­nen oder Wohn­hei­me für Men­schen mit Be­hin­de­run­gen. • Me­di­en: Stil­le Nacht? Fern­seh- und Ra­dio­pro­gram­me, On­lin­e­por­ta­le und auch die Ta­ges­zei­tun­gen nach Weih­nach­ten kom­men nicht oh­ne Re­dak­teu­re und Tech­ni­ker an den Fei­er­ta­gen aus. • Weih­nachts­män­ner: Sie ge­hö­ren zu den Haupt­ak­teu­ren an Hei­lig­abend – und das nicht nur in be­sinn­li­chen Ge­schich­ten. Hun­dert­tau­send­fach ma­chen sich Stu­den­ten, Vä­ter und Opas mit Stie­feln, ro­tem Man­tel, Müt­ze und wei­ßem Bart aus­ge­rüs­tet auf den Weg, um Ge­schen­ke zu ver­tei­len. Oft ist es ein lu­kra­ti­ver Ne­ben­job. • Ver­kehr: Wer den hei­li­gen Abend oder ei­nen Fei­er­tag zu­sam­men mit Ver­wand­ten oder Freun­den ver­brin­gen möch­te, die nicht gleich um die Ecke woh­nen, braucht ein Ver­kehrs­mit­tel. Bus­se und Bah­nen, Flug­zeu­ge und Schif­fe be­we­gen sich nicht oh­ne Fah­rer und Be­sat­zun­gen. Auch wer mit dem ei­ge­nen Au­to fährt, ver­lässt sich auf hel­fen­de Hän­de. Ver­kehrs­leit­zen­tra­len sind eben­so be­setzt wie Au­to­bahn­meis­te­rei­en, Rast­häu­ser oder Tank­stel­len. Der Pan­nen­dienst der Ver­kehrs­clubs steht be­reit, falls der Wa­gen streikt. Al­lein in Nord­ba­den hat der ADAC Hei­lig­abend 26 Pan­nen­hel­fer im Ein­satz. An den Fei­er­ta­gen sind es 24. „Das Wetter ist die gro­ße Un­be­kann­te“, sagt der Lei­ter der ADAC-Pan­nen­hil­fe Ba­den, Tho­mas Hoff­mann. • Kö­che: Da­mit Weih­nachts­gän­se mit Rot­kohl und Klö­ßen auch in Re­stau­rants auf den Tisch kom­men, müs­sen Kö­che und Ser­vice­per­so­nal zum Di­enst an­tre­ten. • Ho­tel­per­so­nal: Weih­nach­ten ganz ent­spannt im Well­ness­be­reich? Das bie­ten vie­le Ho­tels ih­ren weih­nacht­li­chen Kurz­ur­lau­bern. Da­für wird Per­so­nal vom Zim­mer­mäd­chen bis zum Emp­fangs­chef ge­braucht. • Ver­sor­gung: Strom kommt aus der Steck­do­se, Was­ser aus dem Hahn und Gas aus der Lei­tung. Doch wer sorgt da­für, dass es fließt und strömt? Es sind Mit­ar­bei­ter in den Über­wa­chungs­zen­tra­len von Kraft- und Was­ser­wer­ken oder Ar­bei­ter auf Bohr­in­seln, die nach Schicht­plan ar­bei­ten. So ar­bei­ten in der EnBW-Netz­leit­stel­le in Ess­lin­gen je sechs An­ge­stell­te in drei Schich­ten. In den Kraft­wer­ken sind nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben 670 Mit­ar­bei­ter im Schicht­dienst ein­ge­plant. • Seel­sor­ge: Ih­ren vi­el­leicht schöns­ten Di­enst des Jah­res ver­se­hen Pas­to­ren und Pfar­rer, wenn sie un­ter­stützt von Hel­fern die Weih­nachts­got­tes­diens­te fei­ern. Al­lein in der Evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che Ba­den gibt es zu Weih­nach­ten mehr als 1 600 Got­tes­diens­te, für die nach An­ga­ben der Kir­che rund 5 000 Men­schen haupt­be­ruf­lich und eh­ren­amt­lich ar­bei­ten. Für Men­schen, die an den Fei­er­ta­gen be­son­ders ein­sam sind, hal­ten sich zum Bei­spiel Ge­sprächs­part­ner der Te­le­fon­seel­sor­ge be­reit. (Fotos: dpa)

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