Der Ener­gie­ver­brauch steigt wie­der

Rück­schlag nach Er­folgs­jah­ren / Der An­teil des Mi­ne­ral­öls ist so hoch wie vor 26 Jah­ren

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Eck­art Gi­en­ke

Ber­lin/Köln. Der Ener­gie­ver­brauch in Deutsch­land ist in die­sem Jahr um 1,6 Pro­zent hö­her aus­ge­fal­len als im Vor­jahr. Die en­er­gie­be­ding­ten CO2-Emis­sio­nen wer­den nach ers­ten Schät­zun­gen um 0,9 Pro­zent zu­neh­men. Ur­sa­chen für den Mehr­ver­brauch sei­en die et­was küh­le­re Wit­te­rung, der Schalt­tag, die po­si­ti­ve wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und der Zu­wachs der Be­völ­ke­rung, teil­te die Ar­beits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen ges­tern in Ber­lin und Köln mit. Dämp­fend wirk­ten da­ge­gen wei­te­re Ver­bes­se­run­gen bei der Ener­gie­ef­fi­zi­enz, die je­doch nicht aus­reich­ten, um den Ener­gie­ver­brauch ins­ge­samt zu sen­ken.

Ins­ge­samt be­nö­ti­gen Wirt­schaft und Ver­brau­cher 13 427 Pe­ta­joule (PJ) oder 458,2 Mil­lio­nen Ton­nen St­ein­koh­le­ein­hei­ten (SKE) Pri­mär­ener­gie. Trotz der Ener­gie­wen­de ruht die Ener­gie­ver­sor­gung Deutsch­lands nach wie vor im We­sent­li­chen auf fos­si­len Ener­gie­trä­gern. Un­ver­än­dert 34 Pro­zent des Ener­gie­be­darfs wer­den durch Mi­ne­ral­öl ge­deckt, wo vor al­lem der Ab­satz von Die­sel­kraft­stoff und Flug­ben­zin zu­leg­te. Erd­gas stei­ger­te sei­nen An­teil von 20,9 auf 22,7 Pro­zent, weil neue Gas­kraft­wer­ke in Be­trieb gin­gen. Der Ver­brauch von St­ein­koh­le ging leicht zu­rück und der Bei­trag zur Ener­gie­ver­sor­gung re­du­zier­te sich von 12,9 auf 12,2 Pro­zent. Ähn­lich sah es bei der Braun­koh­le aus, de­ren An­teil von 11,8 auf 11,4 Pro­zent zu­rück­ging. Da­mit liegt der Bei­trag fos­si­ler Ener­gie­trä­ger an der Ver­sor­gung Deutsch­lands bei mehr als 80 Pro­zent.

Der An­teil des Mi­ne­ral­öls ist eben­so hoch wie vor 26 Jah­ren. Öl und Gas zu­sam­men stei­ger­ten ih­ren An­teil in die­sem Zei­t­raum so­gar von 50 auf fast 57 Pro­zent. Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en leg­ten um 2,6 Pro­zent zu und steu­ern nun 12,6 Pro­zent zur deut­schen Ener­gie­ver­sor­gung bei, nach 12,4 Pro­zent im Vor­jahr. Sie wer­den vor al­lem zur Strom­er­zeu­gung ge­nutzt, spie­len aber im Wär­me­markt und im Trans­port­sek­tor kei­ne Rol­le.

Nach Schät­zun­gen des Zen­trums für Son­nen­en­er­gie­und Was­ser­stof­fFor­schung Ba­denWürt­tem­berg (ZSW) und des Bun­des­ver­ban­des der Energie- und Was­ser­wirt­schaft (BDEW) be­trug der Bei­trag der Er­neu­er­ba­ren zur Strom­erz­zeu­gung 32 Pro­zent und da­mit et­was mehr als im Vor­jahr mit 31,5 Pro­zent. Das Ener­gie­kon­zept der Bun­des­re­gie­rung sieht 35 Pro­zent bis 2020 vor.

AUFGEDREHT: Über die Jah­re ist es ge­lun­gen, in Deutsch­land trotz wach­sen­der Wirt­schaft mit we­ni­ger Energie aus­zu­kom­men. Trotz al­ler Spar­maß­nah­men: der Ener­gie­ver­brauch steigt jetzt wie­der. Foto: dpa

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