Rö­mi­sches Flair am KIT

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - JU­LI­US SAND­MANN

Der Se­nat war die wich­tigs­te In­sti­tu­ti­on des Rö­mi­schen Rei­ches. Er be­stimm­te lan­ge Zeit die Po­li­tik des rie­si­gen Im­pe­ri­ums, war aber auch Schau­platz zahl­rei­cher Rän­ke­spie­le. So be­deu­tend ist der Se­nat des Karls­ru­her In­sti­tuts für Tech­no­lo­gie (KIT) na­tür­lich nicht – den­noch kön­nen sei­ne Ent­schei­dun­gen weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen ha­ben. Wie die nun ge­trof­fe­ne, Ul­rich Breu­ers Ver­trag vom 1. Ja­nu­ar 2018 an nicht um wei­te­re sechs Jah­re zu ver­län­gern.

En­de 2017 muss al­so der Vi­ze­prä­si­dent für Wirtschaft und Fi­nan­zen ge­hen, der das KIT auf mehr Wirt­schaft­lich­keit ge­trimmt hat und noch wei­ter trim­men soll­te. Das Vo­tum ist da­mit auch ei­ne Ohr­fei­ge für den Auf­sichts­rat ei­ner der bes­ten Uni­ver­si­tä­ten der Welt. Die­ser

hat­te sich schließ­lich ein­stim­mig für Breu­er aus­ge­spro­chen. Es scheint ei­ne Kluft zu ge­ben zwi­schen dem Se­nat, der sich aus KIT-An­ge­hö­ri­gen zu­sam­men­setzt, und dem Auf­sichts­rat, in dem un­ter an­de­rem der nach An­ga­ben des For­bes-Ma­ga­zins sech­streichs­te Deut­sche und der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Daim­ler AG sit­zen.

Es bleibt ab­zu­war­ten, wel­che Ve­rän­de­run­gen Breu­er 2017 in sei­nem letz­ten Jahr als KIT-Vi­ze­prä­si­dent noch durch­set­zen kann. Wer sein Nach­fol­ger wird, steht noch nicht fest, aber auch hier be­darf es der Zu­stim­mung des Se­nats. Si­cher ist: Über zu viel Har­mo­nie am Ar­beits­platz wird sich der nächs­te Ver­ant­wort­li­che für Wirtschaft und Fi­nan­zen des KIT nicht be­kla­gen kön­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.