Krea­tiv­räu­me für die Ster­nen­fän­ger

Ki­ta in der West­li­chen setzt auf in­di­vi­du­el­le Be­treu­ung / Of­fe­ne Grup­pen­ar­beit

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ulla Donn-von Yrsch

Es ist still, un­glaub­lich still, da­bei ist es ein ganz ge­wöhn­li­cher Tag in der Ki­ta Ster­nen­fän­ger. Sind denn kei­ne Kin­der da? „Doch“, lacht An­ne­do­re Drechs­ler, Ki­talei­te­rin. 84 Kin­der in fünf Grup­pen, da­von zwei Grup­pen für un­ter Drei­jäh­ri­ge, wer­den in dem hel­len Ge­bäu­de in der West­li­chen Karl-Fried­rich-Stra­ße 79 bis 16.30 Uhr be­treut, teil­wei­se schon ab 7 Uhr mor­gens.

Pla­ka­te im Ein­gangs­be­reich mit Fotos der Kin­der zei­gen, dass gut 90 Pro­zent ei­nen Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ha­ben. Die Dis­zi­plin in den Räu­men ist dem Kon­zept des Trä­gers, dem In­ter­na­tio­na­len Bund (IB) ge­schul­det: Die 13 Er­zie­he­rin­nen der bald auch „reg­gio­cer­ti­fi­zier­ten“Ki­ta, ge­hen in­di­vi­du­ell auf je­des ein­zel­ne Kind und sei­ne Nei­gun­gen ein. So gibt es ne­ben der Grup­pen-Er­zie­he­rin Päd­ago­gen in den ein­zel­nen krea­ti­ven Räu­men: Bas­tel-Ate­lier, Be­we­gung, Tech­nik, Le­sen/Schrei­ben und Thea­ter, ge­ben den Kin­dern die Mög­lich­keit, sich in ganz un­ter­schied­li­chen Fel­dern aus­zu­pro­bie­ren.

Die­se of­fe­ne Grup­pen­ar­beit führt da­zu, dass die Kin­der, ver­teilt auf ver­schie­de­ne Räu­men, nicht zu eng ge­drängt sind und das führt wie­der­um zur Ru­he. Seit zwei Jah­ren be­steht in­zwi­schen die Ki­ta und ne­ben ei­ner en­gen Ko­ope­ra­ti­on mit der Car­lo-Schmi­dSchu­le (eben­falls IB), gibt es auch ei­ne gu­te Zu­sam­men­ar­beit mit der Os­ter­feld-Grund­schu­le. Al­le zwei Wo­chen kommt ei­ne Leh­re­rin vor­bei, um die Kin­der schon ein­mal ken­nen­zu­ler­nen. Denn aus der West­stadt kom­men sie al­le und ha­ben das ent­spre­chen­de fa­mi­liä­re Um­feld. Zum ei­nen gibt es fi­nan­zi­el­le Pro­ble­me, meist zahlt der Job­cen­ter die Ge­büh­ren für die Ki­ta, zum an­de­ren kön­nen die El­tern oft kaum Deutsch und ken­nen das deut­sche Le­ben nicht.

„Die ge­ben mor­gens die Kin­der ab und ge­hen“, stellt Lia­ne Bley, Schul­lei­te­rin Car­lo-Schmid-Schu­le er­schüt­tert fest. Dass sich El­tern en­ga­gie­ren, sei in vie­len Kul­tu­ren un­be­kannt.

Des­halb ver­su­che die Ki­ta, ver­stärkt auf Müt­ter zu­zu­ge­hen und sie zur Mit­ar­beit zu er­mu­ti­gen. Au­ßer­dem wer­de den Müt­tern Sprach­un­ter­richt und Be­ra­tung an­ge­bo­ten. „Geht es der Fa­mi­lie gut, geht es auch den Kin­dern gut.“er­klärt Bley. Nach den ers­ten zwei Jah­ren kommt nächs­ten Herbst nun die ers­te Ki­ta-Grup­pe in die Grund­schu­le. Drechs­ler ist über­zeugt, dass der Über­gang gut ge­lingt, denn al­le ha­ben hier gut Deutsch ge­lernt und fin­den sich gut zu­recht.

IN DER KI­TA STER­NEN­FÄN­GER wer­den die Klei­nen in­di­vi­du­ell be­treut, je nach Nei­gun­gen der Kin­der. Da­für gibt es ein Bas­tel-Ate­lier, Thea­ter und an­de­re krea­ti­ve Be­rei­che. Foto: Eh­mann

EIN AKTIONSPROGRAMM für die Weih­nachts­fe­ri­en ha­ben Cle­mens Bei­sel und Eva Schrö­der für Kin­der und Ju­gend­li­che im Lu­kas­zen­trum zu­sam­men­ge­stellt. Foto: eh

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