Kein Schnee­fall zum Fest

Win­ter­sport ist im Nord­schwarz­wald trotz­dem mög­lich – wenn auch sehr be­grenzt

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­ren Re­dak­ti­ons­mit­glied Mar­cel Win­ter

See­bach/Bai­ers­bronn. Wei­ße Weih­nach­ten kom­men in die­sem Jahr nur aus den Schnee­ka­no­nen. Weil der Deut­sche Wet­ter­dienst für die Fei­er­ta­ge mil­de Tem­pe­ra­tu­ren vor­her­sagt, ha­ben Udo Sch­mö­ger und Mar­cus Hu­ber vor­ge­sorgt, dass die Win­ter­sport­ler den­noch auf ih­re Kos­ten kom­men. Die Be­triebs­lei­ter der Ski­lif­te am Mehlis­kopf und am Sei­bels­eck­le ha­ben ih­re Pis­ten in den ver­gan­ge­nen Ta­gen und Näch­ten, als es noch re­gel­mä­ßig Frost gab, künst­lich be­schneit und be­rei­ten sich nun auf den An­sturm zum Fest vor.

Das Weih­nachts­ge­schäft ist für die Lift­be­trei­ber wich­tig, da sie in den Win­ter­fe­ri­en 50 Pro­zent ih­res Ge­samt­um­sat­zes er­zie­len. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren mach­te ih­nen das Wet­ter ei­nen Strich durch die Rech­nung und auch die­ses Jahr sieht es nicht all­zu gut aus – Schnee von oben ist kaum zu er­war­ten. Mehlis­kopf-Be­triebs­lei­ter Udo Sch­mö­ger hofft, dass es zu­min­dest kei­nen Re­gen gibt, der den künst­lich pro­du­zier­ten Schnee wie­der zu­nich­te macht. „Mo­men­tan ist der Pis­ten­zu­stand sehr gut“, be­rich­tet er. Heu­te ab 10 Uhr geht der klei­ne Lift in Be­trieb. Auch an Hei­lig­abend und den Weih­nachts­fei­er­ta­gen soll Ski­fah­ren am Mehlis­kopf mög­lich sein, das­sel­be gilt auch für die Bob­bahn. „Wir müs­sen aber von Tag zu Tag schau­en“, sagt Sch­mö­ger – auch weil Stür­me an­ge­kün­digt sind, die Wär­me mit sich brin­gen. „Bis Sil­ves­ter soll es dann aber wie­der käl­te­re Näch­te ge­ben“, be­rich­tet der Be­triebs­lei­ter, dann kön­ne auch wie­der be­schneit wer­den. Acht Schnee­ka­no­nen und zwei Schnee­l­an­zen ste­hen da­für be­reit. Erst wenn es dau­er­haft kalt bleibt, kom­men Win­ter­sport­ler im Nord­schwarz­wald voll auf ih­re Kos­ten.

Wäh­rend die Lif­te in Un­terstmatt, am Ru­he­stein und am Vo­gels­kopf man­gels Schnee auch an Weih­nach­ten still­ste­hen müs­sen, sau­sen die Ski­fah­rer am Sei­bels­eck­le schon seit ei­ni­gen Ta­gen die Pis­ten hin­un­ter. Hier wur­de die Käl­te­pe­ri­ode vor 14 Ta­gen ge­nutzt, um aus­rei­chend Schnee zu pro­du­zie­ren. „Der Be­trieb ist seit Ta­gen gut“, be­rich­tet Bernd Mai­er, der für den Lift­be­trei­ber ar­bei­tet. „Die Leu­te wol­len Ski fah­ren, wenn es mög­lich ist“. Ob dies auch an Weih­nach­ten der Fall ist, kann Mai­er nicht mit Ga­ran­tie sa­gen, er rät Kurz­ent­schlos­se­nen, sich mor­gens am Schnee­te­le­fon der Be­trei­ber über den Pis­ten­zu­stand zu in­for­mie­ren.

Für Lang­läu­fer wur­de am Knie­bis ei­ne Stre­cke von 600 Me­ter auf Kunst­schnee prä­pa­riert. „Die Be­din­gun­gen für Ska­ting sind gut“, teilt die Tou­rist-In­for­ma­ti­on in See­bach mit. Auch hier ist aber un­ge­wiss, wie lan­ge die Stre­cke an­ge­sichts der an­ge­kün­dig­ten mil­den Tem­pe­ra­tu­ren be­fahr­bar sein wird.

Doch auch wenn der Schnee von oben aus­bleibt, ei­ne Fahrt in die Ber­ge kann sich nach Weih­nach­ten trotz­dem loh­nen – dank der In­ver­si­ons­wet­ter­la­ge. Wäh­rend in den Tä­lern der Ne­bel fest­hängt, ist das Wet­ter auf den Gip­feln herr­lich, Son­nen­schein und ein tol­ler Aus­blick auf die Hoch­ne­bel­fel­der in­klu­si­ve.

IM­MER­HIN ein we­nig – wenn auch künst­li­chen – Schnee gibt es. Foto: Mar­gull

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.