EU will här­ter durch­grei­fen

Vie­le Neue­run­gen ge­plant / Auch Mos­kau re­agiert

Pforzheimer Kurier - - DER ANSCHLAG UND DIE FOLGEN - Von un­se­ren Mit­ar­bei­tern Al­ki­mos Sar­to­ros und Mar­ti­na Her­zog

So­wohl Rei­sen als auch die Geld­be­schaf­fung sol­len für po­ten­zi­el­le At­ten­tä­ter schwe­rer wer­den. Die EU-Kom­mis­si­on will die Si­cher­heits­be­hör­den in ih­rem Kampf ge­gen Ter­ro­ris­ten stär­ken. Da­zu soll vor al­lem die Fahn­dungs­da­ten­bank Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tem aus­ge­baut wer­den, wie die Brüs­se­ler Be­hör­de ges­tern mit­teil­te. Au­ßer­dem ist ei­ne Rei­he an Neue­run­gen vor­ge­se­hen, da­mit Ter­ro­ris­ten in Eu­ro­pa künf­tig schwe­rer an Geld kom­men. Die EU-Staa­ten und das Eu­ro­pa­par­la­ment müss­ten den Vor­schlä­gen zu­stim­men. Ers­te Re­ak­tio­nen fie­len po­si­tiv aus.

In der Schen­ge­ner Da­ten­bank wer­den Per­so­nen oder Ge­gen­stän­de ge­spei­chert, die et­wa zur Fest­nah­me, Aus­lie­fe­rung oder Si­cher­stel­lung aus­ge­schrie­ben sind. Sie wird so­wohl zur Fahn­dung nach Ver­däch­ti­gen und Ver­miss­ten ge­nutzt als auch zur Su­che nach ge­stoh­le­nen Au­tos oder Waf­fen. Das Sys­tem soll Kon­trol­len an den eu­ro­päi­schen Au­ßen­gren­zen er­leich­tern. Es ent­hält der­zeit 70 Mil­lio­nen Ein­trä­ge und wird von 29 eu­ro­päi­schen Län­dern ge­nutzt. Künf­tig soll es auch die Ka­te­go­rie „un­be­kann­te ge­such­te Per­so­nen“ge­ben so­wie Hin­wei­se auf ver­miss­te Kin­der oder Kin­der, bei de­nen die Be­hör­den von ei­nem ho­hen Ent­füh­rungs­ri­si­ko aus­ge­hen. Auch für Per­so­nen, die aus der EU in ih­re Hei­mat­län­der aus­ge­wie­sen wer­den sol­len, sind Ein­trä­ge ge­plant, eben­so für Men­schen, für die es Ein­rei­se­ver­bo­te gibt. „In Zu­kunft soll­ten nie wie­der maß­geb­li­che In­for­ma­tio­nen über mut­maß­li­che Ter­ro­ris­ten oder ir­re­gu­lä­re Mi­gran­ten, die un­se­re Au­ßen­gren­zen über­schrei­ten, ver­lo­ren ge­hen“, mein­te der zu­stän­di­ge EU-In­nen­kom­mis­sar Di­mi­tris Av­ra­mo­pou­los.

Da­ne­ben sol­len Ter­ro­ris­ten in Eu­ro­pa künf­tig schwe­rer an Geld ge­lan­gen. Un­ter an­de­rem sol­len die Be­hör­den bei der Ein- und Aus­rei­se Ver­däch­ti­ger in Eu­ro­pa auch bei Be­trä­gen ein­grei­fen dür­fen, die un­ter der bis­lang gel­ten­den Bar­geld-Zol­lan­mel­de­schwel­le von 10 000 Eu­ro lie­gen. Au­ßer­dem sol­len die Zoll­kon­trol­len auf Bar­geld oder Wert­sa­chen in Post­pa­ke­ten oder Fracht­sen­dun­gen aus­ge­wei­tet wer­den. Da­ne­ben will die EU-Kom­mis­si­on durch­set­zen, dass in Zu­kunft ei­ne na­tio­na­le Ent­schei­dung zur Be­schlag­nah­me von Ver­mö­gen in Ter­ror­ver­fah­ren in ganz Eu­ro­pa gül­tig ist. Die Vor­schlä­ge sei­en „wei­te­re po­si­ti­ve Schrit­te“im Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus, mein­te der Vor­sit­zen­der der CDU/CSU-Grup­pe im Eu­ro­pa­par­la­ment, Her­bert Reul (CDU).

Frank­reich ver­stärk­te der­weil sei­ne Kon­trol­len an der Gren­ze zu Deutsch­land. Al­lein im El­sass an der Gren­ze zu Ba­den-Würt­tem­berg sol­len nach An­ga­ben des Re­gio­nal­sen­ders „Fran­ce Bleu Al­sace“ins­ge­samt 200 zu­sätz­li­che Po­li­zis­ten und Sol­da­ten ein­ge­setzt wer­den. Und auch in Russ­land rüs­tet man nach dem An­schlag in Ber­lin auf. So will die Mos­kau­er Po­li­zei die Auf­fahr­ten zu gro­ßen Plät­zen – dar­un­ter auch Weih­nachts­märk­te – mit Last­wa­gen blo­ckie­ren.

Frank­reich ver­stärkt Grenz­kon­trol­len

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