Stif­tung bleibt Hand der Stadt

Nach­fah­re des Luft­schiff­pio­niers Zep­pe­lin will das Ur­teil an­fech­ten

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Kath­rin Drinkuth

Fried­richs­ha­fen. Er­folg für die Stadt Fried­richs­ha­fen: Die mil­lio­nen­schwe­re Zep­pe­lin-Stif­tung bleibt in der Hand der Kom­mu­ne. Wie das Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tü­bin­gen mit­teil­te, wur­den ent­spre­chen­de An­trä­ge ei­nes Nach­fah­rens des Luft­schiff­pio­niers Graf Fer­di­nand von Zep­pe­lin ab­ge­lehnt. Die­ser woll­te die ur­sprüng­li­che, selbst­stän­di­ge Stif­tung wie­der­be­le­ben – mit dem da­ma­li­gen Zweck, die Luft­fahrt zu för­dern. Die An­trä­ge sei­en schon des­halb ab­zu­leh­nen, weil die 1947 er­las­se­ne Rechts­an­ord­nung über die Auf­he­bung der Zep­pe­lin-Stif­tung in Form ei­nes Ge­set­zes er­folg­te, hieß es beim Re­gie­rungs­prä­si­di­um. Zu­dem sei­en Al­brecht Graf von Bran­den­stein-Zep­pe­lin und sein Sohn als An­trags­stel­ler gar nicht be­fugt, da sie kei­ne Mit­glie­der ei­nes Or­gans der Zep­pe­lin-Stif­tung sei­en.

Graf von Bran­den­stein-Zep­pe­lin kün­dig­te ges­tern an, vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Sigmaringen ge­gen die Ent­schei­dung vor­ge­hen zu wol­len. „Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um hat es sich zu ein­fach ge­macht“, teil­te er mit. „Ich glau­be des­halb nicht, dass die­se Ent­schei­dung vor Ge­richt letzt­in­stanz­lich Be­stand ha­ben wird.“Dass sei­ne An­trä­ge ab­ge­lehnt wur­den, sei ein „An­schlag auf das Stif­tungs­we­sen ins­ge­samt.“Wenn ein Stifter nicht mehr die Ge­wiss­heit ha­ben kön­ne, dass sei­ne Stif­tung er­hal­ten und sein Stif­ter­wil­le be­ach­tet wer­de, wer­de das Fun­da­ment des deut­schen Stif­tungs­we­sens be­schä­digt.

Der Luft­schiff­bau­er Zep­pe­lin hat­te die Stif­tung 1908 ge­grün­det. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de sie 1947 der Stadt über­tra­gen. Aus Sicht Graf von Bran­den­stein-Zep­pe­lins zu un­recht – da­her hat­te er die ent­spre­chen­den An­trä­ge beim Re­gie­rungs­prä­si­di­um ein­ge­reicht. Die Stadt wie­der­um hält sein An­lie­gen für un­zu­läs­sig und un­be­grün­det. Ei­ner mög­li­chen Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt se­he man ge­las­sen ent­ge­gen, teil­te die Kom­mu­ne mit. Für die Stadt steht ei­ni­ges auf dem Spiel: Mit dem Geld der Stif­tung wer­den kul­tu­rel­le und so­zia­le Pro­jek­te un­ter­stützt. Für 2016 rech­net die Kom­mu­ne nach ei­ge­nen An­ga­ben mit 50 Mil­lio­nen Eu­ro, die da­für ein­ge­setzt wer­den kön­nen.

FER­DI­NAND GRAF VON ZEP­PE­LIN grün­de­te sei­ne Stif­tung 1908. Um die mil­lio­nen­schwe­re Stif­tung in Fried­richs­ha­fen wur­de mo­na­te­lang ge­run­gen. Foto: dpa

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