Lö­wen-Tri­umph in Kiel

Ga­la des Hand­ball­meis­ters / Palicka über­ra­gend

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Micha­el Wil­ke­ning

Die Rhein-Neckar Lö­wen ha­ben das Spit­zen­spiel der Hand­ball-Bun­des­li­ga beim bis­lang punkt­glei­chen THW Kiel nach ei­ner star­ken Leis­tung mit 29:26 ge­won­nen.

Kiel. Nach­dem der deut­sche Hand­bal­lMeis­ter sei­ne Am­bi­tio­nen auf die er­folg­rei­che Ti­tel­ver­tei­di­gung in der Kie­ler Ost­see­hal­le beim 29:26 (16:14)-Sieg ge­gen den THW ein­drucks­voll un­ter Be­weis ge­stellt hat­te, klopf­ten al­le Spie­ler der Rhein-Neckar Lö­wen Tor­hü­ter Andre­as Palicka auf die Schul­ter oder herz­ten ihn. Der lang­jäh­ri­ge Kie­ler Kee­per avan­cier­te in der zwei­ten Halb­zeit des Spit­zen­spiels der bei­den bis­lang punkt­glei­chen Ta­bel­len­nach­barn zum Match­win­ner. „Ich muss mei­nem Trai­ner dan­ken, dass er mir heu­te das Ver­trau­en ge­schenkt hat“, sag­te Palicka nach dem Spiel und 15 Pa­ra­den.

Ni­ko­laj Ja­cob­sen gab zu: „Ich bin sehr glück­lich.“Dem Trai­ner war der Stolz auf sei­ne Mann­schaft an­zu­se­hen, be­seelt lief er durch die Ka­ta­kom­ben der Hal­le, nach­dem die Lö­wen uner­war­tet sou­ve­rän ge­won­nen hat­ten. Die Hin­run­de be­en­den sie des­halb wie Spit­zen­rei­ter Flens­burg mit 32:2-Punk­ten und da­mit noch bes­ser als in der Meis­ter­sai­son.

Es gab bei der Beur­tei­lung im An­schluss an die 60 in­ten­si­ven Hand­bal­lMi­nu­ten un­ter den Be­ob­ach­tern ein ein­hel­li­ges Mei­nungs­bild: Die bes­se­re Mann­schaft hat­te ge­won­nen. „Wir ha­ben ei­nen ver­dien­ten Sie­ger ge­se­hen“, sag­te THW-Ma­na­ger Thors­ten Storm mit bit­ter­säu­er­li­cher Mie­ne. Die Stär­ke des Meis­ters in Ver­bin­dung mit der per­so­nel­len Not der Kie­ler hat­te den Aus­schlag ge­gen den THW ge­ge­ben. Am Tag vor dem Top­spiel hat­te sich Chris­ti­an Dis­sin­ger im Trai­ning ei­ne leich­te Ge­hirn­er­schüt­te­rung zu­ge­zo­gen und der Rück­raum­spie­ler fehl­te sei­nem Team sicht­lich, weil die jun­gen Ny­ko­la Bi­lyk und Lu­kas Nils­son nicht in der La­ge wa­ren, auf dem ho­hen Ni­veau Ak­zen­te zu set­zen. Al­so hing das Spiel des THW an Spiel­ma­cher Dom­a­goj Duvn­jak, der sich lan­ge ge­gen die Nie­der­la­ge wehr­te, mit sie­ben To­ren bes­ter Schüt­ze war, aber in der Schluss­pha­se kraft­los wirk­te.

Die Ener­gie ging auch den Lö­wen ver­lo­ren, doch weil die Ba­de­ner das bes­se­re Spiel­kon­zept hat­ten und sich auf die Re­fle­xe von Palicka ver­las­sen konn­ten, setz­ten sie ein di­ckes Aus­ru­fe­zei­chen im Kampf um den Ti­tel.

Die Lö­wen si­cher­ten sich den Sieg, weil sie dem Druck stand­hiel­ten, die der THW vor al­lem in der zwei­ten Halb­zeit mit Un­ter­stüt­zung der Ku­lis­se auf­bau­te. Nach dem 20:20 (40.) zo­gen die nie in Rück­stand ge­ra­te­nen Ba­de­ner, bei de­nen in die­ser Pha­se Ka­pi­tän An­dy Schmid her­vor­stach, ent­schei­dend bis auf 28:23 da­von (52.), als Gud­jon Valur Si­gurds­son ins lee­re Tor traf. Der Ver­such des THW, mit sie­ben Feld­spie­lern die Wen­de her­bei­zu­füh­ren, war ein Schuss, der nach hin­ten los­ging.

THW Kiel: Wi­encek 7, Duvn­jak 7, Vu­jin 6/2, Dahm­ke 2, Toft Han­sen 2, By­lik 2.

Rhein-Neckar Lö­wen: Ek­dahl du Rietz 6, Si­gurds­son 5, Pe­ters­son 5, Schmid 5, Pe­keler 4, Gro­etz­ki 4, Guar­dio­la 1.

NICHT ZU HAL­TEN: Kim Ek­dahl du Rietz setzt sich in die­ser Sze­ne ge­gen den Kie­ler Patrick Wi­encek durch und er­zielt ei­nen sei­ner ins­ge­samt sechs Tref­fer. Foto: dpa

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