Frei­spruch in ku­rio­sem Fall

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT -

Bonn (dpa). Zwei­ein­halb Jah­re nach sei­ner Ver­ur­tei­lung we­gen Tot­schlags ist ein 43-jäh­ri­ger Koch in ei­nem neu­en Pro­zess in Bonn frei­ge­spro­chen wor­den. Es ge­be kei­ne „star­ken Be­wei­se“da­für, dass er sei­ne seit Sep­tem­ber 2012 ver­schwun­de­ne Frau ge­tö­tet ha­be, be­grün­de­te das Land­ge­richt Bonn das Ur­teil in dem neu auf­ge­roll­ten Straf­ver­fah­ren um ei­nen „Mord oh­ne Lei­che“.

Koch wur­de zu­nächst we­gen Tot­schlags ver­ur­teilt

Ei­ne Tä­ter­schaft sei „denk­bar“, sag­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Hin­rich de Vries. Genau­so hal­te es die Kam­mer aber auch für mög­lich, dass die Frau das ge­mein­sa­me Haus nach ei­nem Streit ver­ließ. Vie­le Fra­gen sei­en of­fen ge­blie­ben. Im Ju­li 2014 war der Mann in ei­nem ers­ten Ver­fah­ren in Bonn zu elf Jah­ren Frei­heits­stra­fe we­gen Tot­schlags ver­ur­teilt wor­den. Er hat­te sei­ne Un­schuld be­teu­ert und Re­vi­si­on beim Bun­des­ge­richts­hof ein­ge­legt, der das Ur­teil 2015 auf­hob und Rechts­feh­ler rüg­te. Ei­ne Lei­che ist in dem Fall bis heu­te nicht ge­fun­den wor­den. Ein Ge­ständ­nis, das der An­ge­klag­te nur im pri­va­ten Um­feld ge­gen­über sei­ner da­ma­li­gen Ge­lieb­ten ab­ge­legt ha­be, nann­te der Rich­ter „nicht be­last­bar“. Er hat­te der Glei­eb­ten ge­beich­tet, er ha­be die Frau im ge­mein­sa­men Haus bei Bonn er­würgt, ih­re Lei­che zer­stü­ckelt und an sei­nem Ar­beits­platz in ei­ner Kli­nik­kü­che ent­sorgt. Das war nach Mei­nung des Ge­richts ge­lo­gen.

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