Ge­mein­de­rat lehnt Haus­halt ab

Auf An­trag der Grü­nen Lis­te wur­de ge­heim ab­ge­stimmt / Neue Be­ra­tun­gen im Fe­bru­ar

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ro­land Wei­sen­bur­ger

Jetzt ist es schon wie­der pas­siert. Der Ge­mein­de­rat ver­wei­ger­te ges­tern mit knap­per Mehr­heit dem von Ober­bür­ger­meis­ter Gert Ha­ger vor­ge­leg­ten und zum Mo­nats­an­fang aus­führ­lich be­ra­te­nen Haus­halts­ent­wurf die Zu­stim­mung. Wie schon sein Vor­gän­ger schei­ter­te da­mit auch der Haus­halt für die Jah­re 2017/18 im ers­ten An­lauf.

20 Ge­mein­de­rats­mit­glie­der stimm­ten ge­gen den Haus­halt, 19 wa­ren da­für, ei­ner ent­hielt sich. Stadt­rat Pe­ter Pfeif­fel­mann (Die Lin­ke) fehl­te, doch sei­ne Stim­me hät­te den Haus­halt auch nicht ge­ret­tet und von ihm hät­te man oh­ne­hin ei­ne Ab­leh­nung er­war­tet. Da­mit ha­ben es die Frak­tio­nen von CDU, SPD und Grü­ner Lis­te nicht ge­schafft, die Stim­men der ei­ge­nen Leu­te zu­sam­men zu be­kom­men. Un­ge­mach kün­dig­te sich schon an, als Axel Baum­busch, Spre­cher der Grü­nen Lis­te (GL), ei­ne ge­hei­me Ab­stim­mung be­an­trag­te. Da­mit war klar, dass es kei­nen Frak­ti­ons­zwang mehr ge­ben wür­de. Flo­ren­tin Gold­mann, Spre­cher der CDU-Frak­ti­on, be­an­trag­te noch schnell ei­ne fünf­mi­nü­ti­ge Sit­zungs­un­ter­bre­chung, in der er mög­li­cher­wei­se noch ein­mal auf sei­ne Frak­ti­ons­kol­le­gen ein­wir­ken woll­te um ei­ne Zu­stim­mung zu er­rei­chen.

Die heim­li­che „Gro­ße Ko­ali­ti­on“, be­ste­hend aus CDU, SPD und GL ver­fügt ei­gent­lich über 22 Stim­men. Ge­mein­sam mit dem eben­falls stimm­be­rech­tig­ten Ober­bür­ger­meis­ter hät­te es ei­gent­lich für ei­ne Zu­stim­mung rei­chen müs­sen. Doch of­fen­bar war die Stim­mung we­der bei der Grü­nen Lis­te noch in der CDU ein­heit­lich. Gold­mann hat­te be­reits im Vor­feld an­ge­kün­digt, ei­ne Zu­stim­mung sei­ner Frak­ti­on kön­ne es nur ge­ben, wenn al­le Spar- und Kür­zungs­vor­schlä­ge auch um­ge­setzt wür­den. An­de­ren­falls sei­en die eben­falls ge­plan­ten Steu­er- und Ge­büh­ren­er­hö­hun­gen für die CDU nicht trag­bar. Die Kür­zun­gen gin­gen in den ein­zel­nen Ab­stim­mun­gen, die der Haus­halts­ent­schei­dung vor­an gin­gen, dann zwar al­le durch. Ob sich aber auch al­le Christ­de­mo­kra­ten an Gold­manns Vor­ga­be hiel­ten, wird man wohl nie er­fah­ren. Klare Zu­stim­mung hat­te SPD-Vor­mann Ralf Fuhr­mann si­gna­li­siert und auch Axel Baum­busch hat­te an­ge­kün­digt, sei­ne Frak­ti­on wer­de die um­strit­te­nen Kür­zun­gen „schwe­ren Her­zens“mit­tra­gen. Sein An­trag auf ge­hei­me Ab­stim­mung lässt aber ver­mu­ten, dass er da­mit nicht die gan­ze Frak­ti­on hin­ter sich hat­te. Ein­deu­tig ge­gen das Zah­len­werk hat­te sich zu­vor Chris­tof Wei­sen­ba­cher für die Frak­ti­on Wir in Pforz­heim/Lis­te El­tern/Die Lin­ke po­si­tio­niert. Er war zu­vor mit sei­nem An­trag ge­schei­tert, er­war­te­te Zu­schüs­se aus Stuttgart und Ber­lin für den Er­werbs­lo­sen­treff, die Al­ten­be­geg­nungs­stät­ten und die Aids­hil­fe ein­zu­pla­nen. Ein­deu­tig ge­gen den Haus­halt hat sich Hans-Ul­rich Rül­ke (FDP/FW) schon vor Wo­chen aus­ge­spro­chen. „Al­le wer­den zur Kas­se ge­be­ten, um das Pres­ti­ge­ob­jekt In­nen­stadt-Ost zu fi­nan­zie­ren“, er­klär­te er das Nein sei­ner Frak­ti­on. Fe­lix Her­kens (Bünd­nis90/Die Grü­nen) zeih­te je­ne Rats­kol­le­gen, die „schwe­ren Her­zens“zu­stim­men woll­ten, der Heu­che­lei, for­der­te er­neut ei­ne Rück­nah­me der Kür­zun­gen im So­zi­al­be­reich und kün­dig­te ei­ne Ab­leh­nung des Haus­halts an. Dies ta­ten auch Bernd Zil­ly (Un­ab­hän­gi­ge Bür­ger) und Bernd Grim­mer (AfD). Der Ge­mein­de­rat muss nun im neu­en Jahr er­neut in die Be­ra­tun­gen ein­tre­ten. Ers­te Sit­zung ist am 21. Fe­bru­ar.

„Pres­ti­ge­ob­jekt“und „Heu­che­lei“

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