„Vom Kar­tof­fel­puf­fer bringt uns nichts ab“

Manch ei­ner geht mit ge­misch­ten Ge­füh­len zum Weih­nachts­markt

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Nach dem schreck­li­chen An­schlag am Mon­tag­abend auf dem Ber­li­ner Weih­nachts­markt woll­ten wir von Be­su­chern des Pforz­hei­mer Weih­nachts­markts wis­sen, mit wel­chen Ge­füh­len sie den­noch her­ge­kom­men sind.

„Für mich war es klar, dass ich trotz­dem hier­her­kom­me. Man denkt zwar kurz an den An­schlag, aber ich will mir das Ver­gnü­gen nicht ent­ge­hen las­sen. Ich kom­me öf­ters auf den Weih­nachts­markt, ge­ra­de in der Mit­tags­pau­se ist das ei­ne schö­ne Ge­wohn­heit. Ich ha­be ei­gent­lich kei­ne Angst. Es ist kei­ne Al­ter­na­ti­ve, dass al­le zu Hau­se blei­ben.“De­lia Pfeil­sti­cker (30) aus Friolz­heim

„Wir ha­ben uns das schon vor­her über­legt, ob wir hier­her­kom­men sol­len. Aber wir sind jetzt das ers­te Mal hier und woll­ten das un­be­dingt und uns nicht von die­sen schlim­men Er­eig­nis ab­schre­cken las­sen. Es ist auch sehr un­wahr­schein­lich, dass sich das jetzt gleich wie­der­holt. Wenn man an­fängt, über die Ri­si­ken nach­zu­den­ken, kann man gleich zu Hau­se blei­ben.“Mar­tin Rei­ling (36) aus dem Enz­kreis

„Wir ha­ben den Be­such hier schon lan­ge ge­plant und wol­len auch noch ins Schmuck­mu­se­um. Ich glau­be auch, wenn man ei­ne Zeit lang hier ist, ge­wöhnt man sich dar­an. Wir ge­hen aber mög­lichst nur in Gas­sen, wo kein Last­wa­gen durch­kom­men wür­de.“In­ge­borg Hahn (68) aus dem Kreis Heil­bronn

„Ich will mir da kei­ne Ge­dan­ken ma­chen, sonst hät­te ich nur un­an­ge­neh­me Ge­füh­le. Ich bin oft hier mit mei­nen Kol­le­gen in der Mit­tags­pau­se. Das wä­re scha­de, wenn wir das nicht mehr ma­chen wür­den aus Angst. Und wenn wir Angst hät­ten, dürf­ten wir ja gar nicht mehr aus dem Haus ge­hen.“

Uwe Se­ger (50)aus Pforz­heim

„Man hofft im­mer, das Pro­blem bleibt weit weg. Aber ei­gent­lich ist kei­ner mehr si­cher, egal, wo er ist. Ich hat­te vo­ri­ge Wo­che schon den Ter­min hier aus­ge­macht und woll­te ihn jetzt nicht ver­schie­ben oder ab­sa­gen. Den­noch ha­be ich vor, in der nächs­ten Zeit Ver­an­stal­tun­gen zu mei­den mit vie­len Men­schen.“Jost Brun­ner (71) aus Pforz­heim

„Ich bin ei­gent­lich völ­lig ent­spannt, so tra­gisch der Vor­fall auch ist. Ich ha­be ei­gent­lich auch kei­ne Sor­gen hier, trotz dem ho­hen An­teil von Aus­län­dern bei uns. Ich bin re­gel­mä­ßig auf dem Weih­nachts­markt und muss sa­gen, dass heu­te auf­fäl­lig we­nig Be­su­cher da sind. Wenn wir uns aber ver­ste­cken, dann ha­ben die Ter­ro­ris­ten ge­nau das er­reicht, was sie wol­len.“

Wib­ke Eber­lein aus Pforz­heim

„Hier ist ja Pro­vinz. Ich glau­be, Pforz­heim ist nicht so ge­fähr­lich wie Ber­lin. Sonst dürf­te man auch nicht mehr auf die Mess‘. Aber im Hin­ter­grund spie­len sich die Sor­ge und die Angst schon ab. Wir sind heu­te hier zum Kar­tof­fel­puf­ferEs­sen, un­ser Lieb­lings­es­sen. Da­von bringt uns nichts ab.“El­ke Arm­reif aus Isprin­gen

pec/Fotos: pec

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