Fle­xi­ble Stand­or­te für die Erst­auf­nah­me

Land re­agiert auf rück­läu­fi­ge Flücht­lings­zah­len

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ju­lia Giertz

Stuttgart. In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU) sieht gu­te Chan­cen, das neue, fle­xi­ble Stand­ort­kon­zept für die Flücht­lings­auf­nah­me in der ers­ten Hälf­te 2017 ab­zu­schlie­ßen. Mit den Städ­ten Ell­wan­gen, Mann­heim und Sig­ma­rin­gen müss­ten in den kom­men­den Wo­chen noch Fra­gen ge­klärt wer­den, sag­te er in Stuttgart. Kri­tik an sei­ner In­for­ma­ti­ons­po­li­tik wies er zu­rück. Fünf Wo­chen be­vor er das Ka­bi­nett in­for­miert ha­be, ha­be er die Ko­ali­ti­ons­frak­tio­nen so­wie die be­trof­fe­nen Ober­bür­ger­meis­ter, Bür­ger­meis­ter und Land­rä­te von sei­nen Plä­nen in Kennt­nis ge­setzt.

„Uns kommt es auf Ver­trau­en und Be­re­chen­bar­keit für die Städ­te und Land­krei­se an“, sag­te er, nach­dem er der Mi­nis­ter­rie­ge sein Kon­zept prä­sen­tiert hat­te. Vor­ge­se­hen sind ein An­kunfts­zen­trum in Mann­heim oder Sch­wet­zin­gen als mög­li­che Al­ter­na­ti­ve für Hei­del­berg so­wie Lan­des­erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen in Karls­ru­he, Ell­wan­gen, Sig­ma­rin­gen und Frei­burg. In Tü­bin­gen und Gi­en­gen an der Brenz sol­len bei zu­sätz­li­chem Be­darf Ein­rich­tun­gen ge­schaf­fen wer­den kön­nen. SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Sa­scha Bin­der kri­ti­sier­te, Strobl ha­be ei­ne ab­ge­schlos­se­ne Stand­ort­kon­zep­ti­on an­ge­kün­digt, die­se aber nicht vor­ge­legt. Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) nahm Strobl in Schutz. Be­vor man mit den Kom­mu­nen über ein Kon­zept re­de, müs­se man als Ko­ali­ti­on wis­sen, was man sel­ber wol­le. „Man kann nicht dif­fu­se De­bat­ten an­fan­gen.“Sonst kön­ne der Ein­druck ent­ste­hen, die Re­gie­rung sei ein „Pro­blem­suchstatt Pro­blem­lö­sungs­ver­ein“.

Ziel der Re­gie­rung ist, an­ge­sichts des rück­läu­fi­gen Flücht­lings­zu­stroms die Zahl der Erst­auf­nah­me­plät­ze von 34 000 auf 8 000, ma­xi­mal 16 000 zu re­du­zie­ren. Im Sep­tem­ber 2015 sind Strobl zu­fol­ge 14 000 Schutz­su­chen­de nach Ba­den-Würt­tem­berg ge­kom­men, Sep­tem­ber 2016 wa­ren es 1 400. Des­halb brau­che man ein „at­men­des Sys­tem“.

Strobl: Brau­chen „at­men­des Sys­tem“

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