Op­fer aus dem Aus­land

Pforzheimer Kurier - - DER ANSCHLAG UND DIE FOLGEN -

Un­ter den Op­fern des Ter­ror­an­schlags von Ber­lin sind wahr­schein­lich auch meh­re­re Aus­län­der. Nach In­for­ma­tio­nen der ita­lie­ni­schen Nach­rich­ten­agen­tur An­sa wird ei­ne 31-jäh­ri­ge Frau aus Sul­mo­na in den Abruz­zen ver­misst, die seit meh­re­ren Jah­ren in Ber­lin lebt. Ihr Han­dy sei am Ort des An­schlags am Breit­scheid­platz ge­fun­den wor­den. Die Fa­mi­lie sei vom Au­ßen­mi­nis­te­ri­um in­for­miert wor­den, sag­te der Va­ter der Frau. Sei­ne Frau und sein Sohn sei­en in­zwi­schen in Ber­lin, wo sie auf die Er­geb­nis­se ei­nes DNA-Tests war­te­ten. Die 31-Jäh­ri­ge, die seit 2013 in Deutsch­land leb­te, war bei ei­nem Trans­port­un­ter­neh­men in Ber­lin be­schäf­tigt. Sie woll­te heu­te für die Weih­nachts­ta­ge in die Hei­mat flie­gen.

Auch ei­ne Is­rae­lin wird ver­misst. Is­ra­els Mi­nis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Ne­tan­ja­hu sag­te bei ei­ner Ver­an­stal­tung in Je­ru­sa­lem, man fürch­te um ihr Le­ben. Nach An­ga­ben ei­nes

Trau­er in Is­ra­el, Ita­li­en und Po­len

is­rae­li­schen Re­prä­sen­tan­ten han­delt es sich um die Ehe­frau ei­nes is­rae­li­schen Staats­bür­gers, der bei dem An­schlag schwer ver­letzt wur­de. Er sei mehr­mals ope­riert wor­den, schwe­be aber nicht in Le­bens­ge­fahr, be­rich­te­te das is­rae­li­sche Fern­se­hen. Der et­wa 60-jäh­ri­ge Mann ha­be ge­mein­sam mit sei­ner Frau den Weih­nachts­markt be­sucht.

Von den ins­ge­samt elf to­ten Weih­nachts­markt­be­su­chern sind bis­her sechs iden­ti­fi­ziert wor­den. Bei al­len han­delt es sich nach An­ga­ben von BKA-Prä­si­dent Hol­ger Münch um deut­sche Staats­bür­ger. Beim zwölf­ten To­ten han­delt es sich um den Fah­rer der pol­ni­schen Spe­di­ti­on, der tot im Füh­rer­haus des Last­wa­gens ge­fun­den wor­den war. Der Spe­di­ti­ons-Ei­gen­tü­mer iden­ti­fi­ziert den Fah­rer – sei­nen Cou­sin – auf ei­nem Po­li­zei­fo­to. Die­ser sei mit 120 Ki­lo ein statt­li­cher Mann ge­we­sen, der si­cher­lich nicht ein­fach zu über­wäl­ti­gen ge­we­sen war, er­klär­te der Spe­di­teur. Der Mann wur­de mit ei­ner klein­ka­li­bri­gen Waf­fe er­schos­sen. Die Er­mitt­ler ge­hen da­von aus, dass der Mann erst un­mit­tel­bar nach der töd­li­chen Fahrt über den Weih­nachts­markt starb.

Po­len trau­er­te ges­tern um den Lkw-Fah­rer. Re­gie­rungs­che­fin Bea­ta Szydlo be­zeich­ne­te ihn als „das ers­te Op­fer der ab­scheu­li­chen Ge­walt­tat“. Der 37-Jäh­ri­ge hin­ter­lässt sei­ne Frau und ei­nen 17-jäh­ri­gen Sohn. dpa/AFP/BNN

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