„Re­gio­nal­plan schlägt räum­li­ches Leit­bild“

In Neu­reut sorgt die Dis­kus­si­on über neue Flä­chen für künf­ti­ge Wohn­be­bau­ung wei­ter für Auf­re­gung

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ekart Kin­kel

Die Fort­schrei­bung des Flä­chen­nut­zungs­plans (FNP) mit der ge­plan­ten Aus­wei­sung neu­er Wohn­bau­flä­chen im Nach­bar­schafts­ver­band Karls­ru­he hat­te be­reits mehr­fach Wel­len ge­schla­gen. Und die Auf­re­gung klingt nicht ab: We­gen kon­tro­ver­ser Dis­kus­sio­nen und frak­ti­ons­in­ter­ner Be­ra­tun­gen wur­de am Di­ens­tag­abend so­gar der Be­ginn der Sit­zung des Ort­schafts­rats Neu­reut um zehn Mi­nu­ten ver­scho­ben. „Es ist ein kom­ple­xes The­ma, das gro­ße Ve­rän­de­run­gen für un­se­re Ort­schaft mit sich brin­gen wird“, brach­te Orts­vor­ste­her Jür­gen Sto­ber die Be­deu­tung der FNPFort­schrei­bung auf den Punkt.

Rund 85 Hekt­ar neue Wohn­bau­ge­bie­te sol­len nach dem Wil­len des Nach­bar­schafts­ver­bands in Karls­ru­he bis zum Jahr 2030 zur De­ckung des un­ge­bremst stei­gen­den Woh­nungs­be­darfs aus­ge­wie­sen wer­den. (Die BNN be­rich­te­ten.) Nach dem bis­he­ri­gen Prüf­ergeb­nis des Stadt­pla­nungs­amts lie­gen 41 Hekt­ar da­von auf Neu­reu­ter Ge­mar­kung – fast die Hälf­te der ge­sam­ten Flä­chen­ku­lis­se.

Am En­de ei­ner lang­wie­ri­gen Ab­stim­mung rang sich das Gre­mi­um in sei­ner Sit­zung nun zur wei­te­ren Prü­fung von 42,6 Hekt­ar bis­lang un­be­bau­ter Flä­che durch. Un­ter­sucht wird die Eig­nung als Wohn­bau­ge­biet. Über je­de der elf in Fra­ge kom­men­den Neu­reu­ter Flä­chen wur­de se­pa­rat ab­ge­stimmt. Ei­ni­ge der Flä­chen, die Hei­ke De­de­rer vom Stadt­pla­nungs­amt in ih­rem Vor­trag als fa­vo­ri­siert be­schrie­ben hat­te, lehn­te das Ort­schafts­gre­mi­um da­bei rund­weg ab. An­de­re Flä­chen er­hiel­ten da­ge­gen trotz De­de­rers ab­leh­nen­der Hal­tung den Zu­schlag.

Mit ih­rem ei­gent­li­chen Ziel hiel­ten die Frak­tio­nen nicht hin­ter dem Berg. „Wir wol­len ei­ne Nord­tan­gen­te durch Neu­reut auf je­den Fall ver­hin­dern“, stell­ten die Ort­schafts­rats­mit­glie­der Tho­mas Metz­ger (Grü­ne) und Bar­ba­ra Rohrau­er (SPD) klar. Doch Hoff­nun­gen auf ei­ne Wirk­sam­keit ent­spre­chen­der Vo­ten mach­te De­de­rer gleich ei­nen Strich durch die Rech­nung. „Nach den Vor­ga­ben des Re­gio­nal­plans ist ei­ne brei­te Ost-West-Tras­se un­ab­hän­gig von den Pla­nun­gen für ei­ne Ver­kehrs­stra­ße wei­ter frei zu hal­ten“, be­ton­te sie und er­gänz­te zu­dem: „Als for­mel­le Ba­sis schlägt der Re­gio­nal­plan auch das räum­li­che Leit­bild.“

Die Aus­wei­sung neu­er Wohn­ge­bie­te sei für Neu­reut ein „ech­tes Zu­kunfts­pro­jekt“, be­grün­de­te der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Kars­ten Lam­precht die zä­hen Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Frak­ti­ons­spit­zen. „Wir ha­ben uns sehr schwer ge­tan, weil das Orts­bild über Jahr­zehn­te hin­aus ver­än­dert wer­den kann“, sag­te Lam­precht. Un­ver­ständ­lich ist aus Sicht der Christ­de­mo­kra­ten al­ler­dings, dass Tei­le ei­nes Wohn­bau­ge­biets im Zen­trum von Neu­reut aus dem bis­he­ri­gen Flä­chen­nut­zungs­plan von 2010 her­aus­ge­nom­men wer­den sol­len. Auch der FDPFrak­ti­ons­vor­sit­zen­de Die­ter Kö­nig ver­wies auf ei­ne „weg­wei­sen­de Ent­schei­dung über die künf­ti­gen Le­bens­be­din­gun­gen in Neu­reut“. Metz­ger warn­te vor ei­ner „ex­tre­men Ver­dich­tung und der

Bür­ger­infor­ma­ti­on ist für 5. April an­ge­kün­digt

Zer­stö­rung von Frisch­luft­schnei­sen und Na­tur­raum“. Im April fol­gen nun die nächs­ten an­ge­kün­dig­ten Schrit­te. Die Bür­ger in­for­miert am Mitt­woch, 5. April, das Stadt­pla­nungs­amt bei ei­ner öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tung in Neu­reut über die ak­tua­li­sier­ten Vor­schlä­ge. Am 25. April ent­schei­det der Ge­mein­de­rat über die Prüf­ku­lis­se für Karls­ru­he. Schließ­lich steht am 22. Mai in der Ver­bands­ver­samm­lung des Nach­bar­schafts­ver­bands die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung auf dem Pro­gramm.

FREIE FLÄ­CHEN rund um dicht be­bau­te Ge­bie­te in Neu­reut wie an der Neu­reu­ter Qu­er­al­lee vor den Ge­bäu­de­kom­ple­xen des Zen­trums Bä­ren­weg sind im Fo­kus der Stadt­pla­ner, die nach Mög­lich­kei­ten für den Bau neu­er Woh­nun­gen su­chen. Ar­chiv­fo­to: jo­do

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