Die EU ist sau­er auf Face­book

Kom­mis­si­on sieht sich bei Whats­App-Kauf durch Zu­cker­berg-Kon­zern ge­täuscht

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Men­lo Park (dpa). Die EU-Kom­mis­si­on wirft Face­book ir­re­füh­ren­de An­ga­ben bei der Über­nah­me von Whats­App im Jahr 2014 vor. Der De­al wird da­durch zwar nicht in Fra­ge ge­stellt, aber dem welt­größ­ten On­li­ne-Netz­werk dro­hen am En­de des Ver­fah­rens ei­ne Stra­fe so­wie die Schmach, ei­ner mög­li­chen Lü­ge be­zich­tigt zu wer­den.

„In die­sem spe­zi­el­len Fall ver­tritt die Kom­mis­si­on die vor­läu­fi­ge Auf­fas­sung, dass Face­book im Rah­men der Prü­fung der Über­nah­me von Whats­App fal­sche oder ir­re­füh­ren­de An­ga­ben ge­macht hat“, sag­te Wett­be­werbs­kom­mis­sa­rin Marg­re­the Ves­ta­ger. Face­book er­wi­der­te in ei­ner ers­ten Re­ak­ti­on, man ha­be stets kor­rek­te An­ga­ben ge­macht. Die Kom­mis­si­on er­klär­te ges­tern, Face­book ha­be bei der Prü­fung des WhatsAp­pDe­als an­ge­ge­ben, dass es nicht zu­ver­läs­sig mög­lich sein wer­de, ei­nen au­to­ma­ti­schen Da­ten­ab­gleich zwi­schen den Be­nut­zer­kon­ten bei­der Di­ens­te ein­zu­rich­ten. Im Au­gust 2016 hat­te Face­book je­doch an­ge­kün­digt, künf­tig die Te­le­fon­num­mern von Whats­App-Nut­zern mit Face­book-Pro­fi­len zu ver­knüp­fen. Die EU-Wett­be­werbs­hü­ter sind nun der An­sicht, „dass ent­ge­gen der Aus­sa­gen und Stel­lung­nah­men von Face­book wäh­rend des Prüf­ver­fah­rens die tech­ni­sche Mög­lich­keit ei­nes au­to­ma­ti­schen Ab­gleichs der Face­book-Nut­zer­pro­fi­le mit Whats­App-Nut­zer­pro­fi­len be­reits im Jahr 2014 be­stan­den hat“. Die Kom­mis­si­on be­fürch­te da­her, dass Face­book vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig fal­sche oder ir­re­füh­ren­de An­ga­ben ge­macht ha­be. Das sei ei­ne vor­läu­fi­ge Ein­schät­zung, schränk­te die Brüs­se­ler Be­hör­de ein.

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